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BirdLife kürt Vogel des Jahres 2021: Kleine bedrohte Fink-Art Girlitz

Der Girlitz ist eine kleine Fink-Art und hat ums Überleben zu kämpfen
Der Girlitz ist eine kleine Fink-Art und hat ums Überleben zu kämpfen ©Pexels/Frans Van Heerden (Sujet)
Ein kleiner Fink mit großen Problemen wurde zum Vogel des Jahres 2021 ernannt: der Girlitz, dessen Population stark bedroht ist.
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Es gibt einige Vögel, denen es in Österreich derzeit gar nicht gut geht. Einer von ihnen der Girlitz, ein kleiner Fink mit großen Problemen. Nicht zuletzt deshalb wurde der Girlitz zum Vogel des Jahres 2021 gekürt, wie die Vogelschutzorganisation BirdLife Österreich am Mittwoch bekannt gab.

Kkeinster heimischer Fink: Vorkommen nahm um 80 Prozent ab

Der Bestand des samenfressenden Gartenbewohners nahm in den vergangenen 20 Jahren ungefähr auf ein Fünftel - minus 80 Prozent von 1998 bis 2016 - ab.

Der Girlitz ist mit nur elf bis zwölf Zentimetern Körperlänge vom Schnabel bis zum Schwanz und elf bis zwölf Gramm Gewicht der kleinste heimische Fink. Das Männchen zeigt eine leuchtend gelbe Färbung im Gesicht, auf der Kehle und Brust auf. Oberseits ist er grünlich gestreift. Das Weibchen ist etwas matter gefärbt und ebenso unterseits gestreift. Mit seinem sehr kurzen, dunklen Schnabel sieht der Girlitz auffällig stupsnasig aus. Ebenso auffällig ist der hohe klingelnd-klirrende Gesang des Girlitzmännchens, der mit einem klingelnden Schlüsselbund oder klirrendem Glas verglichen werden kann.

Girlitz ist ein Sorgenkind der heimischen Vogelwelt

Der Girlitz ist ein Kurzstreckenzieher. Das Überwinterungsgebiet der österreichischen Girlitze liegt im zentralen Mittelmeerraum, überwiegend in Italien, aber auch in Griechenland. Sie ziehen von Mitte September bis Ende Oktober aus Österreich ab.

Der kleine Fink zählt zu den Sorgenkindern der heimischen Vogelwelt. Die Bodenversiegelung an den Stadträndern, der übertriebene Ordnungssinn in den Gärten und Grünanlagen sowie der Verlust an Brachflächen nehmen dem Wildkräuter fressenden Zwerg die Nahrungsgrundlage. Er ist der kleinste der heimischen Finken, hat ein prächtig leuchtendes gelbes Gefieder, einen fröhlichen Gesang und plädiert für mehr Wildkräuter in den Städten und Dörfern.

Das braucht der kleine Fink zum (Über-)Leben

Der Girlitz bewohnt lichte, reich strukturierte Landschaften bis rund 800 Meter Seehöhe. Er benötigt einerseits Bäume zum Brüten und Singen, andererseits niedrig bewachsene Flächen zur Nahrungssuche. Gärten, Friedhöfe. Aufgelockerte Ortsränder sowie Streuobstwiesen und Weingartenlandschaften sind seine wichtigsten Lebensräume. Entscheidend ist in jedem Fall ein reiches Angebot an Wildkräutern, denn er ernährt sich ausschließlich von den Samen dieser Pflanzen (zum Beispiel Hirtentäschel, Löwenzahn, Gänsedistel, Vogelmiere, Wegrauke und Wildkamille) und kleinen Baumsamen (Ulme, Birke). Auch die Jungen werden mit einer Art Babybrei aus zerquetschten unreifen Samen gefüttert.

Nur rund 50.000 Brutpaare des Vogels in Österreich

"Den österreichischen Bestand des Girlitz schätzen wir aktuell auf rund 50.000 Brutpaare", sagte Gabor Wichmann, Geschäftsführer von BirdLife Österreich. "Damit zählt er momentan noch zu den häufigen Brutvögeln, doch unsere Beobachtungen weisen einen satten Einbruch in den letzten 20 Jahren nach. Acht von zehn Vögeln sind verschwunden. Der Jahresvogel 2021 zählt somit zu jenen Arten, deren Anzahl in den letzten Jahren am dramatischsten zurückgegangen ist."

"Blütenwiese statt Einheitsgrün", lautet die Empfehlung der Vogelschutzorganisation BirdLife Österreich, um dem Vogel des Jahres 2021 unter die Schwingen zu greifen. "Lassen Sie Wildkräuter in Pflasterritzen und Blumenbeeten zu. Verwenden Sie Gittersteine mit Ritzenvegetation als Pflasterung anstelle von völlig versiegelten Flächen. Legen Sie Wildblumenbeete an und lassen Sie in wilden Ecken Wildkräuter wachsen", appellierte Wichmann.

>>"Vogel des Jahres 2020" war die Turteltaube

(APA/Red)

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