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Beschuldigte Wiener Ballettakademie-Lehrerin äußert sich zu Vorwürfen

Eine beschuldigte Lehrerin rechtfertigte sich in einem Interview.
Eine beschuldigte Lehrerin rechtfertigte sich in einem Interview. ©APA/BARBARA GINDL
Eine beschuldigte Lehrerin der Wiener Ballettakademie bestreitet in einem Interview die Gewaltvorwürfe. Sie habe ihre Hände stets nur eingesetzt, um Bewegungen zu demonstrieren.
Ermittlungen eingeleitet
Weitere Vorwürfe gegen Lehrer
Sexueller Missbrauch und Gewalt
Skandal in Wiener Ballettakademie

Bella Ratchinskaja steht seit zehn Tagen im Zentrum der vom “Falter” aufgedeckten Vorwürfe gegen die Ballettakademie der Wiener Staatsoper. Nun geht die 65-jährige Russin, der von Schülerinnen physische und psychische Übergriffigkeit vorgeworfen wurde, in die Offensive. Im Interview mit dem italienischen Tanzmedium “Giornale della Danza” sieht sie die Causa primär politisch motiviert.

Ballett-Lehrerin zu Vorwürfen: “Sache wird aufgebauscht”

“Die ganze Sache wird aufgebauscht”, so Rachinskaja, gegen die die Staatsanwaltschaft neben zwei weiteren Personen diese Woche offiziell ein Ermittlungsverfahren eingeleitet hat: “Ich glaube, dass dahinter Kämpfe um Posten und Einfluss stehen. Das ist etwas Politisches, da geht es ums Geld.” Man versuche offensichtlich, unliebsame Beteiligte loszuwerden: “Da werden politische Spielchen gespielt.”

Zugleich zeigte sich die mittlerweile von der Staatsoper entlassene Ballettlehrerin auch selbstkritisch: “Ich habe sich Fehler gemacht – das bestreite ich nicht. Mir ging es aber immer um das Ziel. […] Es stimmt leider, dass ich mich manchmal aufrege, dass ich meinen Schülern viel Disziplin abverlange.” So habe sie verlangt, dass diese 15 Minuten früher zur Stunde erschienen und sich aufwärmten. Zugleich stellte sie gewalttätiges Verhalten in Abrede: “Meine Hände setze ich nur dazu ein, um Bewegungen zu demonstrieren.”

Ratchinskaja: “Beruf ist eine eigene Welt”

Sie habe im Zuge der Vorwürfe jedenfalls extrem positive Rückmeldungen von ehemaligen Schülern und Mitarbeitern der Oper bekommen. Aber nur die wenigsten würden sich an die Öffentlichkeit trauen. Sie liebe ihren Beruf: “Eine Tanzlehrerin zu sein bedeutet, dich ganz unserer Profession hinzugeben. Man muss aber auch verstehen, was der Begriff ‘Demut’ bedeutet – wir sind die Diener des Publikums. […] Unser Beruf ist eine eigene Welt.”

Vergangene Woche waren schwere Vorwürfe gegen die Ballettakademie der Staatsoper laut geworden. So ist die Wiener Kinder- und Jugendanwaltschaft bereits seit Monaten im Haus tätig. Die Schüler seien dort teils gedemütigt worden, Gewalt und Drill sowie einem ungesunden Körperbild ausgesetzt gewesen. Ratchinskaja war im Zuge der Vorwürfe bereits von der Staatsoper entlassen worden. Auch der Vorwurf eines sexuellen Übergriffs durch einen Lehrer steht im Raum. Mitte der Woche gab die Staatsanwaltschaft bekannt, gegen die namentlich nicht genannte Ratchinskaja, den Lehrer und eine weitere Kollegin Ermittlungen eingeleitet zu haben.

(APA/Red)

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