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Beratung über weiteres Vorgehen mit AstraZeneca-Impfstoff

In Österreich gibt es weiter Diskussionen um das AstraZeneca-Vakzin.
In Österreich gibt es weiter Diskussionen um das AstraZeneca-Vakzin. ©APA/AFP/LEHTIKUVA/MARKKU ULANDER
Nachdem Dänemark als erstes EU-Land nun die Impfungen mit dem Wirkstoff von AstraZeneca befristet gestoppt hat, ist der weitere Umgang mit dem Vakzin nun auch in Österreich Thema.
Corona-Impfstoffe im Vergleich
Dänemark stoppt AstraZeneca-Impfungen
Betroffene Charge eingezogen
Frau kurz nach Impfung gestorben

Die Diskussion um den Impfstoff von AstraZeneca ist erneut hochgekocht, nachdem Dänemark einen vorübergehenden Stopp der Verabreichung der Vakzine des britisch-schwedischen Unternehmens beschlossen hat.

Zuvor waren in Österreich ein Todesfall und zwei Krankheitsfälle in zeitlicher Nähe zu einer AZ-Impfung bekannt geworden, ein ursächlicher Zusammenhang wurde bisher nicht belegt. Am Nachmittag steht ein Informationsaustausch der Landesgesundheitsräte mit dem Ministerium an.

Heimische Behörden beraten mit Landesgesundheitsräten

Die Landesgesundheitsrätinnen und -räte sowie Experten des Gesundheitsressorts und des Bundesamts für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) sollten gegen 15.00 Uhr in einem Videocall die aktuelle Entwicklung besprechen, erfuhr die APA auf Anfrage aus dem Ministerium.

Zuvor hatte Dänemark einen 14-tägigen Stopp der Verimpfung von AstraZeneca verkündet. Grund seien Berichte über schwere Fälle von Blutgerinnseln bei Personen, die mit dem Mittel gegen Covid-19 geimpft worden seien, teilte die dänische Gesundheitsverwaltung mit. Die europäischen Arzneimittelbehörden hätten vor dem Hintergrund eine Untersuchung des Impfstoffes eingeleitet. Es sei wichtig zu unterstreichen, dass man den Impfstoff nicht ablehne, sondern die Verabreichung pausiere. Es sei gut dokumentiert, dass das Mittel sowohl sicher als auch effektiv sei. Man müsse jedoch auf Berichte zu möglichen ernsthaften Nebenwirkungen reagieren.

Nach Todesfall in Zwettl bislang kein Kontext zu AstraZeneca-Vakzin

In Österreich waren in den vergangenen Tagen ein Todesfall und zwei Krankheitsfälle mit einem zeitlichen Zusammenhang mit der ersten Teilimpfung mit AstraZeneca bekannt geworden. Am Mittwochabend hatte die Arzneimittelbehörde der Europäischen Union (EMA) bekannt gegeben, dass sie bisher keine Hinweise dafür habe, dass der Todes- sowie ein Krankheitsfall auf Impfungen zurückzuführen wären.

Eine 49-jährige Krankenschwester des Landesklinikums Zwettl war in Folge schwerer Gerinnungsstörungen gestorben, eine 35-jährige Kollegin entwickelte eine Lungenembolie, befand sich zuletzt jedoch auf dem Weg der Besserung. Bei diesen beiden Fällen in Niederösterreich hatten die betroffenen Frauen zuvor Impfungen aus derselben Charge erhalten. Auch wenn zunächst kein kausaler Zusammenhang ausgemacht worden war, wurde vom Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) die betreffende Charge aus dem Verkehr gezogen und eine Untersuchung des Todesfalls veranlasst, die noch im Gang ist. Fast gleichzeitig wurde zudem der Fall einer Krankenschwester (51) in Graz bekannt, die zehn Tage nach Erhalt der Impfung - allerdings aus einer anderen Charge - ebenfalls eine Lungenembolie erlitten hatte. Sie wurde bereits aus dem Spital entlassen, auch hier ist ein Zusammenhang mit dem AZ-Wirkstoff nicht belegt.

FPÖ fordert Impf-Aussetzung in Österreich

Die Sicherheit der Patienten habe oberste Priorität und jeder Verdachtsfall von bisher unbekannten schweren Nebenwirkungen werde untersucht, reagierte AstraZeneca Österreich auf APA-Anfrage. Das Unternehmen erinnerte, "dass weltweit bis heute zig Millionen Menschen mit dem AstraZeneca-Impfstoff geimpft wurden, davon drei Millionen in Europa". Im Zusammenhang mit Dänemark sowie dem Todesfall und zwei weiteren Vorfällen hierzulande wurde festgehalten: "Ähnliche Verdachtsfälle (u.a. aus Österreich) wurden von der EMA bereits untersucht und als nicht kausal eingestuft." Das bedeute, dass die bei der EMA für die Sicherheit zuständigen Behörden den Impfstoff nach wie vor als sicher und zuverlässig erachteten. Die dänischen Behörden hätten ebenfalls erklärt, dass es zum jetzigen Zeitpunkt keinen Grund gibt, einen kausalen Zusammenhang anzunehmen.

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) müsse es Dänemark gleichtun, urgierten FPÖ-Bundesparteiobmann Norbert Hofer und der Wiener FPÖ-Chef Dominik Nepp. Auch die italienische oppositionelle Rechtspartei "Fratelli d'Italia" (FdI, Brüder Italiens) richtete diese Forderung an die Regierung in Rom. Spanien werde die Vakzine weiter verwenden, es seien keine Gerinnungsstörungen registriert worden, sagte hingegen Gesundheitsministerin Carolina Darias. Auch das deutsche Gesundheitsministerium verhielt sich vorerst abwartend.

(APA/Red)

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