Begabte Zuwandererkinder bekommen Starthilfe

Das Programm START-Wien vergibt ab sofort bis zum 24. November 10 Stipendien an begabte Schülerinnen und Schüler mit Migrantenhintergrund. Die Bewerbungsunterlagen stehen online unter www.start-stipendium.at. Viele der bisher geförderten Kandidaten stammen aus Bosnien-Herzegowina, Kroatien oder Serbien.START-Stipendianten im Portrait: Sehr jung und sehr begabt

Insgesamt kommen 10 junge Menschen mit guten schulischen Leistungen, die auch gesellschaftlich engagiert sind, in den Genuß von Schülerstipendien. Häufig genug sind es gerade Kinder aus Zuwandererfamilien, die auf ihrem Ausbildungsweg zahlreiche Hürden bewältigen müssen.

Es sind nicht immer die Administration oder die mangelnden Sprachkenntnisse, die ihnen im Weg stehen, da der Erfolg häufig genug auch eine Frage der persönlichen finanziellen Situation ist: „Der Erfolg von Kindern an unseren Schulen hängt noch immer stark von der Geldbörse der Eltern und ihrer Herkunft ab. Noch immer haben Kinder aus Familien mit mehr Geld und mehr Bildung mehr Chancen auf höhere Bildung“, betont Bildungsministerin Dr. Claudia Schmied anlässlich der Ausschreibung der START-Wien-Schülerstipendien.

Daher vergibt im kommenden Schuljahr Crespo-Foundation Stipendien für Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund aus. Unterstützt wird das Programm START-Wien von der Wirtschaftskammer Wien und dem Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur. Zielgruppe sind Jugendliche, die die Oberstufe einer allgemeinbildenden höheren Schule oder eine berufsbildende mittlere oder höhere Schule besuchen.

Mit den neu ausgeschriebenen Stipendien werden 37 Schülerinnen und Schüler von START-Wien gefördert, vier StipendiatInnen haben bereits in diesem Jahr ihre Matura erfolgreich abgeschlossen. Ein großer Anteil der derzeit 37 geförderten SchülerInnen stammt aus Bosnien, Kroatien oder Serbien.  „Der Crespo Foundation ist es ein besonderes Anliegen, die Startbedingungen für junge Einwanderer zu verbessern. Denn wir sind überzeugt, dass diese Jugendlichen in unserer Gesellschaft einen unverzichtbaren Beitrag erbringen können, dass wir sie mit ihren interkulturellen Kompetenzen, ihrem Leistungswillen und ihrem Engagement für unsere Zukunft brauchen“, so die Stifterin Ulrike Crespo.

Monatliches Bildungsgeld und Hilfe bei der Praktikumssuche

Die START-Stipendiaten erhalten zunächst ein monatliches Bildungsgeld von 100 Euro und einen Laptop mit Internetanschluss. Außerdem werden die Schülerinnen und Schüler im Bereich der Ausbildungs- und Studienplanung beraten, nehmen an Seminaren und Exkursionen teil und erhalten Unterstützung bei der Suche von Praktikumsstellen.

Kontakte zur Wirtschaft und der Aufbau eines Netzwerkes ehemaliger Stipendiaten ergänzen das Angebot. Ulrike Crespo: „Mit START-Wien wollen wir bessere Voraussetzungen dafür schaffen, dass Zuwandererkinder einen höheren Bildungsabschluss erlangen. Wir möchten ihnen erfolgreiche Wege in Bildung und Ausbildung ermöglichen.“

Kunst und Kultur im Vordergrund

Wichtig ist beim START-Programm auch die Auseinandersetzung mit Kunst und Kultur. Die Stipendiaten des ersten Jahrgangs präsentierten im vergangenen Juni ihr Fotoprojekt, die Stipendiaten des zweiten Jahrgangs dürfen sich ab Herbst auf Tanz-Workshops freuen. Und auch für jene Zuwandererkinder, die sich für die jetzt ausgeschriebenen Stipendien qualifizieren, ist ein besonderes Angebot im Bereich Kunst und Kultur geplant.

Migrantenkinder bergen (noch) viele unentdeckte Talente

Brigitte Jank, Präsidentin der Wirtschaftskammer Wien, dazu: „Für die Wirtschaftskammer Wien ist die Aus- und Weiterbildung ein zentrales Thema, da unsere hervorragend ausgebildeten Fachkräfte ein entscheidendes Standortkriterium darstellen. Für den internationalen Konkurrenzkampf wird aber neben dem spezifischen Fachwissen auch die interkulturelle Kompetenz immer entscheidender. Deshalb unterstützen wir die Initiative START.

Gerade Jugendliche aus Migrantenfamilien verfügen über diese Kompetenz, über ausgezeichnete Fremdsprachenkenntnisse und das Verständnis für andere Kulturen. Das verborgene Potential zu fördern liegt im ureigensten Interesse der heimischen Wirtschaft, denn die Jugendlichen sind die Unternehmer der Zukunft.“

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