Ausstellungen in den Wiener Museen im Herbst 2014

"The Rokeby Venus" von Diego Velázquez wird im KHM gezeigt.
"The Rokeby Venus" von Diego Velázquez wird im KHM gezeigt. ©The National Gallery, London
Große Namen sind es, die den Ausstellungsherbst in Wien heuer zu einem wahren Highlight machen: Werke von Diego Velázquez, Monet, Miro, Toulouse-Lautrec und Giacometti sowie Arnulf Rainer und Karl Prantl werden in den Museen der Bundeshauptstadt gezeigt.
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Der Höhepunkt des Wiener Ausstellungsherbstes steht fest: Wenn das Kunsthistorische Museum (KHM) ab 28. Oktober zur ersten großen monografischen Ausstellung des spanischen Malers Diego Velázquez im deutschsprachigen Raum lädt, wird dies Presse und Publikum aus ganz Europa anziehen.

Diego Velázquez im Kunsthistorischen Museum

Von Velázquez (1599-1660) besitzt das KHM einige der berühmten Infanten- und Infantinnen-Bilder. Dank prominenter Leihgeber wie dem Prado, der National Gallery in London oder dem Metropolitan Museum in New York werden nicht nur die Porträts mit Gemälden weiterer Genres – Küchenstillleben, religiösen Themen, Mythologien und Historien – ergänzt, sondern auch einige weitere Hauptwerke des Malers wie der Rückenakt der “Rokeby Venus”, die “Anbetung der Könige” oder “Don Juan de Austria” zum ersten Mal in Wien gezeigt.

Belvedere zeigt Ausstellung “Im Lichte Monets”

“Im Lichte Monets” heißt die Herbstausstellung in der Orangerie des Unteren Belvedere, die ab 24. Oktober den vielfältigen Auswirkungen der Malerei Claude Monets auf die österreichischen Künstler gewidmet ist. “Einige übernahmen seine stilistische Handschrift, andere richteten ihr Interesse auf die Bildmotive oder die Komposition sowie auf seine konzeptionellen Ansätze”, heißt es in der Ankündigung. Im Unteren Belvedere wird zudem ab 11. Oktober der Hagenbund als “Ein europäisches Netzwerk der Moderne (1900 bis 1938)” präsentiert. Das Obere Belvedere widmet sich ab 17. September Josef Dobrowsky (“Wahrnehmung und Farbe”), im Winterpalais steht ab 19. Oktober Martin van Meytens der Jüngere im Zentrum, und im 21er Haus wird ab 17. Oktober Peter Weibel als “Medienrebell” präsentiert. Knalliger Titel: “Warnung! Diese Ausstellung kann Ihr Leben verändern.”

Werke von Arnulf Rainer in der Albertina in Wien

Arnulf Rainer macht ab 3. September den Auftakt zur Herbstsaison der Albertina. Anlässlich seines 85. Geburtstages am 8. Dezember wird der mit seinen Übermalungen international gefeierte Kunststar mit einer 120 Werke umfassenden Retrospektive gewürdigt, in der wesentliche Stationen seines Schaffens mit Schlüsselwerken präsentiert werden. “Rainers intensive Suche nach neuen künstlerischen Wegen wie auch seine faszinierenden Strategien und experimentelle Vorgehensweise machen ihn zu einem der einflussreichsten lebenden Künstler der Gegenwart”, heißt es aus dem Haus, das ab 12. September seine Surrealismus-Serie mit dem Katalanen Joan Miró fortsetzt: “Von der Erde zum Himmel” umfasst rund 100 Gemälde, Papierarbeiten und Objekte und zeichnet den gedanklichen und handwerklichen Weg des Künstlers nach. Ab 17. Oktober wird der 2010 verstorbene österreichische Bildhauer Karl Prantl mit einer Ausstellung gewürdigt.

Der “Pionier der Moderne” im Leopold Museum

Das Leopold Museum präsentiert ab 17. Oktober Alberto Giacometti als “Pionier der Moderne”. Gezeigt werden Skulpturen, Gemälde und Zeichnungen sowie ausgewählte Werke von Weggefährten wie Rene Magritte oder Max Ernst. Zehn Monate nach seinem 85. Geburtstag erhält Arik Brauer ab 14. November eine umfassende Retrospektive. Über 120 Gemälde sowie Zeichnungen, Skulpturen, Keramik, Gobelins, Buchillustrationen, Filmausschnitte, Bücher, Schallplatten und Architektur-Entwürfe sollen die Vielseitigkeit dieses Hauptvertreters der Wiener Schule des Phantastischen Realismus unterstreichen.

Toulouse-Lautrec-Retrospektive im Kunstforum

Das Bank Austria Kunstforum zeigt ab 16. Oktober unter dem Titel “Der Weg in die Moderne” aus Anlass des 150. Geburtstags von Henri de Toulouse-Lautrec die erste umfassende Retrospektive des Künstlers in Österreich. Neben den großen Plakaten für die Vergnügungslokale des Montmartre sollen in der von Evelyn Benesch kuratierten Schau mit Gemälden in gedeckten Farben und Zeichnungen mit Feder und Stift “neue Aspekte zu einem der großen Protagonisten zu Beginn der Moderne” beleuchtet werden.

Programm im mumok und der Kunsthalle

Ab 4. Oktober präsentiert das mumok die bisher umfassendste Ausstellung der 1962 in Mombasa geborenen deutschen Künstlerin Cosima von Bonin in Österreich. Über 100 Exponate sollen einen großen Überblick über ihr Werk bieten – von den künstlerischen Anfängen in den frühen 1990er-Jahren über die jüngeren, bühnenhaft inszenierten Installationen bis hin zu eigens für Wien entwickelten Arbeiten. Ab 18. Oktober bietet Jenni Tischer einen “installativen Parcours, in dem die Formensprache minimalistischer Skulptur auf die Geschichte und Praxis textilen Arbeitens trifft”.

In der Kunsthalle Wien rufen Amira Gad und Nicolaus Schafhausen ab 3. Oktober “Blue Times” aus: “Blau ist die Farbe der Romantik, und auch der Blues leitet seine melancholische Färbung von ihr ab. Die Ausstellung zeigt insofern mehr als ein Farbspektrum auf und geht in Kunstwerken aus Moderne und Gegenwart der Frage nach, wie eine Farbe, die einst das Heilige und Herrschaftliche verkörperte, zum Symbol von Freiheit geworden ist”, heißt es im Pressetext. Mit “Kidnappers Foil” folgt ab 14. November eine Videoinstallation des kanadischen Künstlers und Kurators Gareth Long, der sich auf ein Projekt des Hobbyfilmers Melton Barker bezieht: Zwischen 1930 und 1970 reiste er durch die USA und drehte den gleichen Film mit unterschiedlichem Cast immer und immer wieder: Auf einer Geburtstagsparty wird ein Kind entführt und schließlich von einem Kinder-Rettungstrupp befreit.

Kunsthaus Wien und Foto-Festival

Die Secession zeigt ab 11. September großformatige Skulpturen und Zeichnungen der in Syrien geborenen und in den USA aufgewachsenen Bildhauerin Diana Al-Hadid, das Künstlerhaus setzt in der Ausstellung “Inspiration Textil” ab 12. September Tribal Art in einen Dialog mit zeitgenössischer Textilkunst. Das Kunsthaus Wien widmet dem verstorbenen amerikanischen Künstlerpaar Lillian Bassman und Paul Himmel ab 16. Oktober eine umfassende Retrospektive und zeigt “Zwei Leben für die Fotografie”. Die Fotografie prägt auch den Monat November: Das Foto-Festival “Eyes On – Monat der Fotografie Wien” versammelt insgesamt 175 Ausstellungen und ein umfangreiches Begleitprogramm unter seinem Label. (APA)

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