AUA rechnet mit über 200 Millionen Euro Verlust

Die Austrian Airlines wird mit einem Verlust konfrontiert sein.
Die Austrian Airlines wird mit einem Verlust konfrontiert sein. ©APA/ROLAND SCHLAGER (Symbolbild)
Die Austrian Airlines (AUA) wird auch im Jahr 2021 einen hohen Verlust schreiben. Ende September steht ein Minus von 199 Millionen Euro zu Buche - und das, obwohl es erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie einen Quartalsgewinn gibt.

AUA-Chef Alexis von Hoensbroech geht davon aus, dass sich der Jahresverlust mit dem vierten Quartal vergrößern wird. Gegenüber dem Verlust von 470 Mio. Euro im Jahr 2020 sei dies dennoch eine deutliche Verbesserung, wie Hoensbroech am Mittwoch vor Journalisten sagte.

Keine Erholung von Corona-Krise bei AUA

Von der Coronakrise erholt hat sich die AUA allerdings noch lange nicht. Es gebe zwar einen klaren Trend, "das Glas ist halbvoll, aber eben nur halbvoll", so Hoensbroech. Der AUA-Chef rechnet wieder mit einem harten Winter, die Liquiditätspolster würden aber reichen.

Die AUA dürfte nach der Coronakrise um gut ein Fünftel geschrumpft sein. Gegenüber September 2019 sank der Personalstand bereits um rund 1.100 bzw. 16 Prozent auf nunmehr knapp über 5.900 Mitarbeiter.

Sommerquartal brachte AUA schwarze Zahlen

Die AUA hat im heurigen Sommerquartal erstmals seit mehr als eineinhalb Jahren schwarze Zahlen geschrieben. Der operative Gewinn (Adjusted Ebit) im dritten Quartal betrug 2 Mio. Euro, wie die Lufthansa-Tochter Mittwochfrüh mitteilte. Zum Vergleich: Im dritten Quartal 2020 setzte es für die Airline einen Verlust von 106 Mio. Euro. 2019 stand im Sommerquartal ein Gewinn von 70 Mio. Euro zu Buche.

Der Umsatz hat sich in den Monaten Juli, August, September von 93 auf 304 Mio. Euro zwar verdreifacht, liegt aber noch immer um mehr als die Hälfte unter dem Niveau von 2019, als die AUA im Sommerquartal einem Umsatz von 639 Mio. Euro schrieb. Der aktuelle Flugangebot entspricht ungefähr der Hälfte jenes vor der Krise. Noch immer sind etliche Flieger stillgelegt und die AUA-Mitarbeiter mindestens bis März 2022 in Kurzarbeit. "Danach hoffen wir, dass der Markt stark genug ist, um unsere Mannschaft voll auszulasten", so Hoensbroech.

AUA-Vorstand berichtet von Plus bei Buchungen

Laut AUA-Vorstand Michael Trestl gehen die Buchungszahlen seit dem Sommer nach oben. Nach der Rückkehr der Urlaubsflugreisen stiegen nun auch wieder mehr Geschäftsreisende in die Flieger. Mit den USA, Israel und Thailand würden immer mehr Länder ihre Grenzen wieder öffnen. Nach der Ankündigung der USA, geimpfte Europäer wieder ins Land zu lassen, hätten sich die Buchungseingänge vervierfacht, so Trestl.

Gab es in der Pandemie bisher vor allem kurzfristige Buchungen, würden nun allmählich auch längerfristige Buchungen wieder mehr. Probleme bereiten der AUA weiter die Flüge nach China. Derzeit erlaube China der AUA nur einen wöchentlichen Flug nach Shanghai unter strengen Voraussetzungen. Für Passagiere, die nach der Landung in China positiv auf das Coronavirus getestet werden, muss die Airline eine Strafe zahlen.

Staat kam AUA zu Hilfe

"Die positiven Zahlen geben uns Rückenwind für die traditionell harten Wintermonate und lassen uns optimistisch in das kommende Jahr blicken", so Hoensbroech, dämpfte aber zugleich voreiligen Optimismus: "Die Corona-Krise und die damit einhergehenden Beschränkungen werden uns dennoch länger beschäftigen als uns allen lieb ist."

Die AUA war 2020 in der Coronakrise vom Staat gerettet worden. Sie erhielt eine Finanzspritze von 150 Mio. Euro und einen Kredit über 300 Mio. Euro. Von diesem staatlich besicherten Kredit hat die AUA im Juli die ersten 30 Mio. Euro zurückgezahlt, die nächste Rate soll Ende des Jahres folgen. Danach sind pro Jahr zwei Kreditraten fällig, bis in fünf Jahren das Darlehen getilgt ist.

(APA/Red)

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