Architekten kritisieren Bauprojekte rund um Wiener Palais Schwarzenberg

Vier Bauprojekte sind für das Schwarzenberg-Areal geplant
Vier Bauprojekte sind für das Schwarzenberg-Areal geplant ©APA/HERBERT PFARRHOFER
Rund um das Wiener Palais Schwarzenberg soll fleißig gebaut werden. Die Gegner der Bebauung fordern nun, dass ein Fachgremium die Gärten weitgehend retten soll.

Gegner der Bebauung der Gartenanlage des Palais Schwarzenberg in Wien haben sich mit einem dringlichen Appell an die Öffentlichkeit gerichtet. Maria Auböck, Präsidentin der Zentralvereinigung der Architekten Wien, NÖ und Burgenland, mahnte die Republik Österreich und die Stadt, “ihrer Aufgabe nachzukommen und erhaltende Maßnahmen zu ergreifen”. Auch rechtliche Zweifel an den Projekten wurden geäußert.

Vier Bauprojekte geplant

Die Initiatoren, darunter Architekten und Kunsthistoriker, forderten gemeinsam bei einer Pressekonferenz das Hinzuziehen eines beratenden Fachgremiums, um intelligente Lösungen für die historischen Gärten zu finden. Durch inhomogene Projekte sieht man das Areal der Zerstörung preisgegeben. Insgesamt sind Pläne für vier Einzelprojekte bekannt: eine bereits in Bau befindliche Tiefgarage, ein Hotelneubau, ein Restaurant im Belvedere-Stöckl und das neu zu errichtende Tennisclubheim.

Rechtliche Zweifel äußerte der Architekt Ralf Böck am bekannt gewordenen Neubau eines Designhotels neben dem Palais Schwarzenberg, für dessen Neunutzung selbst ebenfalls ein Hotelprojekt im Raum steht. 2006 soll die Stadt Wien einen Neubautrakt im Parkschutzgebiet, ohne entsprechende Flächenwidmung, als mögliche Hotelerweiterung in Aussicht gestellt haben. Daher gibt es seiner Meinung nach keine rechtliche Grundlage für den Bau.

Bau auf Parkschutzgebiet

Selbiges gilt für das Tennisclubheim, das auf dem Areal der barocken Wasserbecken neu errichtet werden soll. Dieser Bereich liege jedoch gänzlich im Parkschutzgebiet, womit jegliche Bebauung für Sport und Freizeiteinrichtungen untersagt seien, hieß es.

“Ziemlich problematisch” nannte Architekt Adolf Krischanitz die Positionierung der unterschiedlichen Bauprojekte. “Sehr viel ungeschickter kann man es gar nicht machen, um möglichst viel Fläche herauszuholen”, bemängelte er in Bezug auf das Gastronomieprojekt “Stöckl im Belvedere”. Nötig wäre eine Planung, die besonders auf denkmalpflegerische Aspekte Rücksicht nimmt.

Alte Gärten wieder herstellen

Das Argument, die barocken Gärten würden aufgrund von Überformungen im 19. Jahrhundert nicht mehr existieren, wies der Kunsthistoriker Andreas Lehne als falsch zurück. Die historische Substanz und typischen Merkmale aus dem frühen 18. Jahrhundert seien erhalten geblieben.

Die historischen Hochterrassen sieht Lehne durch die Bauarbeiten am und rund um das Gebäude des Belvedere-Stöckl als unwiederbringlich zerstört. Außerdem befänden sich zweifellos noch die einst zugeschütteten Spiegelbecken unter der Erde und auch eine Wiederherstellung des ursprünglichen Gartens hält er für möglich.

(APA/red)

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