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Arbeitslosigkeit: 535.470 Menschen in Österreich ohne Job

Die Arbeitslosigkeit ist wieder leicht angestiegen.
Die Arbeitslosigkeit ist wieder leicht angestiegen. ©APA/ROLAND SCHLAGER
Insgesamt sind derzeit insgesamt 535.470 Personen beim AMS arbeitslos gemeldet oder befinden sich in Schulung. Das ist ein Anstieg um 14.551 Personen im Vergleich zum Vormonat, der zum Teil noch auf saisonale Effekte zurückzuführen ist.

Der andauernde Corona-Lockdown und der fehlende Wintersaisonstart im Tourismus belasten weiterhin den Arbeitsmarkt. Die Zahl der Arbeitslosen und Schulungsteilnehmer lag Ende Jänner im Vergleich zum Vorjahresmonat um 27 Prozent höher. 535.470 Personen waren arbeitslos gemeldet oder in AMS-Schulung, das sind um 114.769 mehr als im Jänner 2020. Zum Vergleich: Ende Dezember waren 520.919 Menschen ohne Job.

Der coronabedingte Höchststand wurde Mitte April 2020 mit 588.000 Arbeitslosen erreicht. Die Arbeitslosenquote lag Ende Jänner in Österreich mit 11,4 Prozent um 2,8 Prozentpunkte höher als im Jänner 2020. Vor zwei Jahren betrug die Arbeitslosenquote im Jänner 9 Prozent.

Im Branchenvergleich sind derzeit vor allem die Branchen Tourismus (72.668) mit + 38.482 Arbeitssuchenden, der Handel (61.871) mit + 14.535 Arbeitssuchenden und der Bausektor (66.148) mit einem Zuwachs von 8.095 Personen im Monatsvergleich betroffen.

Tirol und Salzburg stark getroffen

Auch der Bundesländervergleich spiegelt die Schließung im Tourismus wieder. Die Bundesländer Tirol (+132,2%), Salzburg (+79,7%) und Vorarlberg (+57,5%) sind besonders vom Anstieg der Arbeitslosigkeit betroffen.

Die Arbeitslosenquote liegt nach nationaler Definition derzeit bei 11,4 Prozent. Das ist im Jahresvergleich ein Anstieg um 2,8 Prozentpunkte.

Die internationale Arbeitslosenquote nach Eurostat liegt im Dezember 2020 bei 5,8%. Die Jugendarbeitslosenquote nach Eurostat liegt bei 11,0%. Österreich zählt weiterhin zu den Ländern mit der niedrigsten Jugendarbeitslosigkeit innerhalb der Europäischen Union.

Knappe halbe Million in Kurzarbeit

Ende Jänner befinden sich rund 470.000 Personen in Kurzarbeit. Insgesamt wurden bisher rund 5,9 Milliarden Euro für die Corona-Kurzarbeit ausgezahlt. Für Phase 3 sind derzeit 4,5 Milliarden Euro bewilligt.

"Die Jännerbilanz zeigt, dass wir uns, bedingt durch die Pandemie, nach wie vor in einer sehr schwierigen Situation am Arbeitsmarkt befinden. Vor allem der aufgrund der epidemiologischen Lage notwendige Lockdown macht sich bemerkbar. Trotz aller Herausforderungen ist positiv, dass die Arbeitslosigkeit über den gesamten Jänner auf relativ konstantem Niveau geblieben ist und ein Anstieg der Schulungsteilnehmerinnen und -teilnehmer zu verzeichnen ist. Das zeigt, dass die Corona-Joboffensive mit ihrem Qualifizierungsangebot bereits Wirkung entfaltet", so Arbeitsminister Martin Kocher.

AMS-Chef Kopf: Kann nur noch besser werden

Für AMS-Vorstand Johannes Kopf ist die Situation im Tourismus weiter "besonders negativ". In diesem Bereich habe sich die Arbeitslosigkeit wegen des Lockdowns gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt. Von dieser Entwicklung seien verstärkt Frauen betroffen. "Selbst bei längerer Suche findet sich in dieser Monatsstatistik nichts Erfreuliches, außer vielleicht der Umstand, dass es wohl der höchste, absolute Wert an arbeitslosen Personen sein wird, den das AMS heuer vermelden muss", sagte Kopf.

Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) hat den dramatischen Zuwachs an Arbeitslosen in Tirol im Jänner im Vergleich zum Vorjahresmonat einmal mehr zum Anlass genommen, "sanfte Öffnungsschritte" zu fordern. Diese seien ein "wichtiges Signal" und würden "Planbarkeit" bedeuten, so Platter im Vorfeld der Bund-Länderkonferenz am Montag in Wien in einer Aussendung. "Jeder Schritt der Öffnung der Covid-Maßnahmen entlastet den Arbeitsmarkt - dennoch befinden wir uns noch mitten in dieser Krise, die uns weiterhin Geduld abverlangen wird", sagte AMS-Wien-Chefin Petra Draxl in einer Aussendung.

(APA/red)

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