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Anschlag in Wien: 20.000 Uploads von Bildern und Videos auf Seite des BMI

Auch Polizei bittet, Videos nicht auf Social Media zu teilen.
Auch Polizei bittet, Videos nicht auf Social Media zu teilen. ©APA/GEORG HOCHMUTH
Sowohl die Polizei als auch die Journalistin und Social-Media-Expertin Ingrid Brodnig warnen vor der Verbreitung von Videos rund um den Terroranschlag in Sozialen Medien. Auf der Seite des Innenministeriums wurden 20.000 Uploads sichergestellt.
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"Die Gefahr besteht darin, dass man Terroristen einen Gefallen tut, dass man in der Hast auch falsche Dinge teilt oder Material, das belastend ist für Menschen", sagte Brodnig am Dienstag im Gespräch mit der APA.

Innenministerium stellte Plattform für Videos und Bilder von der Anschlagsnacht bereit

Auch die Polizei bat eindringlich darum, keine derartigen Videos oder Fotos zu veröffentlichen. Das Verbreiten derartiger Inhalte in den Sozialen Medien gefährde Zivilisten wie auch Einsatzkräfte, wurde betont. Stattdessen appellierte die Exekutive an die Bevölkerung, entsprechendes Material auf der vom Innenministerium bereitgestellten Pattform https://upload.bmi.gv.at/ hochzuladen. Bisher gebe es über 20.000 Uploads - vor allem Videos und Bilddateien, teilte ein Sprecher der APA mit. 35 Ermittler arbeiteten an der Sichtung, laut Innenminister Karl Nehammer 8ÖVP) waren am Nachmittag bereits rund 50 Prozent der Daten gesichtet worden.

Erhöhte Warnstufe bis Auswertung aller Videos

Nach dem Anschlag mit mindestens vier Toten in der Wiener Innenstadt am Montagabend bleibt weiterhin die erhöhte Warnstufe für die Bundeshauptstadt. Diese werde so lange gelten, bis das gesamte Videomaterial ausgewertet ist, sagte der Sprecher des Innenministeriums, Harald Sörös. Bis dahin "müssen wir von mehreren Tätern ausgehen", betonte der Sprecher. Ein 35-köpfiges Ermittlungsteam sei mit der Auswertung beschäftigt.

Über eine Upload-Plattform wurde den Behörden ein Terabyte an Daten übermittelt - insgesamt rund 20.000 Videos. Mehr als die Hälfte wurde am Dienstagnachmittag bereits gesichtet. "Wenn alles ausgewertet ist, haben wir ziemlich sicher genug Rückmeldungen, ob es ein Einzeltäter war oder mehrere Täter", sagte Sörös. "Dann können wir die Warnstufe herunterfahren und halbwegs auf einen Normalbetrieb umstellen."

Verbreitung von derartigen Videos in Sozialen Netzwerken problematisch

Die Verbreitung solcher Aufnahmen in den Sozialen Netzwerken oder in den Medien sei aus mehreren Gründen problematisch, betonte auch Brodnig. "Terroristen wollen Berühmtheit erlangen, sie wollen Angst und Schrecken verbreiten", sagte sie. Dieses Ziel werde durch die Veröffentlichung der Videos unterstützt. Außerdem würden manchmal falsche Informationen verbreitet, etwa wenn ein falscher Ort oder ein falscher Zeitpunkt zu einem Video angegeben werde. Und auch korrekte Videos könnten falsch interpretiert werden. "Da werden im schlimmsten Fall unschuldige oder heldenhafte Akteure zu etwas gemacht, was sie nicht sind", warnte Brodnig. Achtlos Videos zu teilen, könne außerdem dazu beitragen, die Panik zu erhöhen.

Dasselbe gelte auch für die klassischen Medien - "oe24" sei hier besonders negativ aufgefallen. "Eigentlich sollte Journalismus ein Korrektiv sein", sagte Brodnig. Auch an Facebook übte Brodnig Kritik. Der Diskussionsbereich des "Crisis-Response-Tool", das Facebook bei Krisen einführt, sei "wie eine Gerüchteküche". Von einzelnen Personen werde es missbraucht, um falsche Informationen zu verbreiten. "Ich würde Facebook raten, das Tool entweder abzudrehen oder umzugestalten", sagte sie. Die Moderation des Forums müsse jedenfalls erhöht werden.

Angst vor absichtlich gestreuten Falschinformationen

Die Gefahr bestehe auch darin, dass Trittbrettfahrer solche Ausnahmesituationen ausnützen und Spekulationen oder Falschinformationen verbreiten würden, um Aufmerksamkeit zu erhalten. "Emotionalität ist ansteckend, deshalb verbreiten sich diese Inhalte so stark." Brodnig appellierte, im Zweifel lieber eine Spur weniger als zu viel zu posten. Videos rund um den Anschlag sollten auf der von der Polizei zur Verfügung gestellten Plattform, nicht auf Social Media geteilt werden, sagte auch sie.

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