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Angeklebte Klima-Aktivisten sorgten für Blockade in Wien

Die Aktivisten besetzten den Platz der Menschenrechte.
Die Aktivisten besetzten den Platz der Menschenrechte. ©APA/HELMUT FOHRINGER
Um die "Klimakatastrophe und den ökologischen Kollaps" aufzuhalten, gingen auch in Wien rund 100 Extinction Rebellion-Aktivisten auf die Straße. Beim Platz der Menschenrechte ließ man sich zur Sitzblockade nieder, die am Nachmittag von der Polizei aufgelöst wurde.
Extinction Rebellion-Aktion in Wien
Klima-Aktionsbündnis startet weltweite Proteste

Rund 100 Aktivisten der Umweltgruppe Extinction Rebellion (XR) haben am Montag in Wien - parallel mit anderen Städten weltweit - für den Klimaschutz demonstriert.

Klima-Aktivisten besetzen Platz der Menschenrechte in Wien

In der Bundeshauptstadt wurde Punkt 12.00 Uhr die Kreuzung beim Platz der Menschenrechte besetzt. "Wir bleiben bis zur Auflösung", kündigte ein Aktivist der APA an. Die Polizei sei über die Aktion kurzfristig informiert worden.

Bis auf einen kurzen Hup-Protest einiger Autofahrer verlief die Aktion auf der Kreuzung Getreidemarkt mit der Babenbergerstraße vorerst friedlich. Per Aussendung teilte die Bewegung mit, dass entstandene Verzögerung im Verkehr ihnen zwar leidtun würde, aber die Untätigkeit der Politik ließe keine andere Wahl. 15 Minuten später gab es dann auch keinen direkten Kontakt mit dem Autoverkehr mehr, die Polizei hatte diesen zügig umgeleitet.

Mit Superkleber auf Aluminium-Erdscheibe festgeklebt

Im Zentrum der Blockade befand sich eine Erdscheibe aus Aluminium, an die sich anfangs rund zehn Aktivisten angeklebt hatten. Mehrere Tuben Superkleber luden ein, es ihnen gleich zu tun, Schilder warnten mit den Worten "Vorsicht, ich bin angeklebt". Andere der betont friedlichen Rebellen verteilten Infomaterial an Passanten. "Aus Liebe zu den Menschen, Pflanzen und Tieren, stehen wir auf um zu rebellieren", sang eine Aktivistin, später skandierte man gemeinsam den Pop-Klassiker "Lollipop"

Ein Aktivist hatte per Megafon die drei XR-Forderungen verlautbart: "Handelt sofort" gegen die Klimakrise und "setzt eine unabhängige Bürgerinnenversammlung ein". Letztere solle rechtlich bindende Gesetzesvorschläge ausarbeiten, denn der Politik traue man nicht mehr. Die Blockade war gegen 13.30 Uhr weiterhin in Gange, berichtete ein Aktivist der APA, man rechne aber mit einer baldigen Räumung, wobei die "Angeklebten" möglicher vorübergehend festgenommen werden könnten.

Wiener Polizei räumte Sitzblockade

Die Blockade wurde von der Wiener Polizei gegen 14.30 Uhr beendet. Per Lautsprecher forderte die Exekutive, die "nicht angezeigte Versammlung" innerhalb von 30 Minuten aufzulösen. "Hier spricht der Behördenvertreter der Landespolizeidirektion Wien", erschallte es aus den Lautsprechern des taktischen Kommunikationsfahrzeugs (TKF), "dies ist eine nicht angezeigte Versammlung, bitte gehen sie auseinander", informierte zusätzlich eine grüne LED-Laufschrift.

Rund 40 der 100 Demonstranten blieben sitzen und wurden von den Beamten daher weggetragen. Dann erwartete sie noch eine Identitätsfeststellung und eine Anzeige nach dem Versammlungsgesetz. Einige der Demonstranten erschwerten dieses Vorhaben: Sie hatten sich mit einer Hand an der Alu-Erdscheibe mit XR-Symbol auf der Rückseite mit Superkleber angeklebt.

Gegen 16.00 Uhr waren auch nur noch rund fünf dieser "Angeklebten" auf der Kreuzung, berichtete Polizeisprecher Paul Eidenberger der APA. Die Notwendigkeit dieser Auflösung begründete er mit dem "Hauptproblem", dass die Blockade eine Störung der öffentlichen Ordnung darstellt. "Blockierte Autobahnauffahrten würden im Anlassfall auch wegen der Selbstgefährdung unmittelbar aufgelöst werden", so Eidenberger auf die Frage nach dem jeweiligen Zeitpunkt des Einschreitens.

Bei kaum vorhandener Störung wäre auch gar kein Einschreiten eine Option. Man kommuniziere jedenfalls mit Vertretern der Bewegung und reagiere jeweils individuell auf derartige Aktionen.

Demo in Wien: "Versammlung ist als friedlich einzustufen"

Die Wiener Polizei zeigte sich zum Verlauf der Aktion zufrieden: Es habe weder bei den Aktivisten noch bei den Beamten im Zuge der Auflösung der Kundgebung Verletzte gegeben, "die Versammlung ist als friedlich einzustufen", hieß es. 75 Manifestanten werden nach dem Versammlungsgesetz angezeigt, kündigte die Polizei an. Gegen 18.30 Uhr waren 30 Anhaltungen noch aufrecht.

Festnahmen bei weltweiten Protesten

In Amsterdam nahm die Polizei etwa 50 Demonstranten bei einer Blockade-Aktion in Gewahrsam. Die Demonstranten hatten am frühen Montagmorgen eine wichtige Durchgangsstraße versperrt und Dutzende kleine Zelte aufgestellt. Mit "zivilem Ungehorsam" solle die Regierung gezwungen werden, mehr für den Klimaschutz zu tun, sagte ein Sprecher der Demonstranten im niederländischen Radio.

In London legten Teilnehmer des Klimaprotests teilweise den Verkehr lahm. Mehrere Gruppen von Demonstranten blockierten am Morgen die Westminster Bridge und mehrere Straßen im Regierungsviertel der britischen Hauptstadt. Bereits wenige Stunden nach Beginn des Protests hatte es mehr als 20 Festnahmen gegeben. Auch in Australien und Neuseeland demonstrierten Hunderte Aktivisten, Dutzende wurden festgenommen, wie die Polizei mitteilte.

In Berlin blieben die Auswirkungen der Verkehrsblockaden zunächst überschaubar. Mehrere Tausend Demonstranten nahmen laut Polizei an Aktionen an der Siegessäule und am Potsdamer Platz teil. In ihrem Aufruf zum gewaltfreien zivilen Ungehorsam gegen die Klimakrise hatte es geheißen: "Wir blockieren Berlin, Paris, New York, Amsterdam, London." Die Berliner Polizei ließ die Aktivisten gewähren - obwohl die Demo an der Siegessäule nicht angemeldet war. Es habe kaum Staus gegeben, hieß es. In Berlin sind gerade Schulferien, dadurch sind weniger Autos unterwegs als üblich.

(APA/Red)

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