Allergiker: Immuntherapie steht Corona-Impfung nicht im Weg

"Allergien sind also sicher keine Ausrede dafür, sich nicht gegen Covid-19 impfen zu lassen", so die Aussage von Felix Wantke.
"Allergien sind also sicher keine Ausrede dafür, sich nicht gegen Covid-19 impfen zu lassen", so die Aussage von Felix Wantke. ©APA/GEORG HOCHMUTH (Symbolbild)
Eine laufende Immuntherapie zur Behandlung von Heuschnupfen oder allerdgischem Asthma steht einer Covid-Schutzimpfung nicht im Weg. "Eine solche Therapie muss wegen einer Covid-19-Impfung nicht beendet werden. Allergien sind also sicher keine Ausrede dafür, sich nicht gegen Covid-19 impfen zu lassen" , meint der Leiter des Floridsdorfer Allergiezentrums, Felix Wantke.

Wantke sagte das im Rahmen der am Freitag zu Ende gehenden Online-Jahrestagung der Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP).

Corona-Gefahr nicht größer

Menschen, die an Allergien oder an allergischem Asthma leiden, sind keiner erhöhten Gefahr durch Corona ausgesetzt. Im Vergleich zu gesunden Menschen ist weder die Ansteckungsgefahr größer noch besteht ein erhöhtes Risiko für einen schwereren Verlauf einer Covid-19-Erkrankung, wurde in einer ÖGP-Aussendung betont. Die Corona-Schutzimpfung ist jedoch wie für die übliche Bevölkerung ab zwölf Jahren empfohlen und stellt kein Nebenwirkungsrisiko für den weitaus überwiegenden Teil der Allergiker und Asthmatiker dar.

Eine allergen-spezifische Immuntherapie (AIT) ist die einzige wirksame Therapie einer Typ-1-Allergie, betonte Wantke. Die Therapie existiert als subkutane (SCIT) mittels Spritze in das Fettgewebe und als sublinguale Therapieform (SLIT) über Tropfen- oder Schmelztabletten, die unter die Zunge geträufelt bzw. gelegt werden. "Es spricht nichts dagegen, subkutane und sublinguale Therapien auch zu kombinieren", sagte Wantke. Die Therapiedauer beträgt drei Jahre.

Eine Art Allergie-Impfung kommt zum Einsatz

Bei der AIT wird das Immunsystem durch eine Art Allergie-Impfung mit dem unverträglichen Stoff, dem Allergen, für zukünftige Kontakte "abgehärtet". Die Behandlung eignet sich bei Rhinokonjunktivitis (durch Pollen, Hausstaubmilben oder Pilzsporen verursachter "Heuschnupfen") und leicht- bis mittelgradigem, allergischem Asthma bronchiale.

Zeitpunkt des Starts der Immuntherapie

Wantke wies darauf hin, "dass aber für den Erfolg der Behandlung die Therapietreue der Patienten von entscheidender Bedeutung ist, aber leider oft zu wünschen übrig lässt". Bei saisonal bedingten Allergien ist es außerdem wichtig, rechtzeitig vor der jeweiligen Saison mit der Immuntherapie zu beginnen.

"Unter einer laufenden spezifischen Immuntherapie kann man problemlos eine Corona-Impfung durchführen", versicherte Wantke. Es sollte nur ein Abstand von mehreren Tagen bis zu zwei Wochen zwischen den AIT-Dosen und einer Covid-Schutzimpfung liegen.

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(APA/Red)

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