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Alle Regeln zum verlängerten Lockdown in Österreich

FFP2-Masken werden Pflicht, der Abstand wird auf 2 Meter vergrößert.
FFP2-Masken werden Pflicht, der Abstand wird auf 2 Meter vergrößert. ©APA/BARBARA GINDL
Der Corona-Lockdown in Österreich bleibt bis mindestens 7. Februar aufrecht. Die Regierung verkündete heute in einer Pressekonferenz alle Regeln. Viele davon werden weiter verschärft.
So kann man FFP2-Masken wiederverwenden
Lockdown wird verschärft

Österreich bleibt noch länger im Corona-Lockdown: Wie die Regierung am Sonntagvormittag bei einer Pressekonferenz bestätigt hat, bleibt der Lockdown bis mindestens 7. Februar aufrecht und endet nicht wie ursprünglich geplant am 24. Jänner. Auch kommen weitere Verschärfungen wie eine FFP2-Maskenpflicht. Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) argumentierte die Verlängerung mit der Ausbreitung der britischen Variante des Virus, die wesentlich ansteckender sein dürfte als die bisherige Form.

FFP2-Pflicht im Handel

Noch während des Lockdowns werden die Regeln verschärft: Ab 25. Jänner sind FFP2-Masken im Handel und in den öffentlichen Verkehrsmitteln verpflichtend, die Abstandsregel wird auf zwei Meter ausgedehnt. Die FFP2-Masken sollen im Lebensmittel-Einzelhandel zum Selbstkostenpreis angeboten werden. Für Einkommensschwache sollen sie gratis zur Verfügung gestellt werden, kündigte der Minister an - die Verteilung wird in den kommenden Tagen geklärt, hieß es aus seinem Haus. Kinder bis sechs Jahre sind wie schon bisher generell von der Maskenpflicht befreit, ab sechs Jahren gilt die Pflicht zum Mund-Nasen-Schutz. Größere Kinder werden auch von der FFP2-Pflicht betroffen sein, das genaue Alter wird noch definiert werden, hieß es im Sozialministerium.

Ziel sei es, dass ab 8. Februar alle Geschäfte, körpernahe Dienstleister wie Friseure und Museen unter strengen Auflagen wieder aufsperren dürfen. Tourismus und Gastro sollen jedenfalls bis Ende Februar zu bleiben, Mitte Februar soll evaluiert und eine Entscheidung getroffen werden, ob eine Öffnung im März möglich ist.

Schule bleibt zu

Auch Schüler müssen weiterhin zu Hause bleiben, der Start des Präsenzunterrichts verschiebt sich: Das Distance Learning bleibt bis zu den Semesterferien, danach gibt es Schichtbetrieb. Wien und Niederösterreich starten ab 8. Februar in den Präsenzunterricht. Oberösterreich und die Steiermark verlegen die Semesterferien um eine Woche nach vorne, somit starten alle restlichen Bundesländer am 15. Februar mit dem Unterricht vor Ort.

Kultur-Lockdown wird verlängert

Die heute von der österreichischen Bundesregierung bekannt gegebene Verlängerung der Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie bringt auch eine Verlängerung des Kultur-Lockdowns. Während die Museen und Ausstellungshäuser gemeinsam mit dem Einzelhandel am 8. Februar wieder aufsperren können und ihre Besucher zwar FFP2-Masken, aber keine Testergebnisse brauchen, wird es wohl auch im Februar keine Theater-, Opern- und Kino-Vorstellungen und Konzerte geben.

Skifahren und Eislaufen bleibt nach einer Entscheidung der Länder erlaubt. Die Frage war laut dem steirischen Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP) nicht unumstritten, man habe sich aber entschieden, die geltenden Regeln für die restlichen Lockdown-Wochen nicht wieder zu ändern.

Alle Regeln im Lockdown

WAS ERLAUBT BLEIBT

Im Wesentlichen geht das Leben in Österreich so weiter, wie wir es seit dem Stefanitag kennen. Das Haus darf man nur aus bestimmten Gründen verlassen, also beispielsweise um zur Arbeit zu kommen, den Hund auszuführen, Sport zu betreiben oder einzukaufen. Weiter gilt "Abstand halten", aber das mehr, nämlich zwei Meter.

WELCHE MASKE ANZULEGEN IST

Chice Masken werden bald allenfalls noch auf der Straße zu sehen sein. Denn im Handel und in öffentlichen Verkehrsmitteln müssen ab 25. Jänner höherwertige FFP2-Masken getragen werden. Diese sollen zum Selbstkostenpreis in Supermärkten angeboten werden. Einen Preis nennt die Regierung nicht, er soll aber "sehr, sehr verträglich" sein. Derzeit sind entsprechende Masken ab etwa 1,50 Euro erhältlich.

WANN DER HANDEL UND DER FRISEUR WIEDER ÖFFNEN

Wer Kleidung gerne probiert, bevor er sie kauft, wird dazu frühestens ab 8. Februar wieder die Gelegenheit haben. Bis dahin bleiben alle Geschäfte, die nicht für die tägliche Versorgung nötig sind, geschlossen. Einzig die Möglichkeit, Waren zu bestellen und bei den Shops abzuholen, besteht weiter. Auch für die körpernahen Dienstleister wie Friseure, Kosmetiksalons oder Tätowierer geht die unfreiwillige Pause weiter. Wenn es dann wieder los geht, ist eine höherwertige FFP2-Maske anzulegen.

WIE ES MIT DEM HOME OFFICE WEITERGEHT

Nichts Neues gibt es in Sachen Arbeitsplatz. Das Home Office wird Unternehmen zwar dringend empfohlen, aber nicht vorgeschrieben.

WANN DIE SCHULE WIEDER STARTET

Präsenzunterricht startet erst nach den Semesterferien im Osten, also ab 8. Februar, allerdings nur in Wien und Niederösterreich und das im Schichtbetrieb. Die anderen Bundesländer beginnen nämlich mit Ende des Lockdowns ihre Semesterferien. Steiermark und Oberösterreich ziehen sie für diesen Zweck eine Woche vor, da sie sonst nach einer Woche Unterricht gleich wieder in den Ferienmodus umstellen müssten. Betreuungsmöglichkeiten an Schulen und in Kindergärten bleiben bestehen.

WIE ES MIT DEM URLAUB AUSSIEHT

Semesterferien mit Skivergnügen wird es nicht spielen. Der Tourismus steht nach aktuellen Plänen bis Ende Februar still. Damit bleiben für die Hotellerie nur die Osterferien, die am 27. März starten. Mitte Februar wird die Lage zwar noch einmal evaluiert, eine Öffnung gibt es trotzdem frühestens mit Ablauf des Monats.

WELCHER SPORT MÖGLICH IST

Der Pistenspaß geht trotz aller Kritik weiter. Skifahren bleibt wie Eislaufen erlaubt.

WANN ES WIEDER ZUM WIRT GEHT

Zum Wirt kann man weiter höchstens dann gehen, wenn man dort Speis und Trank abholen will. Take Away und Lieferdienste bleiben, ansonsten hat die Gastronomie bis Ende Februar unfreiwillig zu.

WANN THEATER UND STADIEN IHRE TORE ÖFFNEN

Veranstaltungen bleiben bis Ende Februar untersagt, Ausnahmen gibt es nur für den Sport und das ohne Publikum. Theater und Oper müssen ihre Spielpläne auf einen Beginn mit März adaptieren. Besser geht es den Museen. Sie sollen gleichzeitig mit dem Handel ab 8. Februar öffnen können. Wer rein will, muss eine FFP2-Maske anlegen.

WAS DAS ZIEL DES LOCKDOWNS IST

Ein exaktes Zahlenziel hat die Regierung nicht vorgegeben, aber zumindest einen Idealwert, nämlich eine Sieben-Tages-Inzidenz von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern, was knapp 700 Neuinfektionen pro Tag entsprechen würde. Zum Vergleich: Der Sieben-Tages-Schnitt lag zuletzt bei rund 1.500 Neuinfektionen, die Inzidenz über 130. Ab welchem Wert der strikte Lockdown mit 8. Februar tatsächlich gelockert wird, sagt die Regierung nicht.

(APA/red)

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