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Acht Jahre Haft für Mordversuch an Obdachlosem in Wien

Die Urteile sind nicht rechtskräftig.
Die Urteile sind nicht rechtskräftig. ©APA (Sujet)
Wegen versuchten Mordes wurde am Donnerstag ein 20-Jähriger nicht rechtskräftig zu acht Jahren Haft verurteilt. Der junge Mann stach im Vorjahr in einem Wiener Park mit einer Schere mehrmals auf einen Obdachlosen ein.
Prozess in Wien
Mann in Wiener Park niedergestochen

Ein 20 Jahre alter Mann ist am Mittwoch von einem Wiener Schwurgericht wegen versuchten Mordes zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Der Slowake hatte im Juli auf einen Obdachlosen in einem Park in Währing mit einer Schere eingestochen. Der Zweitangeklagte, ein 36-jähriger Landsmann, erhielt wegen Raubes zwei Jahre Haft, davon acht Monate unbedingt. Beide Urteile sind rechtskräftig.

Hauptangeklagter gestand Scheren-Attacke auf Obdachlosen in Wien

Der 20-Jährige hatte beim Prozess zugegeben, dem Obdachlosen in der Nacht auf den 22. Juli mit einer Schere in die Herzgegend gestochen zu haben. "Ich dachte, er ist tot. Er ist am Boden gelegen und sah tot aus", sagte der Slowake, der 2018 nach Österreich gekommen war, hier von Gelegenheitsarbeiten lebte und ohne festen Unterstand war.

Vier bis fünf Monate vor der Tat lernte der 20-Jährige das spätere Opfer sowie einen 36-jährigen Landsmann kennen, die ebenfalls auf der Straße lebten. Am 22. Juli trafen sich die drei Männer im Marie-Ebner-Eschenbach-Park und konsumierten reichlich Alkohol. "Wir haben getrunken, getrunken, getrunken", erinnerte sich der 20-Jährige. Gegen Mitternacht verlangten die beiden Slowaken von ihrem Bekannten plötzlich Geld, durchsuchten diesen und begannen auf ihn einzuschlagen. Weshalb man mit einer Papierschere auf diesen einzustechen begann, konnte der 20-Jährige nicht erklären: "Ich weiß nicht, was ich dazu sagen soll. Ich habe auch Drogen genommen. Ich war aggressiv." Den Großteil der Stiche hätte der mitangeklagte 36-Jährige getätigt, behauptete er: "Ich hab' ihm nur in die Herzgegend gestochen. Ein Mal, vielleicht zwei Mal."

Passant entdeckte lebensgefährlich Verletzten in Wiener Park

Der 36-Jährige stellte das in Abrede. Er habe das Opfer zwar festgehalten und sich nicht um den Mann gekümmert, habe aber nicht zugestochen. Die zwei Männer waren mit einer Beute von rund zehn Euro vom Tatort geflüchtet. Die Geschworenen glaubten dem 36-Jährigen, dass er nicht zugestochen hat, weshalb er wegen Raubes verurteilt wurde.

Ein Passant hatte um 2.40 Uhr den lebensgefährlich Verletzten gefunden und die Rettung alarmiert. Eine Notoperation rettete dem Mann das Leben. In weiterer Folge konnten die beiden Slowaken als Tatverdächtige ermittelt und festgenommen werden.

Opfer erlitt 40 Stiche und überlebte

Wie Gerichtsmediziner Christian Reiter darlegte, hatte das Opfer insgesamt 40 Stiche kassiert. 37 gingen in den Oberkörper und in den Gesichtsbereich. Ein Stich eröffnete den Herzbeutel, außerdem wurde die linke Lunge verletzt.

Auf die Spur der Angeklagten kam man, weil der ältere Verdächtige am Morgen nach der Tat mit blutverschmierter Kleidung bei der Caritas vorstellig wurde und neue Kleidung erbat. Da dessen Behauptung, er sei von Afghanen überfallen und ausgeraubt worden, unglaubwürdig erschien, wurde dem Opfer nach überstandener Operation ein Foto des 36-Jährigen vorgelegt. Der Überfallene identifizierte den Slowaken als einen von zwei Tätern und machte am 1. August erstmals Angaben zum Tatgeschehen.

(APA/Red)

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