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200 Jahre "Stille Nacht": Wie ein Gedicht zur Melodie von Weihnachten wurde

Das Lied "Stille Nacht" wurde bis heute in mehr als 300 Sprachen und Dialekte übersetzt.
Das Lied "Stille Nacht" wurde bis heute in mehr als 300 Sprachen und Dialekte übersetzt. ©APA
Es wurde in über 300 Sprachen und Dialekte übersetzt, zum UNESCO-Kulturerbe ernannt und gilt weltweit als Inbegriff des Weihnachtsliedes: Das Werk "Stille Nacht, heilige Nacht" feiert heuer Jubiläum. Seit 200 Jahren von Generation zu Generation weitergegeben, zählt es in vielen Familien auf der ganzen Welt zum fixen Bestandteil an Heiligabend. Wir haben für Sie nachgeforscht, wie die Melodie von Weihnachten entstand.

Seit 1818 erklingt auf der ganzen Welt an Heiligabend das meistverkaufte Weihnachtslied “Stille Nacht, heilige Nacht”. Doch schon heuer feiert der Klassiker sein 200-Jahr-Jubiläum, denn der offizielle Ursprung des Werks wird noch früher datiert.

Bereits 1816 verfasste der Hilfspfarrer Joseph Mohr in Mariapfarr im Salzburger Bezirk Lungau den Text in Form eines Gedichts. Erst zwei Jahre später bat Mohr den Organist und Arnsdorfer Dorfschullehrer Franz Xaver Gruber darum, eine passende Melodie zu seinem Gedicht zu komponieren.

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Das Notenblatt des Weihnachtsliedes “Stille Nacht, heilige Nacht” in der Stille Nacht-Kapelle

Weihnachts-Klassiker seit 200 Jahren: So entstand “Stille Nacht”

Um den Grund, warum Mohr den Text damals in ein Lied umwandelte, ranken sich viele Mythen und Legenden. Eine Legende erzählt beispielsweise davon, dass die Orgel des Dorfes nicht mehr bespielbar war. Aus diesem Grund hätten sich die beiden für ein Lied mit Gitarrenbegleitung entschieden, das an Heiligabend erstmals in der St. Nikolaus Kirche in Oberndorf bei Salzburg uraufgeführt wurde. Nach schweren Überschwemmungen im Ort musste die Kirche zu Beginn des 20. Jahrhunders abgerissen werden. An der Stelle erinnert heute eine kleine Kapelle, die sich mittlerweile zur Touristenattraktion entwickelt hat, an die damalige Uraufführung.

Das Lied verbreitete sich nach seiner Entstehung zunächst innerhalb Österreichs, vor allem in den Gebieten rund um Salzburg. Für die weitere Verbreitung über Tirol nach Deutschland bis nach New York sorgten die Familien Rainer und Strasser, katholische und protestantische Missionare überlieferten das Werk schließlich weltweit.

Was viele nicht wissen: Die Originalfassung des Gedichts umfasst nicht nur drei, sondern insgesamt sechs Strophen. Bei der alljährlichen Stille Nacht-Feier vor der Stille Nacht-Gedächtniskapelle in Oberndorf werden seit einigen Jahren wieder alle sechs Strophen in einer der Ur-Versionen des Liedes – zwei Sänger, begleitet von Gitarre und Chor – gesungen. Das stimmungsvolle Ereignis kann jedes Jahr auch live im Internet mitverfolgt werden.

Das Gedicht zeugt auch von damaligen historischen Begebenheiten. Nach dem Ende der Napoleonischen Kriege folgte auf dem Wiener Kongreß die Neuordnung Europas. Das geistliche Fürstentum Salzburg verlor seine Selbstständigkeit, ein Teil Salzburgs kam 1816 zu Bayern und der größere Teil zu Österreich. Die Situation in Mariapfarr, Dienststätte von Joseph Mohr und gleichzeitig auch Entstehungsort seines Gedichts, erlebte deswegen damals schwere Zeiten. Dies lässt sich auch im Text der vierten Strophe erkennen, in dem eine große Sehnsucht nach Frieden ausgedrückt wird.

Die ganze Welt singt “Stille Nacht” an Heiligabend

“Stille Nacht” wurde im Laufe der Zeit auch textlich und musikalisch abgeändert. Heute gibt es Übersetzungen in bereits mehr als 300 Sprachen und Dialekte. Auch mehrere Dokumentationen und Spielfilme thematisieren die Entstehung und den Mythos des Weihnachtsliedes, wie beispielsweise der Fernsehfilm “Das ewige Lied” aus dem Jahr 1997 mit Tobias Moretti.

Auch nach zwei Jahrhunderten steht jedenfalls fest: Für viele Menschen stellt das Lied “Stille Nacht, heilige Nacht” den Inbegriff von Weihnachten dar und es bildet einen Fixpunkt des Heiligen Abends mit der Familie oder in kirchlichen Feiern wie der Christmette. Auf der ganzen Welt erklingt die wunderschöne Melodie jedes Jahr auf’s Neue – dank zweier Männer, die in damaligen schwierigen Zeiten ein friedvolles Weihnachtslied für viele weitere Generationen geschaffen haben.

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“Stille Nacht, heilige Nacht” – Die Redaktion wünscht Ihnen Frohe Weihnachten und schöne Festtage!

Quellen: stillenacht.at, stillenacht.info, unesco.scharf.net
Fotos: APA/Barbara Gindl, pixabay.com

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