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20 Jahre Haft für Mord an Edip Sekowitsch

Der Angeklagte beim ersten Prozesstag
Der Angeklagte beim ersten Prozesstag ©APA
Der 27-jährige Tschetschene, der im August 2008 den ehemaligen Box-Weltmeister Edip Sekowitsch (50) vor dessen Lokal in Wien-Wieden erstochen haben soll, ist am Mittwochnachmittag im Straflandesgericht wegen Mordes zu 20 Jahren Haft verurteilt worden.
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Der Wahrspruch der Geschworenen fiel mit 7:1 Stimmen deutlich zuungunsten des Angeklagten aus. Die Fragen in Richtung Notwehr bzw. Notwehrüberschreitung wurden einstimmig verneint. Bei der Strafbemessung waren laut Richterin Patrizia Kobinger-Böhm “gewisse psychische Probleme” des Angeklagten mildernd.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Verteidiger Lennart Binder meldete dagegen Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung an. Der Staatsanwalt gab vorerst keine Erklärung ab. Bei der Urteilsverkündung waren unter anderem die Kinder und Freunde Sekowitschs – darunter die Wiener Box-Legende Hans Orsolics – anwesend.

Der Tschetschene, der mit seiner Mutter nach Österreich geflüchtet war, nachdem er in Grosny von der Polizei mehrere Tage gefoltert wurde, hatte rein zufällig Sekowitschs Lokal betreten, das dieser seit seiner aktiven Laufbahn betrieb. Er hatte am unweit gelegenen Südbahnhof den letzten Zug Richtung Graz versäumt, wo seine Mutter lebte.

Zeugenaussagen zufolge soll der 27-Jährige anderen Lokalgäste aggressiv begegnet sein. “Er war verrückt”, erinnerte sich eine junge Frau an das Verhalten des Mannes.

Als Sekowitsch das Pub schließen wollte, kam es gegen 5.30 Uhr zu einer Auseinandersetzung. Der Ex-Boxer Sekowitsch wies den Tschetschenen nach draußen. Auf der Straße stach der 27-Jährige dann mit einem Klappmesser fünfmal auf den 50 Jahre alten Ex-Boxer ein. Ein Stich ging direkt ins Herz. Sekowitsch, der sich während seiner Laufbahn den Beinamen “Stier von Serbien” erworben hatte, verblutete am Gehsteig.

Jene Polizisten, die als erste am Tatort eingetroffen waren, gaben an, der Tschetschene habe sich zunächst als ein Freund des Opfers deklariert. Als die Beamten an der Kleidung des Mannes Blutspuren bemerkten, wurde dieser eingehend befragt. “Da hat er mit einem gewissen Stolz gesagt, dass er es war, der das gemacht hat”, gab ein Polizist zu Protokoll.

Der Angeklagte hatte sich beim Prozessauftakt am vergangenen Mittwoch mit Notwehr verantwortet. Sekowitsch sei auf ihn losgegangen. Er habe Angst gehabt, deswegen sein Messer gezogen und zugestochen.

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