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Wiener Tierschutzverein sorgt sich in Corona-Krise um Tauben und Krähen

Der Wiener Tierschutzverein appelliert an die Stadt Wien: Stadttauben und Co. brauchen jetzt Hilfe
Der Wiener Tierschutzverein appelliert an die Stadt Wien: Stadttauben und Co. brauchen jetzt Hilfe ©Pixabay (Sujet)
Der Wiener Tierschutzverein schlägt aktuell Alarm: Für Wiens Stadttauben und andere Vögel wie Krähen sei die momentane Corona-Krise lebensbedrohlich. Man fordert Maßnahmen zu deren Schutz.
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Für uns Menschen sind die aktuell geltenden Ausgangsbeschränkungen aufgrund des Corona-Virus eine Einschränkung des Alltags, die man meistern kann, für Wiens Stadttauben und andere Vögel wie Krähen sind sie aber lebensbedrohlich.

Tauben und Krähen droht in Wien der Hungertod

Denn durch die Tatsache, dass nun wenige Menschen auf öffentlichen Plätzen anzutreffen sind, haben die Vögel auf einen Schlag den Großteil ihrer Nahrungsquellen in Großstädten verloren. Den Stadttauben droht dadurch ein langsamer und qualvoller Hungertod. Auch Krähen sind ähnlich gefährdet. Nicht nur in Zeiten von Corona ein klassischer Fall grausamer Tierquälerei. Denn während in mehreren deutschen Städten bereits aktiv Maßnahmen zur Rettung der Vögel gesetzt werden, lassen diese in Wien noch auf sich warten. Den Wiener Tierschutzverein (WTV) erreichen diesbezüglich immer mehr Hilferufe aus der Bevölkerung. Viele Menschen berichten zudem von einem erhöhten Bettelverhalten der Tiere. 

Der WTV appelliert daher an die zuständige Wiener Umweltstadträtin sowie Bürgermeister Michael Ludwig jetzt rasch entsprechende Maßnahmen - wie etwa die Errichtung von Fütterungsstellen mit artgerechtem Körnerfutter - zu ergreifen.

Kritik an Umgang mit Stadtvögeln auch schon vor der Corona-Krise

„Leider war die Vorgehensweise der Stadt im Umgang mit den Tauben auch schon vor der Corona-Krise unvernünftig. Der WTV und andere Tierschutzorganisationen haben schon lange gefordert, gewartete Taubenschläge einzurichten, wo artgerecht gefüttert wird und die Bruteier entfernt werden. Dann hätten wir diese Problematik jetzt gar nicht“, sagt WTV-Präsidentin Madeleine Petrovic.

Die bisherige Tauben-"Strategie" der Stadt - eine Reduktion der Population durch Hunger - bewirkt für Petrovic das Gegenteil: eine besonders starke Not-Vermehrung und ausgemergelte, kranke Tiere. „Und tote oder halb tote Tauben sind, ganz abgesehen von tierschützerischen Anliegen, auch ein massives hygienisches Problem. Gerade jetzt keine gute Idee“, so Petrovic.

WTV: Stadt Wien muss jetzt handeln und Risikogruppen schützen

Zudem wäre auch aufgrund der Tatsache, dass gerade viele ältere Menschen sonst die Tauben mit Körnerfutter versorgen, ein Eingreifen der Stadt Wien dringend nötig. Denn gerade diese zur Risikogruppe gehörenden Menschen, sollten derzeit tunlichst nicht vor die Tür gehen und die Tauben "retten", ganz besonders sie sind allerdings schockiert über das Leid dieser Tiere.

„Mit dem Mitgefühl dieser Menschen zu spielen ist grob fahrlässig. Wir erwarten von der Stadt Wien umgehend eine Stellungnahme und Maßnahmen zum Schutz der Tauben und Krähen Wiens“, so Petrovic abschließend.

Tierschutzombudsstelle Wien: Tauben bitte nicht füttern!

"Manche befürchten, dass die Tiere aufgrund der Ausgangsbeschränkungen an öffentlichen Orten nicht mehr genug Nahrung finden", so Eva Persy, Leiterin der Tierschutzombudsstelle Wien (TOW). Laut Perry ist die Sorge unbegründet. Insbesondere im Frühjahr finden Tauben und andere Vögel auch in der Großstadt ausreichend Futter. Brot, Semmel oder menschliche Essensreste seien sowieso für Tauben nicht geeignet und können diese sogar ernsthaft krank machen.

Laut Persy wird gerade jetzt deutlich sichtbar, was passiert, wenn Tiere durch regelmäßiges Füttern in Abhängigkeit gebracht werden. Viele von ihnen haben nie gelernt, selbständig Futter zu suchen. Sie sitzen in großen Schwärmen an den angestammten Futterplätzen und wissen nicht, warum kein Nachschub kommt. Wird in dieser Situation konsequent nicht gefüttert, müssen die Tauben selbst aktiv werden und sich - wie andere Tiere auch - auf Futtersuche begeben.

"Besonders im Frühjahr finden Tauben und andere Vögel bei uns genügend Nahrung, zusätzliches Füttern ist nicht notwendig", so Persy. Im Gegenteil: Werden die Tauben immer am selben Ort gefüttert, lernen sie nicht, sich selbst zu versorgen. "Sie glauben dann, dass sie nur lange genug warten müssen und irgendwann Futter kommt. So vergeht wertvolle Zeit, in der die Tiere schwächer werden."

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