Zum Weltkatzentag am 8. August: So füttern Sie Katzen richtig

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Katzen - wer liebt sie nicht?
Katzen - wer liebt sie nicht? - © Oliver Haja / pixelio.de
Egal ob Haus- oder Rassekatze, in Österreich sind die schnurrenden Fellknäuel mit Abstand die beliebtesten Haustiere. Das Wohl der kleinen Fellnasen liegt den “Dosenöffnern” naturgemäß sehr am Herzen – was es bei der Fütterung unbedingt zu beachten gilt, lesen Sie hier.

Herr und Frau Österreicher wollen nur das Beste für ihre Stubentiger – und lassen sich das leibliche Wohl der Katzen auch einiges kosten.

Bis zu 500 Euro für Katzenfutter

Rund 1,5 Millionen Katzen leben im Bundesgebiet, fast dreimal so viele wie Hunde. Durchschnittlich geben österreichische Katzenbesitzerinnen und –besitzer nach Angaben des Tierhandelsunternehmens Fressnapf zwischen 400 und 500 Euro jährlich alleine für Ernährung aus.

Das Thema “richtige Fütterung” beinhaltet jedoch auch viele unterschiedliche Meinungen darüber, welches nun tatsächlich das beste Futter ist. Eines ist jedoch fix: Katzen sind Fleischfresser, weshalb Fleisch einen Großteil der Nahrung ausmachen sollte.

“Markenqualität” – mit Zucker und 4% Fleisch?

Es lohnt sich auf die richtige Zusammensetzung des Futters zu achten. Hier gilt: Markenware bedeutet nicht automatisch Futterqualität. Das Futter einiger der namhaftesten Konzerne enthält nur wenige Prozent Fleisch, dafür aber Füllstoffe und Inhaltsstoffe wie Zucker, die bei der Katze nur zur Gewichtszunahme führen, obwohl die Samtpfoten für “süß” gar keine Geschmacksrezeptoren besitzen. Der Blick aufs Etikett macht sie sicher.

Alternative Fleischfütterung: BARF

Möglicherweise ist BARF (Biologisch artgerechte Rohfleisch-Fütterung) eine ideale Alternativehier gilt es jedoch darauf zu achten, dass dabei wichtige Mineralstoffe supplementiert werden müssen, da es sonst zu schweren Mangelerscheinungen kommen kann. Katzen benötigen zusätzlich unter anderem auch die Aminosäure Taurin, welche sie sich in der Natur zum Beispiel über erlegte Mäuse holen.

Absolutes Tabu herrscht für Stubentiger bei rohem Schweinefleisch. Dieses kann Krankheitserreger wie das für Katzen tödliche Aujezky-Virus enthalten. Ebenso birgt es auch die Gefahr der Übertragung von Trichinen. Diese Würmer werden eingekapselt über Muskelfleisch übertragen, in dem sie jahrelang überlebensfähig sind. Diese Gefahren können mit hochwertigem Katzenfutter umgangen werden.

Nicht ohne mein Taurin

Taurin ist lebenswichtig für Katzen, da es nur in geringem Maße selbst erzeugt werden kann. Taurin beeinflusst zahlreiche Stoffwechselvorgänge und übernimmt wichtige Aufgaben in Bezug auf Augen und Herz.

Ein weiteres Problem ist, dass ein übermäßiger Verzehr von ausschließlich Schweine- oder Rindfleisch einen Kalziummangel, beziehungsweise einen Phosphorüberschuss hervorrufen kann. Daraus resultieren Hormonstörungen, brüchige Knochen und Herz- und Nierenschäden.

Um Katzen den Fleischgenuss nicht ganz zu verweigern kann jedoch abgekochtes Fleisch angeboten werden. Die Fütterung von Katzen mit Speiseresten oder –abfällen ist allerdings nicht zu empfehlen, weil Katzen die gewürzten Lebensmittel nicht vertragen und gekochte Knochen eine Lebensgefahr darstellen.

Auch auf die Menge kommt es an

Aber nicht nur die Futterzusammensetzung, auch die Futtermenge ist wichtig. Eine gemütliche Wohnungskatze verbrennt weniger Kalorien als eine Katze die den ganzen Tag draußen herumstreunt. Deshalb kann man aktiven Katzen etwas mehr Futter anbieten. Als Daumenregel für die richtige Futtermenge gilt, dass 200 bis 300 Gramm Feuchtfutter pro Tag bei einer durchschnittlichen Katze oder einem Kater ausreichend sind.

Trockenfutter: Lieber ganz weglassen?

Katzenbesitzer sind oft unsicher, welche Ernährung die Beste für ihre tierischen Samtpfoten ist. Auch Tierärzte werden immer wieder gefragt, ob Nassfutter oder Trockenfutter besser ist. Sabine Sandner-Marschallinger, Tierärztin und Fressnapf-Tierexpertin sagt: “Nassfutter bildet die Grundlage einer gesunden Katzenernährung. Katzen trinken im Allgemeinen wenig, deshalb dient das Nassfutter nicht nur der elementaren Versorgung, sondern zusätzlich auch zur Flüssigkeitsaufnahme.“

Auch Trockenfutter führt der Katze alle benötigten Nährstoffe zu, jedoch sollten immer möglichst mehrere Näpfe mit Wasser vorhanden sein, da Trockenfutter im besten Fall nur 10 Prozent Wasser enthält. „Als Abwechslung und zusätzliches Futter ist die Trockenvariante gut geeignet, da Wirkstoffe enthalten sind, die beispielsweise der Bildung von Haarbällen im Darm entgegenwirken“, so Sandner-Marschallinger. Ein idealer Katzen-Speiseplan ist eine ausgeglichene Mischung aus Feucht- und Trockenfutter. Viele Katzen sind jedoch sehr “schlechte” Trinker, weshalb im Zweifelsfall zu überlegen wäre, ob auf Trockenfutter nicht eher gänzlich verzichtet werden sollte. Alternativ sollte man seiner Katze ohnehin mindestens einen Topf mit Katzengras zur Verfügung stellen, welches das Ausscheiden von Haarballen erleichtert.

Der richtige Ort für Futter und Wasser

Ist die Entscheidung für das richtige Futter gefallen, muss nur noch ein Futterplatz eingerichtet werden. Am besten wählt man einen ungestörten Platz, an dem sich die Katze sicher fühlt.
Was die Näpfe für Futter und Wasser betrifft, ist Keramik als Material ideal. Es ist auch hygienisch am besten sauberzuhalten. Andere Materialien, wie Plastik oder Metall, können verkratzen oder eher Gerüche annehmen.

Selbstverständlich dürfen auch die Wassernäpfe nicht fehlen. Diese sollten aber nicht in der unmittelbaren Nähe des Futternapfes stehen. Katzen sind es gewohnt, ein Stück zu ihrem „Wasserloch“ zu laufen. Sie sind von Natur aus Entdecker und deshalb kann die lebenswichtige Flüssigkeitszufuhr durch einen Frischwasser-Trinkbrunnen attraktiver gestaltet werden.

Tipp für Trinkfaule: Katzenbrunnen

Ein sogenannter Katzenbrunnen sorgt für fließendes Wasser, wie es die Katzen auch in der Natur bevorzugen. Durch die Bewegung des Wassers wird dieses mit Sauerstoff angereichert, welches das Wasser im Trinkbrunnen außerdem frisch und kühl hält. Damit werden oft auch „trinkfaule“ Katzen zum Trinken animiert.

Sie haben noch keine Katze, sind sich aber sicher, dass Sie einer Samtpfote ein schönes Zuhause schenken könnten, in dem es ihr an nichts fehlt? Dann statten Sie doch dem Wiener Tierschutzhaus in Vösendorf oder dem Tierquartier einen Besuch ab.

(red)

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