Ungarn bereitet sich in Leogang auf das EM-Duell mit Österreich vor

Das ungarische Team im Trainingslager in Leogang.
Das ungarische Team im Trainingslager in Leogang. - © APA/EXPA/Johann Groder
In der Abgeschiedenheit der Salzburger Bergwelt hat sich das ungarische Nationalteam auf die EURO 2016 in Frankreich vorbereitet.

Ungarns Nationalteam bereitet sich in Österreich, im Land des ersten EM-Gegners, auf die Fußball-Europameisterschaft vor. Das Team des deutschen Trainers Bernd Storck legt dennoch großen Wert auf Abgeschiedenheit, die in der Bergwelt des Salzburger Pinzgaus in Leogang gefunden wurde.

“Eine Woche ist jetzt vergangen, wir haben tolle Bedingungen gehabt und im technisch-taktischen Bereich gut gearbeitet. Wir haben es bis jetzt nicht bereut, dass wir hergekommen sind”, sagte Storck bei der einzigen Pressekonferenz des gesamten Trainingslagers. Am Dienstag gibt der Ex-Bundesliga-Profi seinen endgültigen 23-Mann-Kader bekannt. Sechs Spieler des aktuell 29-köpfigen Aufgebots müssen das Camp dann verlassen.

Der EM-Kader bestreitet am Samstag dann das finale Testspiel gegen Deutschland in Gelsenkirchen. “Wir freuen uns auf das Spiel in Deutschland, da werden wir sehen, wo wir stehen”, meinte Storck. Nach zwei freien Tagen in Ungarn geht es für das Team dann am kommenden Dienstag ins EM-Quartier nach Südfrankreich in der Nähe von Nizza.

Was sich die Ungarn bei der EURO ausrechnen

Mit dem ersten EM-Duell gegen Österreich am 14. Juni in Bordeaux beschäftige er sich aktuell nur am Rande, sagte Storck. Die Rollen sieht er dennoch klar verteilt: “Die Topfavoriten in unserer Gruppe sind Portugal und Österreich. Österreich hat eine hervorragende Mannschaft, die sich unglaublich weiterentwickelt hat. Sie haben nun vier internationale Meister mit, allein daran sieht man die Klasse, die sie haben.”

Auf ein konkretes Ziel bei der ersten EM-Teilnahme Ungarns nach 44 Jahren legt sich der 53-Jährige nicht fest. “Wir wollen so viele Punkte wie möglich sammeln”, betonte Storck. Mittelfeldspieler Ádám Pintér wurde etwas konkreter. “Wir werden von Spiel zu Spiel schauen und in jedem Spiel das beste herausholen. Ich hoffe, wir haben die Chance, die Gruppenphase zu überstehen”, sagte der Profi von Ferencváros Budapest.

Ob er Teil des finalen Aufgebots sein wird, wusste Pintér am Montag noch nicht. Zufrieden ist der defensive Mittelfeldspieler dennoch. “Egal was passiert, ich werde glücklich sein. Denn, wenn ich nicht zur EM mitfahre, hatte ich zumindest die Gelegenheit, meinen Teamkollegen in der Vorbereitung zu helfen.” Pintér ist wie alle Spieler aus der ungarischen Liga schon lange kaserniert. Am 13. Mai startete das erste Teamcamp ebenfalls in Österreich, in Bad Kleinkirchheim. “Ich persönlich bin im Moment sehr müde, aber der Teamgeist ist sehr gut”, sagte Pinter. Die lange Vorbereitung ist speziell auf die Spieler aus der heimischen Meisterschaft abgestimmt.

Storck wird den Österreichern auf die Beine schauen

“Ich wollte Defizite aufarbeiten und auch diese Spieler auf den gleichen physischen Stand bringen, den die anderen aus den großen internationalen Ligen gewöhnt sind”, erklärte Storck. “Wenn ich sehe, wie viele Spiele auf internationalem Niveau die Österreicher gemacht haben und wie viele wir, dann haben wir da Nachholbedarf”, so Storck.

Die ungarischen Legionäre aus internationalen Topligen stießen erst zum Teamcamp in Leogang, das auf Vermittlung des deutschen U21-Trainers Horst Hrubesch zustande kam. Für Storck steht am Dienstagabend etwas Abwechslung vom Trainingsalltag auf dem Programm, er wird Österreich in Klagenfurt gegen Malta persönlich auf die Beine sehen.

Eine defensive Ausrichtung seiner Elf im ersten EM-Spiel gegen das ÖFB-Team wollte Storck noch nicht bestätigen. “Wenn man sich unsere Playoff-Spiele ansieht, ist das naheliegend. Aber wenn man punkten will, muss man auch nach vorne spielen, und das werden wir versuchen”, sagte Ungarns Teamchef.

(APA, Red.)

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