Lukaku-Cousin und Abwehr-“Tier”: Rapid und Austria verhandeln Defensiv-Zugänge

Von David Mayr
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Heiko Westermann und Boli Bolingoli-Mbombo - Wunschkandidaten bei der Austria beziehungsweise Rapid.
Heiko Westermann und Boli Bolingoli-Mbombo - Wunschkandidaten bei der Austria beziehungsweise Rapid. - © AFP Photo/dpa/Ina Fassbender, AP Photo/Emrah Gurel
Rapid buhlt um Belgien-Talent Boli Bolingoli-Mbombo, die Austria lockt Abwehr-Routinier Heiko Westermann. Indes hofft man in Hütteldorf auf Abgänge, in Favoriten werden sie befürchtet.

Der Transfermarkt öffnet zwar erst Anfang Juni, doch in den Büros der Sportchefs wird schon längst vorbereitend an der Kaderplanung für die kommende Saison getüftelt. So auch bei den Wiener Großklubs Austria und Rapid.

Deren gemeinsame Herkunft aus Österreichs Hauptstadt sorgte kürzlich bei belgischen Medien für Verwirrung. “Het Nieuwsblad” berichtete, Boli Bolingoli-Mbombo verweile zu Verhandlungen in Wien, allerdings irrte sich die Zeitung beim Verein. Der 21-Jährige ist nämlich nicht bei der Austria Thema, sondern Rapids gesuchte Verstärkung für die linke Abwehrseite.

Boli Bolingoli-Mbombo: Rapids Wunschkandidat für links hinten

Bolingoli-Mbombo ist 21 Jahre alt, Belgier mit kongolesischen Wurzeln und Cousin des Everton-Stürmers Romelu Lukaku, der aktuell von diversen Großklubs heftig umworben wird. Der Linksverteidiger vom FC Brügge kann auf seiner Seite auch offensiver eingesetzt werden und soll bei Rapid vor allem Thomas Schrammel Konkurrenz machen.

Im Frühjahr war Bolingoli-Mbombo an Brügges Ligakonkurrenten St. Truiden verliehen, insgesamt kam er in der vergangenen Saison in 31 Pflichtspielen zum Einsatz, darunter auch dreimal in der Gruppenphase der Champions League.

Nach wie vor Probleme gibt es bei Rapid mit der geplanten Kaderverkleinerung, wo es bisher praktisch keine Bewegung gibt. Trainer Goran Djuricin hat angekündigt, jeder Akteur könne sich im Trainingslager beweisen, danach werde es aber zu einem Schnitt kommen: “Es wird eine Rangliste geben, dann müssen sich die Spieler überlegen, was sie machen.”

Heiko Westermann: Ein Ex-DFB-Teamspieler für die Austria?

Wie Fredy Bickel bei Rapid, steckt auch sein Sportdirektor-Pendant bei der Austria, Franz Wohlfahrt, derzeit in Verhandlungen. Mit dem Deutschen Heiko Westermann steht ein ehemaliger Schützling von “Veilchen”-Coach Thorsten Fink in Wien-Favoriten ante portas. “Er hat eine Topeinstellung, ist ein Tier und könnte uns mit seiner Erfahrung helfen”, erklärte Fink den 33-jährigen Innenverteidiger zu seinem Wunschspieler. Wohlfahrt stellt auf “laola1.at” eine baldige Vollzugsmeldung in Aussicht: “Man kann sagen, dass die Suche nach einem Innenverteidiger erfolgreich beendet ist.”

Fink und Westermann arbeiteten zwischen Herbst 2011 und Herbst 2013 bereits in der deutschen Bundesliga beim HSV zusammen, wo Westermann unter dem jetzigen Austria-Trainer sogar Kapitän war. Nach fünf Jahren in Hamburg wechselte der frühere DFB-Teamverteidiger 2015 nach Spanien zu Betis Sevilla und letzten Sommer zu Ajax Amsterdam in die Niederlande. Beim Europa-League-Finalisten kam der 33-Jährige allerdings nur äußerst sporadisch zum Einsatz und dürfte wohl, trotz bis 2018 laufenden Vertrags, ablösefrei gehen.

Lukas Rotpuller geht – oder doch wieder nicht?

Die Suche nach einem neuen Innenverteidiger wurde bei der Austria nötig, nachdem Lukas Rotpuller seinen auslaufenden Vertrag nicht verlängert hatte. Dabei werden Erinnerungen an den Sommer 2014 wach, als der Defensivmann ebenfalls nicht mehr bei den “Veilchen” unterschreiben und unbedingt ins Ausland wechseln wollte. Allerdings zerschlugen sich diverse Optionen in Deutschland, England und Italien, sodass der Abwehr-“Löwe” Ende August doch wieder bei den Wienern anheuerte.

Diesen Sommer drohen der Austria nach dem bereits fixierten Wechsel von Ronivaldo zu Austria Lustenau noch weitere Abgänge. Allen voran Schützenkönig Larry Kayode, der auf den Sprung in eine stärkere Liga hofft. Bereits seinen Wechsel-Wunsch deponiert hat Rechtsverteidiger Jens Stryger Larsen, für beide Spieler liegen laut Wohlfahrt allerdings noch keine Angebote vor. Der bisherige Benfica-Leihspieler Kevin Friesenbichler dürfte hingegen auch nächste Saison in Violett stürmen.

Zumindest bis zu einem Angebot für Kayode liegen übrigens die Verhandlungen um Christoph Monschein auf Eis. Die Forderungen der Admira bezeichnet Wohlfahrt als “unerfüllbar und eigenartig”.

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