Interview mit Bezirkschef Gerhard Zatlokal: “Rudolfsheim ist jung und vielfältig”

Gerhard Zatlokal sprach im Interview über den Bezirk Rudolfsheim.
Gerhard Zatlokal sprach im Interview über den Bezirk Rudolfsheim. - © Foto Schuster
In unserer Interview-Reihe mit den Bezirksvorstehern aller 23 Wiener Bezirke kam auch Gerhard Zatlokal, Bezirkschef von Wien-Rudolfsheim zu Wort: “Von der Struktur und Infrastruktur her sind wir mit den Bezirken innerhalb des Gürtels durchaus vergleichbar.”

Seit 2008 ist Gerhard Zatlokal Bezirkschef von Wien-Rudolfsheim-Fünfhaus. Im Interview mit VIENNA.at erzählte er von den Unterschieden zu anderen Bezirken, zentralen Projekten die gerade im Bezirk umgesetzt werden und Zukunftsplänen nach der Wien-Wahl.

Interview mit Rudolfsheim-Fünfhaus-Bezirksvorsteher Gerhard Zatlokal

Was macht Ihren Bezirk aus?

Der 15. Bezirk ist ein aufstrebender, junger, ethnisch gesehen bunter und sehr vielfältiger Bezirk. Von der Struktur und Infrastruktur her sind wir mit den Bezirken innerhalb des Gürtels durchaus vergleichbar, denn es gibt hier eine optimale Anbindung an den öffentlichen Verkehr, es gibt viele Kindergärten und Schulen, aber es gibt nicht das grüne Hinterland, wie es die anderen westlichen Bezirke haben. Was uns von den inneren Bezirken aber ganz klar unterscheidet sind die Mietkosten. Die sind verhältnismäßig – auch dank zahlreicher Sanierungen, die von der Stadt Wien gefördert wurden – gering.

Was sind die wichtigsten Punkte in Ihrem Wahlprogramm zur Wien-Wahl? Welche Projekte sollen in den kommenden Jahren im Bezirk mit Ihrer Unterstützung umgesetzt werden?

Ein zentrales Projekt ist die Schaffung eines Gesundheitsnahversorgers im Bereich des neuen Pflegewohnhauses in der Huglgasse. Gesundheitsnahversorger bedeutet ein medizinisches Zentrum mit verschiedensten Fachrichtungen und erweiterten Öffnungszeiten, wobei ein Schwerpunkt auf Vorsorgemedizin und auch in der Behandlung chronisch kranker Menschen liegen soll. Weitere wichtige Projekte umfassen die Schaffung von mehr Übergängen für FußgeherInnen und RadfahrerInnen über das Westbahnhofgelände, die weitere Forcierung von geförderten Sanierungen, damit der Wohnraum leistbar bleibt, die Verkehrsberuhigung in den Wohngebieten, z.B. durch neue Verkehrsführungen, die “Schleichwege” durch bewohnte Gebiete unmöglich machen. Ein Fokus liegt auch in der Revitalisierung des Schwendermarktes samt seiner Umgebung. Hier sind wir auf einem guten Weg. Erst vorige Woche haben wir knapp 850 Interviews vor Ort durchgeführt, um Ideen und Wünsche der Bevölkerung einzuholen. Was übrigens schon 2016 und 2017 fix umgesetzt wird, ist der Umbau der Wasserwelt. Hier sind die Planungen in der Endphase. Auch das war ein großes BürgerInnebeteiligungsprojekt.

Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit anderen Parteien im Bezirk?

Im Großen und Ganzen sehr gut. Viele Entscheidungen in der Bezirksvertretung werden einstimmig oder mit überwältigender Mehrheit beschlossen. Dass es direkt vor Wahlen nicht immer ganz fair zugeht, ist
aber unbestritten, aber mit Sicherheit kein alleiniges Phänomen des 15. Bezirks. Ansonsten dominiert aber die Sachlichkeit, was auch gut für den gesamten Bezirk ist.

Rückblick: Was wurde in der letzten Legislaturperiode in Ihrem Bezirk umgesetzt? Auf welche Projekte sind Sie besonders stolz?

Die Liste ist lang. Daher kann ich hier nur die aus meiner Sicht wichtigsten Punkte anführen: Das neue Wiener Prostitutionsgesetz, für das ich mich auf Stadtebene sehr intensiv eingesetzt habe, ist mit Sicherheit von enormer Bedeutung für den 15. Bezirk gewesen, denn seither (November 2011) gibt es keine Straßenprostitution mehr in Rudolfsheim-Fünfhaus. Das hat die Wohn- und Lebensqualität nachhaltig für alle gesteigert, denn die Situation in der Felberstraße und in der Äußeren Mariahilfer Straße war überaus problematisch. Weitere Meilensteine waren die neue BahnhofCity Wien West sowie das neue, topmoderne Pflegewohnhaus in der Huglgasse, das dieser Tage besiedelt wird. Diese Pflegeeinrichtung bietet 328 Menschen Platz und es gibt eine medizinische Rund-um-die-Uhr-Betreuung. Und wenn wir gleich beim Gesundheitsbereich sind, dann möchte ich hervorheben, dass wir als erster Bezirk eine Bezirksgesundheitskonferenz ins Leben gerufen haben. Daraus sind so tolle Pilot-Projekte wie das Wasserschulprojekt – an allen Volksschulen wird das Wassertrinken offensiv gefördert – oder das Zahnvorsorgegesundheitsprojekt in den Kindergärten entstanden. Außerdem haben wir die Schulen saniert und auch als erster Bezirk das Fair-Play-Team ganzjährig im Einsatz gehabt. Es freut mich, dass immer mehr junge Menschen in den 15. Bezirk ziehen, und dass es gelungen ist, Projekt für Projekt unser negatives Image der Vergangenheit los zu werden.

Wo sehen Sie Ihre Partei bei der Gemeinderatswahl 2015?

Bei der Gemeinderatswahl gehe ich davon aus, dass unser Bürgermeister Dr. Michael Häupl wieder mit der notwendigen Unterstützung ausgestattet wird, um unsere Stadt auch in den kommenden Jahren positiv weiterentwickeln zu können. Für die Bezirksvertretung denke ich doch, dass unsere positive Bilanz und auch unsere Visionen für den 15. Bezirk die BewohnerInnen überzeugen werden, SPÖ zu wählen. Ich hoffe natürlich auf eine größtmögliche Unterstützung, damit weiterhin der erfolgreiche Rudolfsheim-Fünfhauser Weg weitergeführt werden kann und das Klima im Bezirk weiterhin von Toleranz und Respekt geprägt ist.

>> Weitere Infos zur Wien-Wahl 2015 finden Sie in unserem Special.

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