Gegen “Homofeindlichkeit”: Zwei Kuss-Flashmobs in Wien

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In Wien finden zwei Kuss-Flashmobs als Reaktion auf aktuelle Ereignisse statt
In Wien finden zwei Kuss-Flashmobs als Reaktion auf aktuelle Ereignisse statt - © EPA/PANAGIOTIS MOSCHANDREOU (Sujet)
Küssend ein Zeichen setzen: “Küssen für Orlando” heißt es am Freitag am Wiener Rathausplatz zum Gedenken an die Opfer des Orlando-Massakers. “Love is never wrong” ist wenige Tage später das Motto eines ÖH-Flashmobs vor der Hauptuni als Reaktion auf küssende Frauen, die der Uni verwiesen wurden.

Männer küssen Männer, Frauen küssen Frauen – so die Idee hinter dem “Kuss-Flashmob für Orlando”, der am Freitag um 15:00 Uhr vor dem Wiener Rathaus stattfindet. “Egal ob du schwul, lesbisch, bi, trans oder hetero bist… gegen einen derartig grauenhaften Angriff auf die Freiheit und die Menschenrechte kann jeder ein Zeichen setzen”, so die Veranstalter in der Facebook-Gruppe zum Event.

Orlando-Massaker gegen Homosexuelle gerichtet

Zur Erinnerung: Das schlimmste “mass shooting” in der Geschichte der USA gilt als der schwerste Angriff seit den Anschlägen vom 11. September 2001. Es ereignete sich am vergangenen Wochenende und richtete sich gezielt gegen schwule und lesbische Besucher eines Nachtclubs in Orlando. Das Massaker, hinter dem der Einzeltäter und IS-Anhänger Omar Mateen stand, forderte 50 Tote und zahlreiche Verletzte. Mateen steht im Verdacht, selbst homosexuell gewesen zu sein und aus Selbsthass gehandelt zu haben. Er selbst wurde im Zuge des Massakers von Sicherheitskräften erschossen. Weltweit gab es Solidaritätsbekundungen mit den Opfern von Orlando – der Kuss-Flashmob am Wiener Rathausplatz gehört dazu.

Küssende Frauen der Uni verwiesen

Gegen “Homofeindlichkeit” und für Solidarität richtet sich auch ein Kuss-Flashmob, der am Mittwoch vor der Wiener Hauptuni stattfinden wird. Auslöser dafür war ein Vorfall am 15. Juni, bei dem zwei einander küssende Frauen von einer Securitymitarbeiterin an der Uni Wien aufgefordert wurden, dies zu unterlassen. “Unpassendes Verhalten in der Öffentlichkeit” wurde den Studentinnen vorgeworfen. Weiters hatte die Securitymitarbeiterin ihr Einschreiten damit begründet, dass die Frauen sich in einem öffentlichen Raum befänden, “es ja nicht sexy ausschaut” und die Portiere “das auch nicht mehr sehen wollen”, so die HochschülerInnenschaft (ÖH).

Kuss-Flashmob gegen “Homofeindlichkeit”

Als Reaktion darauf ruft die ÖH zum Kuss-Flashmob Love is never wrong! Küssen gegen Homofeindlichkeit, der am 22. Juni 2016 um 12 Uhr vor dem Hauptgebäude der Universität Wien über die Bühne gehen soll. “Diese Kommentare sind an Widerlichkeit kaum zu überbieten, unterstellen sie doch, dass Frauen* sich nur küssen dürften, wenn sich Andere dadurch sexuell angezogen fühlen”, beanstanden die Veranstalter auf Facebook.

>>Küssende Frauen an Uni Wien erhalten Verweis: ÖH ortet “Homofeindlichkeit”

(red)

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