Gegen-Demo zum Akademikerball 2017 ohne Zwischenfälle beendet

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Polizisten während der Demonstration am Stephansplatz, wo diese friedlich endete
Polizisten während der Demonstration am Stephansplatz, wo diese friedlich endete - © APA/HANS PUNZ
Mit weniger Teilnehmern als in den Vorjahren und ohne Zwischenfälle ist die Demonstration gegen den von der FPÖ ausgerichteten Akademikerball in der Wiener Hofburg am Freitagabend beendet worden.

Laut Polizei marschierten gegen 19.00 Uhr rund 2.800 Personen als Protest gegen den Akademikerball durch die Innenstadt, die Veranstalter zählten rund 4.000 Teilnehmer. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies dennoch eine deutliche Reduktion.

Kleinere Demonstration: Teilnehmer-Angaben variieren

Trotz des Zustroms zum Protestzug der “Offensive gegen Rechts” (OGR) in den Abendstunden dürfte die Demonstration kleiner als in den Jahren zuvor ausgefallen sein. Im Vorjahr zählte die Polizei zu Beginn rund 3.000, später etwa 5.000 Teilnehmer; die Veranstalter sprachen damals von rund 8.000 Demonstranten.

Die Teilnehmer kritisierten zu Beginn der Kundgebung nicht nur den Akademikerball selbst, sondern auch die Regierung und insbesondere Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) wegen dessen Forderung nach einer Einschränkung des Demonstrationsrechtes. Gegen 19.15 Uhr war der Demonstrationszug am Stephansplatz angekommen, wo die Schlusskundgebung stattfand und die Demo schließlich beendet wurde.

Akademikerball: Seit Jahren Protest gegen das Event

Die Kritik an dem von der FPÖ ausgerichtete Akademikerball führt seit Jahren zu Protesten, in der Vergangenheit kam es dabei auch zu teils gewalttätigen Auseinandersetzungen mit der Polizei und auch zu Sachbeschädigungen. Von Kritikern wird der Ball als Vernetzungstreffen der europaweiten rechten Szene gesehen. Im Jahr 2012 hatte die Hofburg BetriebsgesmbH nach massiven Protesten gegen den Ball entschieden, die Veranstaltung unter der Schirmherrschaft des Wiener Korporationsring (WKR) nicht mehr zuzulassen. Daraufhin wurde der Ball in “Wiener Akademikerball” umbenannt und wird seit 2013 nicht mehr vom WKR, sondern von der Wiener FPÖ ausgerichtet.

Erste FPÖ-Besucher beim Ball in der Hofburg

Besucht wird der umstrittene Ball alljährlich auch von prominenten Vertreter der Freiheitlichen. Auch FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache hat sich für heuer erneut angesagt, er wird laut Auskunft seines Büros Begrüßungsworte sprechen. Gegen 19.15 Uhr bei der Hofburg bereits eingetroffen waren Ex-FPÖ-Bundespräsidentschaftskandidat und Dritter Präsident des Nationalrates, Norbert Hofer, Burgenlands Landeshauptmannstellvertreter Johann Tschürtz sowie der ehemalige Dritte Nationalratspräsident Martin Graf (alle FPÖ). Die Eröffnung des Balls war für 21.00 Uhr angesetzt.

Kritik von roten Jugendorganisationen

Kritik am Ball kam am Freitag vor Beginn der Demonstrationen auch von den roten Jugendorganisationen: “Jahr für Jahr müssen wir darauf aufmerksam machen, dass Rassismus, Rechtsextremismus, Faschismus, Antisemitismus und Intoleranz keinen Platz in unserer weltoffenen Gesellschaft haben dürfen und warum die extreme Rechte in den Räumlichkeiten der Republik keinen Platz finden kann. Wir werden nicht müde, dies zu wiederholen!”, hieß es in einer Aussendung von AKS, Roten Falken, der FSG-Jugend sowie VSSTÖ, Sozialistische Jugend und Junge Generation. Auch sie übten besondere Kritik an Sobotka. Auch die Österreichische Hochschülerschaft protestierte via Aussendung gegen den Ball.

>>Live zum Geschehen rund um den Akademikerball

(apa/red)

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