Friede, Freude, Quotenbringer: Alles, was man über den ESC wissen muss

Von Sarah van den Berg
Conchita Wurst hat den ESC nach Österreich geholt.
Conchita Wurst hat den ESC nach Österreich geholt. - © EPA
Das 60-jährige Jubiläum des Eurovision Song Contests haben die Autoren Mario R. Lackner und Oliver Rau zum Anlass genommen, um ein Standardwerk über den europäischen Musikwettbewerb zu schreiben, das seinesgleichen sucht. Nicht nur vom Umfang her – das Werk zählt stolze 580 Seiten -, sondern vor allem wegen seiner Herangehensweise.

Mario R. Lackner und Oliver Rau zeigen mit ihrem Buch, dass sie das Wesen des Song Contests verstanden haben, denn beim größten europäischen Musikwettbewerb stehen zwar die Künstler im Scheinwerferlicht, aber die Fans im Mittelpunkt. Und diese kommen in “Friede, Freude, Quotenbringer” ausführlich zu Wort, um zu berichten, was der ESC für sie bedeutet. Insgesamt enthält das Buch mehr als 70 Interviews, neben den Fans wurden aktuelle und ehemalige Teilnehmer, Wissenschafter und die verantwortlichen des ESC 2015 in Wien befragt.

Ein Rückblick auf 60 Jahre Musikgeschichte

Gegliedert ist das Buch in zwei “Reisen”: Einerseits auf einer zeitlichen, andererseits auf einer räumlichen Ebene. Zeitlich wird ein Rückblick gewagt: Nach einer Einführung in das “Basiswissen Grand Prix” widmet sich ein Kapitel mit dem Titel “Building Bridges” dem Song Contest in Wien. Anschließend schaut man in Etappen zurück: Vom Sieg Conchitas 2014 in Kopenhagen bis zu Lordis “Hard Rock Hallelujah”, vom Sieg für Griechenland im Jahr 2005 bis zum ESC in Oslo 1996, von Dublin 1995 bis Bergen 1986,von Göteborg 1985 bis Amsterdam 1976, von Stockholm 1975 bis Luxemburg 1966 und von Neapel 1965 bis zum allerersten Song Contest in Lugano 1956. Ganz am Schluss gibt es unter dem Motto “Zurück in die Zukunft” einen Ausblick der ESC-Kennerin Karin Pointner, die davon ausgeht, dass die Teilnahme Australiens beim Song Contest nicht als Vorbote für eine Öffnung des Musikwettbewerbs zu einem weltweiten Wettbewerb zu verstehen sei.

Auf der räumlichen Ebene gibt es in dem Buch sechs “Reise-Etappen”, in denen insgesamt 50 Länder porträtiert werden. Wer hat wann, wie oft und mit welchem Erfolg am Bewerb teilgenommen? – Diese Fragen lassen sich mit kurzem Nachschlagen sofort beantworten.

Alles, was man über den ESC wissen muss?

Das Buch ist definitiv sowohl Nachschlagewerk, als auch unterhaltendes Sachbuch, das man in einem durchlesen kann. Wird alles behandelt, was man über den ESC wissen muss? Neben der musikalischen wird auch die politische Dimension des Song Contests nicht ausgelassen. Dass hinter dem Sieg von Conchita Wurst beispielsweise viel mehr steckt, als nur ein musikalischer Erfolg für Österreich, wird hier reflektiert.

Das Buch eignet sich für jene, die wenig über den ESC wissen und mehr über die Hintergründe erfahren wollen und für jene, die schon viel wissen und einen Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Das “Jubelbuch” über den Song Contest, wie es einer der Autoren in der Entstehungsphase gerne nannte, ist weitaus mehr als das. Es ist ein Standardwerk.

Buchtipp: Mario R. Lackner, Oliver Rau: Friede, Freude, Quotenbringer, #60JahreSongcontest, Edition Innsalz, 576 Seiten, 22 Euro, ISBN 978-3-902981-57-8

Alle News rund um den ESC finden Sie in unserem Themen-Special.
(SVA)

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