Der Song Contest von A bis Z: Von Australien bis Zuschauer

Der größte Musikwettbewerb von A nach Z aufgedröselt
Der größte Musikwettbewerb von A nach Z aufgedröselt - © EPA
Voilà, das ABC zum ESC: Der Eurovision Song Contest ist nicht nur die größte Musikshow der Welt und lässt sich deshalb nicht nur wunderbar in Zahlen über Zuschauer, LED-Lichter und Landessieger ausdrücken, sondern  auch von A bis Z aufdröseln.

Der 61. Song Contest von A bis Z – hier können auch Fans noch etwas über den größten Musikwettbewerb lernen.

Das ESC-Alphabet: Was neu ist – und was bleibt

AUSTRALIEN: Ist heuer bereits zum zweiten Mal mit an Bord des Song-Contest-Tankers. Der Grund: Im Jubiläumsjahr hatte sich der ORF im Vorjahr für den Auftritt des ESC-begeisterten Landes stark gemacht. Und ob des erfolgreichen Einsatzes mit Platz 5 im Vorjahr bleibt man dabei.

BELLOWITSCH, KATI: Die Expertin für Kindersendungen beweist seit 2011 heuer schon zum sechsten Mal in Folge, dass sie als Österreich-Vertreterin die magischen Worte “And 12 Points go to (…).” auch dem erwachsenen Teil Europas verkünden kann.

CHARTHITS: Viele Wettbewerbslieder landen zumindest in den Hitparaden ihrer Heimatländer auf den vorderen Plätzen. Doch einige Songs schaffen es auch international in die Charts, allen voran “Waterloo”, mit dem ABBA 1974 den Sieg holte und eine Weltkarriere startete.

DRAGQUEEN: Selten sorgte eine Teilnehmerin für so viel Aufsehen wie Österreichs Teilnehmerin Conchita Wurst (“Rise Like A Phoenix”) 2014. Eine Dame mit Vollbart schien allerdings nur im Vorfeld für viele Menschen eine Überforderung zu sein, denn am Ende sorgte sie für den zweiten Triumph Österreichs in der ESC-Geschichte. Die Folge waren nicht nur Jubelstürme in der Heimat, sondern ein internationaler Erfolgslauf von Paris über Sydney bis Los Angeles.

Bewerb bald ein Vierteljahrhundert als ESC

EUROVISION SONG CONTEST: Heißt der Wettbewerb nun auch schon bald ein Vierteljahrhundert. Im deutschsprachigen Fernsehen nannte man ihn anfangs Grand Prix Eurovision de la Chanson. 1960 bereits hieß der Wettbewerb in Großbritannien allerdings Eurovision Song Contest, und 1992 wurde dieser Titel international anglisiert vereinheitlicht.

FANS: Hardcore-Anhänger reisen zu jedem Eurovision Song Contest. Die Fanclubs und ihre Mitglieder bringen mit Fahnen und viel Begeisterung die Hallen zum Toben. Der Anteil Schwuler liegt dabei unter ESC-Fans höher als in der Gesamtbevölkerung. Warum auch immer…

GLOBE ARENA: Die Location im Stockholmer Süden setzte sich beim nationalen Bewerb gegen Göteborg durch. Die Halle wird maximal 16.000 Besucher fassen können und Stockholm zum dritten Mal zur ESC-Stadt machen.

HORN, GUILDO: Läutete als Teilnehmer für Deutschland 1998 die Ära von Stefan Raab als ESC-Impresario ein.

Der ESC von A bis Z

IRLAND: Das erfolgreichste Teilnehmerland des Eurovision Song Contest. Sieben Siege hat Irland auf dem Konto, wenn die auch schon eine Weile her sind: 1970, 1980, 1987, 1992, 1993, 1994 und 1996. Zweimal davon gewann Johnny Logan – 1980 mit “What’s Another Year” und 1987 mit “Hold Me Now”.

JÜRGENS, UDO: Vor Conchita Wurst der andere Sieger für Österreich. Jürgens vertrat seine Heimat von 1964 bis 1966. Im Jahr 1966 gewann er dann den Wettbewerb mit “Merci Cherie”.

KNOLL, ANDI: Ein echter ESC-Veteran, moderiert der 43-jährige Tiroler heuer doch bereits zum 16. Mal gewohnt charmant-ironisch den Song Contest für den ORF.

LENA MEYER-LANDRUT: Vielleicht der erfolgreichste deutsche Musikexport mit Doppelnamen seit Felix Mendelssohn Bartholdy. Dank der Sängerin holte Deutschland im Jahr 2010 nach 28 Jahren wieder die ESC-Krone.

Wissenswertes zum Song Contest

MAKEMAKES: Die drei Burschen aus dem Salzkammergut holten als Titelverteidiger für Österreich beim Heim-ESC mit 0 Punkten immerhin den vorletzten Platz – Deutschland kam dank einer Regel bei Gleichstand noch einen Platz dahinter zum Liegen.

NORWEGEN: Das ESC-Land der Extreme. Der skandinavische Staat erreichte zwar drei Mal den 1. Platz im Ranking – aber hält mit drei Mal 0 Punkten zugleich den Rekord an Flops in der Geschichte des Song Contests.

POIER, ALF: Vor Conchitas Triumph der bis dato erfolgreichste Österreich-Vertreter beim Song Contest seit der Jahrtausendwende. 2003 erreichte sein “Weil der Mensch zählt” überraschend Platz 6 in Riga.

QUATSCHTITEL: Zum Beispiel “Lalala” 1968 als Siegertitel für Spanien, 1969 “Boom-Bang-A-Bang” aus Großbritannien, 1975 “Ding-A-Dong” aus den Niederlanden oder 1984 “Diggi-Loo, Diggy-Ley” aus Schweden.

Irische Tänzer, glückloses Österreich

RIVERDANCE: Der weltweite Siegeszug der keltischen, armlosen Tanzformation ist dem ESC zu verdanken, zog die Truppe doch während des Eurovision Song Contests 1994 im irischen Dublin mit einer Pausenaufführung die Aufmerksamkeit auf sich.

SIEGEL, RALPH: Er ist der Mr. Grand Prix: 24 Mal nahm der Komponist und Produzent am Song Contest teil. Mit Nicole und “Ein bisschen Frieden” errang er den ersten Sieg für Deutschland. Nach vier Jahren in Folge als Vertreter San Marinos ist Siegel heuer in Stockholm nicht mit von der Partie – kam er beim deutschen Vorentscheid doch nur auf Platz 4.

TWELVE POINTS: “Austria, twelve points”, “L’Autriche, douze points”. Die Punktevergabe entscheidet nicht nur über Sieg und Niederlage, sondern gehört auch zu den Kult-Elementen des ESC. Um das Prozedere angesichts der vielen Teilnehmerländer zu straffen, werden im Finale mittlerweile nur noch die höheren Punkte-Kategorien live vorgetragen.

UNTER FERNER LIEFEN: Hier positionierten sich in den Vorjahren oft genug die österreichischen Contest-Vertreter – wenn man von Conchita absieht.

ESC-Motto: Nicht ohne meine Windmaschine?

VORENTSCHEID: Wollte sich Deutschland heuer eigentlich ersparen. Nach Protesten gegen die Kür von Xavier Naidoo durch den NDR griff man aber doch notgedrungen zum altbewährten Format.

WINDMASCHINE: Scheint bei vielen Auftritten nicht fehlen zu dürfen. Nur so fliegen Haare und Roben.

XAVIER NAIDOO: Wäre heuer fast für Deutschland beim ESC angetreten – hätte der NDR nach Protesten gegen vermeintliche homophobe und rechte Aussagen des Sängers sich nicht doch anders entschieden.

Y-CHROMOSOM: Will man Erfolg haben beim Song Contest, so ist es historisch betrachtet nicht unbedingt ein Vorteil, wenn man über ein Y-Chromosom verfügt. Bei den bisher 60. Ausgaben des Wettsingens haben nämlich ganze 35 Mal Frauen den Sieg davon getragen – und hier sind die Triumphe von Dana International sowie Conchita Wurst noch nicht eingerechnet. Männliche Solokünstler standen hingegen nur neun Mal ganz oben.

ZUSCHAUER: Den Grand Prix vor dem Fernseher zu verfolgen, ist nach wie vor eine lieb gewonnene Tradition. Schätzungsweise 125 Millionen Menschen schauen nach Angaben der Veranstalter jedes Jahr beim Finale des Eurovision Song Contest zu, 200 Millionen, wenn man die Halbfinale einrechnet.

>>Mehr zum Eurovision Song Contest

(apa/red)

Leserreporter
Bild an VOL.AT schicken


0Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann. Kommentare von registrierten Usern werden sofort freigeschaltet - hier registrieren!

noch 1000 Zeichen