Bedeutung der Wiener Straßennamen: Unterwegs im 7. Bezirk

Von Nina Tatschl
Die Bedeutung der Straßennamen im 7. Bezirk im Überblick
Die Bedeutung der Straßennamen im 7. Bezirk im Überblick - © Schaub-Walzer / PID
Der 7. Wiener Gemeindebezirk wurde 1850 in die Stadt eingegliedert. Die Geschichte des heute sehr beliebten Stadtteils findet sich nach wie vor in einigen Straßennamen.

Wer im 7. Bezirk wohnt, lebt “am Neubau”, der Bezitk zählt zu den drittkleinsten Bezirken der Stadt, entstand 1693 und wurde bereits 1621 das erste Mal ukrundlich erwähnt.

Die Geschichte der Straßennamen in Neubau

Die Gegend bestand früher aus den Vororten Neubau, Sankt Ulrich, Schottenfeld, Spittelberg, Altlerchenfeld, Mariahilf und Laimgrube. Heute leben über 31.000 Wiener in dem Bezirk. Die Geschichte des Bezirks findet sich noch in einigen Straßennamen. Hier eine kleine Auswahl:

Museumsplatz

Usprünglich hieß der Platz, der vom 1. in den 7. Bezirk reicht, “Am Glacis”, “Hofstallstraße”, “Museumsstraße” und “Messeplatz”. Erst 1996 erhielt er den heutigen Namen.  Die ehemaligen Hoftstallungen wurden später als Museumsquartier genutzt.

Burggasse

Die Gasse erhielt 1862 ihren Namen und ist nach ihrer Ausrichtung auf die Wiener Hofburg benannt. 1885 wurde die Straße bis zum Gürtel verlängert.

Siebensterngasse

Die Straße ist seit 1862 nach dem Haus Nummer 15 benannt, welches das “Haus zu den sieben goldenen Sternen” war.

Stiftgasse

Benannt wurde die Gasse 1862 nach dem Stiftungshaus des Hofkammerrates Johann Konrad Richthausen, Freiherr von Chaos (1604-1663), einem Haus, in dem arme Knaben erzogen wurden. Später war es unter anderem eine Adelingenakademie genutzt und heute ist es eine Kaserne.

Zollergasse

Die Straße ist nach Michael von Zollern (1665-1756) benannt, der die “Zollerschule” errichtete, in welcher arme Kinder unterrichtet wurden.

Neubaugasse

Die Neubaugasse besteht seit 1862 und weist auf die alte Vorstadt hin.

Zieglergasse

Dort wo sich heute die Zieglergasse befindet, standen früher Zieglereien und 1862 erhielt die Gasse ihren heutigen Namen.

Schottenfeldgasse

Die Gasse ist nach dem ehemaligen Vortort “Schottenfeld” benannt, das 1850 zum 7. Bezirk hinzu kam. Die Gegend um die Gasse war im Besitz des Schottenstiftes.

Stollgasse

Die Gasse wurde 1896 nach Dr. Maximilian Stoll (1742-1787) benannt. Er war Arzt und Fachschriftsteller.

Kenyongasse

Die Straße ist nach Eugenie Louise Kenyon-Turovsky (1806-1877) benannt, die einen großen Teil ihres Vermögens an das Sophienspital spendete.

Neustiftgasse

Die Straße wurde zur Wahrung des Ortsnamens 1862 benannt, welcher erstmals 1315 ukrundlich erwähnt wurde und 1850 in den 7. Bezirk eingegliedert wurde.

Spittelberggasse und Spittelberg

Die Gasse erhielt 1862 ihren Namen und sollte an den Vorort erinnern. Spittelberg war von 1696 bis 1795 im Besitz des Bürgerspitalfonds (Spitalberg) und war bis 1850 eine eigene Gemeinde. Die Gegend rund um die Gasse hatte bis in die Mitte des 20. Jahrunderts wegen ihrer engen Bebauung, die zu schlechter Gesundheit der Bewohner beitrug, einen schlechten Ruf. Das Gebiet war lange eine Hochburg der Prostitution.

Mariahilfer Straße

Die Straße reicht vom 6., 7., 14. in den 15. Bezirk und sie gibt es seit 1897. Die Straße erinnert an die einstige Vorstadt.

123Autor: Peter Autengruber, Verlag: Pichler Verlag Kosten: 19,90 Euro ISBN: 978-3-85431-599-5

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(NTA)

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