Bedeutung der Wiener Straßennamen: Unterwegs im 6. Bezirk

Von Nina Tatschl
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Hinter den Straßennamen Wien steckt viel Geschichte
Hinter den Straßennamen Wien steckt viel Geschichte - © Schaub-Walzer / Kromus/PID
Mariahilf wurde 1850 eingemeindet und 1861 zum 6. Wiener Gemeindebezirk ernannt. Noch heute findet sich viel Geschichtliches in den Straßennamen. VIENNA.at gibt einen kurzen Überblick.

Viele Straßen Wiens sind nach geschichtlichen Ereignissen oder historischen Personen benannt. Oft ist die genaue Geschichte dahinter nicht weiter bekannt.

Die Geschichte der Straßennamen in Mariahilf

Von Straßen, die nach Befestigungsanlagen benannt oder ehemaligen Vorstädten benannt sind, bis hin zu wichtigen Persönlichkeiten – wenn man sich die Bedeutung hinter den Straßennamen ansieht, bekommt man oft ein Bild von der Geschichte der Stadt.

Gumpendorfer Straße

Die Straße deutet noch heute auf den ehemaligen Vorort “Gumpendorf” hin. Dieser entwickelte sich entlang des Wienflusses und zählte zu einer der dicht besiedeltsten Vorstädte Wiens. 1850 wurde er in den 6. Bezirk eingegliedert.

Windmühlgasse

Das genaue Benennungsdatum ist bis heute unbekannt. Die Gasse ist nach den ehemaligen Vorstädten “Obere Windmühle” und “Untere Windmühle” benannt. Auch diese Gemeinden wurden 1850 eingemeindet. Der Name leitet sich nach einer um 1562 errichteten Windmühle ab.

Fillgradergasse

Die Gasse ist nach Marie Anna Fillgrader (1763 bis 1831) benannt. Sie gründete eine Stiftung für verarmte Bürger.

Magdalenenstraße

Der Bereich in dem sich die Magdalenenstraße erstreckt zählt zu den ältesten Teilen des 6. Bezirks. Benannt ist die Straße nach dem ehemaligen Vorort “Magdalenengrund”, welcher nach der Magdalenenkirche benannt wurde.

Amerlingstraße

Die Straße ist nach Friedrich Ritter von Amerling (1803 bis 1887) benannt. Er war ein Porträtmaler und wohnte von 1828 bis 1831 und nach seiner Rückkehr aus Italien von 1833 bis 1840 im Palais Strozzi.

Mollardgasse

Die Gase ist nach der Adelsfamilie Mollard benannt und erhielt 1862 ihren Namen. Die Familie lebte in Niederösterreicht und hatte von 1629 an die Herrschaft des Vororts “Gumpendorf” inne, bis sie diesen 1786 an die Gemeinde Wien verkaufte.

Liniengasse

Die Gasse führte früher zum Linienwall, einer unter Prinz Eugen angelegten Befestigungsanlage zum Schutz der Vorstädte und später als Steuergrenze Bedeutung bekam.

Millergasse

Die Gasse ist nach Franz Matthias Miller (1798 bis 1876) benannt. Er war ein Stahlwarenerzeuger und Grundrichter von Gumpendorf.

Mariahilfer Straße

Die Straße reicht vom 6., 7., 14. in den 15. Bezirk und sie gibt es seit 1897. Die Straße erinnert an die einstige Vorstadt. Mariahilf war 1660 bis 1850 eine selbstständige Gemeinde.

123Autor: Peter Autengruber, Verlag: Pichler Verlag Kosten: 19,90 Euro ISBN: 978-3-85431-599-5

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(NTA)

 

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