Zumtobel soll an die Börse

Der Vorarlberger Beleuchtungskonzern Zumtobel will laut einem Zeitungsbericht in zwei bis drei Jahren fit für die Börse sein.

Vorher muss der von UBS Warburg geholte und seit September 2003 amtierende Zumtobel-Chef Andreas Ludwig aber den Turnaround schaffen. Das Jahresergebnis werde heuer wieder die „Nulllinie“ erreichen, wird Ludwig in der Wochenendausgabe der „Presse“ zitiert. Im Jahr 2002/03 (Ende April) hat Zumtobel noch einen Verlust von 39,1 Mio. Euro eingefahren.

Die Industriellenfamilie Zumtobel hält an der Zumtobel AG knapp mehr als die Hälfte, beim Thorn-Kauf im Jahr 2000 war die New Yorker Buy-out-Gesellschaft KKR (Kohlberg, Kravis Roberts) eingestiegen. Die Amerikaner sind mittlerweile mit 49,5 Prozent beteiligt. Wie von der APA berichtet, praktiziert der weltgrößte Buy-out-Spezialist einen „Exit“ üblicherweise über Börsengänge. Allein im Jahr 2003 brachte KKR drei große Beteiligungen mit Gewinn an die Börse: Die kanadische Yellow Pages Group, den Elektrokomponenten-Hersteller Amphenol und den britischen Versicherungsmakler Willis. Für den Frankfurter Kommunikationsdienstleister Tenovis wird jetzt wie heute, Freitag, berichtet ebenfalls ein Börsengang geprüft.

Zumtobel-Chef Ludwig rechnet in den kommenden zwei bis drei Jahren mit einem Ausstieg von KKR, wie er auch der „Presse“ sagte. Der KKR-Anteil könnte entweder an einen anderen Finanzinvestor, einen strategischen Partner oder über die Börse verkauft werden. Ein Teil des Aktienpakets in noch nicht bestimmter Höhe soll für Mitarbeiter reserviert werden. Ein Stock-Options-Programm, das derzeit ausgearbeitet wird, soll sie künftig am Ergebnis beteiligen.

Der Umsatz des Zumtobel-Konzerns wird im laufenden Geschäftsjahr 2003/04 (per Ende April) laut Ludwig um etwa 2 bis 3 Prozent niedriger ausfallen als im Jahr davor, in dem bereits ein Rückgang von 4,3 Prozent auf 1,187 Mrd. Euro verzeichnet wurde. Das Umsatzminus sei auf den Preisdruck und die schwache Entwicklung in der Baubranche zurückzuführen.

Das 7.500 Mitarbeiter zählende Vorarlberger Unternehmen hat sich ein massives Sparprogramm verpasst, um seine Kosten zu senken. Zuletzt, schreibt die „Presse“, sei die komplette EDV-Infrastruktur mit 55 Mitarbeitern an Atos Origin ausgelagert und verkauft worden. Rund 11 Mio. Euro sollen dadurch pro Jahr eingespart werden. Im neuen Geschäftsjahr soll sich der von Branchenexperten prognostizierte, aber laut Ludwig „noch nicht gespürte“ leichte Aufwärtstrend am Bau wieder auf das Ergebnis auswirken.

Zufrieden zeigt sich der Zumtobel-Chef mit der vor vier Jahren „zu teuer“ eingekauften Thorn-Gruppe aus Großbritannien, die zuletzt einen Großauftrag des Londoner Flughafens Heathrow gewinnen konnte.

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