Zum Weltnichtrauchertag: Ärzte fordern mehr stationäre Rauchentwöhnung

Einen sselbst organisierten Rauchstopp sehen Ärzte als weniger erfolgsversprechend an als die stationäre Variante
Einen sselbst organisierten Rauchstopp sehen Ärzte als weniger erfolgsversprechend an als die stationäre Variante ©Pixabay (Sujet)
Laut Experten deutlich Erfolg versprechender als ein selbst organisierter Rauchstopp: Lungenfachärzte empfehlen den Ausbau des stationären Angebots zur Rauchentwöhnung.
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Gemeinsam und in einem speziellen Setting abseits des Alltags gelinge der Schritt in eine qualmlose Zukunft einfach leichter, hieß es am Donnerstag in einer Aussendung der Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP). Alle pulmologischen Rehazentren bieten Programme zur Tabakentwöhnung an. Neben ambulanten Optionen gibt es in einigen Gesundheitseinrichtungen auch stationäre Rauchentwöhnung, wurde betont.

Team aus Psychologen und Ärzten hilft beim Rauch-Stopp

In den stationären Einrichtungen steht ein multiprofessionell-interdisziplinäres Team aus Psychologen und Ärzten bereit. Nach einer diagnostischen Untersuchung werden gemeinsam mit dem Patienten Ziele definiert und ein individuelles Rehaprogramm maßgeschneidert. "In den drei Wochen Aufenthalt erhalten unsere Patientinnen und Patienten auch zahlreiche Informationen und Anregungen für eine langfristige Lebensstilmodifikation, die auch Sport und Bewegung sowie eine Änderung der Ernährungsgewohnheiten umfasst, da der Rauchstopp oftmals mit einer Gewichtszunahme einhergeht", erläuterte Gabriele Reiger, ärztliche Leiterin des PVA-Rehabilitationszentrums Weyer.

Rauchen ist eine Sucht - Nikotin vergleichbar mit Heroin

Die psychologische Unterstützung sei außerordentlich wichtig. "Rauchen ist keine 'schlechte Angewohnheit', Rauchen ist eine Sucht! Das Abhängigkeitspotenzial von Nikotin ist dem von Heroin gleichzusetzen", betonte Reiger. Im Zuge von Einzel- und Gruppenberatungen werden das Rauchverhalten unterstützende Mechanismen und Muster aufgedeckt und analysiert sowie Motivationen für einen Rauchstopp an die Hand gegeben. Neben Nikotinersatzprodukten wie Pflaster und Kaugummi können bei der stationären Entwöhnung Medikamente zum Einsatz kommen, die Rauchverlangen, Entzugssymptome und die belohnenden und verstärkenden Effekte des Rauchens reduzieren oder stimmungsaufhellend wirken.

"Ausbau der stationären Tabakentwöhnung wünschenswert"

"Die Unterstützung Entwöhnungswilliger ist ganz bestimmt ausbaufähig", sagte ÖGP-Generalsekretär Bernd Lamprecht. "Ein Ausbau der stationären Tabakentwöhnung wäre wünschenswert." Ein Rauchstopp zahle sich immer aus, "denn wer mit dem Rauchen aufhört, reduziert eine Vielzahl gesundheitlicher Risiken", betonte der Vorstand der Klinik für Lungenheilkunde am Kepler Universitätsklinikum in Linz anlässlich des bevorstehenden Weltnichtrauchertags am 31. Mai.

Informationen über Gesundheitseinrichtungen, die eine stationäre Tabakentwöhnung anbieten, finden Sie hier.

(APA/Red)

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