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Zulieferer warten weiter auf Corona-Hilfen: "Hängen in der Luft"

Betroffener Unternehmer: "Wir hängen weiter in der Luft"
Betroffener Unternehmer: "Wir hängen weiter in der Luft" ©APA
Jene Firmen, die vor allem der Gastronomie und Hotellerie zuliefern, warten seit Monaten auf Coronahilfen. Vorerst ist weiter offen, wann sie ihre Lockdown-Hilfen bekommen, vorher müssen jene für die direkt vom Lockdown betroffenen abgeschlossen sein.
Gastro-Zulieferer wollen Hilfe beantragen können

Auf der BMF-Homepage heißt es, die Hilfe, die zuerst für Ende Dezember und zuletzt für Ende Jänner angekündigt gewesen war, sei in "finaler Abstimmung".

"Wir hängen weiter komplett in der Luft"

Das beruhigt betroffene Unternehmer wenig: "Wir hängen weiter komplett in der Luft, es sollte doch Ende Jänner eine Lösung präsentiert werden", beklagte ein betroffener Unternehmer am Mittwochvormittag gegenüber der APA. Viele betroffene Unternehmer fühlten sich "durch nicht umgesetzte Ankündigungen, die auch nicht klargestellt werden, 'papierlt'".

Erst am Dienstag hatten sich Vertreter von Fachgruppen in der Wirtschaftskammer, die vom Lockdown indirekt betroffen sind, neuerlich zu Wort gemeldet und eine Lösung als "überfällig" bezeichnet.

Auch Zulieferer vom Lockdown betroffen

Schließlich seien nicht nur die Gastronomie und Hotellerie selbst vom Lockdown seit Anfang November 2020 schwer betroffen, sondern mit ihnen "tausende Zulieferbetriebe - von Lebensmittelgroßhändlern über Obst- und Gemüsehändler bis hin zu Weinhändlern und Blumenhändlern, die seit Monaten mit teils massiven Umsatzeinbußen kämpfen". "Die Gastro-Zulieferbetriebe brauchen jetzt endlich Rechtssicherheit und eine klare wirtschaftliche Perspektive", forderte Christian Prauchner, Obmann des Lebensmittelhandels der WKÖ. Die Betriebe warteten "verzweifelt darauf, endlich einen Antrag auf Beihilfen für November und Dezember stellen zu können."

Blümel kündigte "Zulieferer-Hilfe" bereits mehrmals an

Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) und Vertreter seines Hauses hatten die heiß ersehnte Coronahilfe - die sogenannte "Zulieferer-Hilfe" - mehrmals angekündigt und zuletzt auch mehrmals versichert, man arbeite mit Hochdruck an einer Lösung. Am Mittwoch blieben entsprechende APA-Anfragen, wann es denn nun so weit sei, vorerst aber unbeantwortet.

Auf der Homepage des Finanzministeriums heißt es weiter, dass die notwendige Richtlinie für den Lockdwon-Umsatzersatz für indirekt betroffene Unternehmen "sich derzeit in finaler Abstimmung befindet". Eine Beantragung soll wie berichtet über FinanzOnline geschehen.

Weiters heißt es auf der Homepage wörtlich: "Um diese Hilfen treffsicher auszuzahlen, muss zunächst die Abrechnung für den Umsatzersatz für den Dezember abgewickelt sein. Das hat vor allem den Grund, dass sich die Betroffenheit der Unternehmen (direkt oder indirekt) in den einzelnen Lockdown-Phasen ändern kann. Etwa eine Visagistin, die sowohl Privatkunden betreut, als auch für das Theater arbeitet oder ein Blumenhändler, der auch örtliche Gasthäuser, Hotels und Veranstaltungen beliefert. Auch er ist mit manchen Teilen seines Umsatzes zu unterschiedlichen Zeiten direkt Betroffener und zu anderen indirekt Betroffener."

Voraussetzungen für Corona-Hilfen

Um die noch ausständige Hilfe zu einem noch offenen Zeitpunkt beantragen zu können, braucht es mindestens 50 Prozent Umsatzzusammenhang mit Unternehmen, die in direkt vom Lockdown betroffenen Branchen tätig sind. Im Betrachtungszeitraum muss ein mindestens 40 Prozent hoher Umsatzeinbruch im Vergleich zum Vorjahr (November/Dezember 2019) nachgewiesen werden.

Ab einer Fördersumme von 5.000 Euro (bei Anspruchsberechtigung für November und Dezember) müssen diese Angaben von einem Steuerberater oder Bilanzbuchhalter bestätigt werden. Diese Grenze verringert sich bei einem kürzeren Anspruchszeitraum.

Bei der Höhe der Hilfe gelten die gleichen Kriterien wie beim Umsatzersatz. Demnach erhält ein indirekt betroffenes Unternehmen aus dem Handel den gleichen Prozentsatz an Umsatz ersetzt, der auch für direkt betroffene Handelsunternehmen im selben Zeitraum gegolten hat. Berechnungsgrundlage sind jene Umsätze aus dem November und Dezember 2019, die mit direkt betroffenen Unternehmen gemacht wurden.

Abgewickelt wird über die Coronahilfen-Agentur COFAG. Bäuerliche Zulieferer, deren Hilfen übers Agrarministerium abgewickelt bekommen, können ihre Anträge bei der Agrarmarkt Austria wie berichtet ab 15. Februar einbringen.

(APA/Red)

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