Zimmerkollegen springen allen davon

Österreichs Superadler halten nach dem ersten Bewerb der Olympia-Generalprobe im Whistler Olympic Park schon bei zehn Saisonsiegen.

Sechs durch Gregor Schlierenzauer, vier durch Wolfgang Loitzl. Der Doppelerfolg des Tirolers und des Steirers vom Samstag war bereits der fünfte in der laufenden WM-Saison für das ÖSV-Team durch dieses Duo, in dieser Bilanz hatte Schlierenzauer drei Mal die Nase vor Loitzl, Loitzl war zwei Mal vor Schlierenzauer Sieger.

“Versuchen uns gegenseitig zu pushen”
Die beiden derzeit erfolgreichsten Skispringer teilen sich erstmals seit längerer Zeit auf dem Kanada- und Japan-Trip auch das Zimmer. “Mit dem Wolfi habe ich einen sehr lässigen Zimmerpartner, wir sind ein tolles Team und versuchen uns gegenseitig zu pushen”, meint Schlierenzauer. Zu Spannungen mit dem Tourneesieger kommt es überhaupt nicht, im Gegenteil. “Wir kommen sehr gut aus. Jeder vergönnt es jedem, aber sich selbst natürlich am meisten und von dem her fahren wir immer mit sehr viel Freude zur Schanze”, ergänzte der zweifache Kulm-Sieger und Skiflug-Weltmeister.

Siegerzimmer
“Wir waren in der Vergangenheit schon ein paar Mal Zimmerpartner. Wir sind es erstmals in diesem Winter, weil wir hier ein Rumpfteam sind”, erklärte Loitzl, dessen bisheriger Zimmerkollege, Markus Eggenhofer, pausiert. Loitzl über Schlierenzauer als Zimmergenossen: “Er ist sehr angenehm, er ist ähnlich wie ich auch ein sehr ruhiger Typ, wir kommen sehr gut miteinander aus. Jetzt haben wir ein Siegerzimmer: Erster, Zweiter, man könnte das öfter machen”, sagte der Steirer lachend.

“Der Schlieri ist schon so weit”
Dass der 19-jährige Tiroler den zehn Jahre älteren Team-Oldie Loitzl um Rat fragt, kommt aber nicht vor. “Der Schlieri ist schon so weit, dass er das nicht unbedingt braucht. Er wäre nicht zu stolz, aber bis jetzt war es nicht so, weil er eh so gut springt.” Loitzl sieht mit sich selbst und dem 27-jährigen Martin Koch als die Älteren und den Jüngeren eine gute Mischung im Team. “Wir können gegenseitig voneinander lernen.” Er selbst hat in den vergangenen zwei, drei Jahren einige Trainingszeiten mit dem B-Kader absolviert, um vielleicht auch Impulse von den Jungen zu bekommen.

Medienhype
Als Team-Oldie obliegt es Loitzl, die Veränderungen im und vor allem rund um das ÖSV-Team zu beurteilen. Massiv erhöhte Werbepräsenz dank Volksbank-Werbespots, großes Interesse sowohl an den Schanzen als auch bei den Einschaltquoten, viele Interviewanfragen, auch aus internationaler Sicht. “Ich bin wirklich schon lange dabei, aber so war es noch nicht annähernd. Es hat sich in den letzten Jahren einiges getan, mit den Erfolgen vom Morgi und Schlieri und es ist immer intensiver geworden.”

“Was sich da abgespielt hat, war natürlich enorm”
“Es bestätigt das, was wir mit unseren Leistungen erreichen. Herüben kriegen wir nicht viel mit, aber speziell bei der Tournee und am Kulm, was sich da abgespielt hat, war natürlich enorm.” Zu Kopf steigen kann dem Team all dies nicht, ist er sicher. “Ich glaube, dass wir alle recht gut ausgebildet sind, mit den Erfolgen umzugehen.” Er selbst und Koch haben schon lange Erfahrung, auch ein Schlierenzauer und Morgenstern seien schon reif genug, um dies zu meistern.

Für die Skispringer geht es erst am Dienstag weiter nach Sapporo, daher sollen am Montag noch ein paar Trainingssprünge auf der Olympiaschanze angehängt werden. Unter Umständen soll auch noch das Olympische Dorf inspiziert werden.

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