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Ziegelsteinwerfer von Wien-Hernals in Anstalt eingewiesen

Der Ziegelwerfer wurde vom Wiener Landesgericht in eine geschlossene Anstalt überwiesen.
Der Ziegelwerfer wurde vom Wiener Landesgericht in eine geschlossene Anstalt überwiesen. ©APA/PHOTONEWS.AT/GEORGES SCHNEIDER
Der 37-Jährige, der im Juni Ziegelsteine von einem Haus in Wien-Hernals geworfen hat, wurde am Mittwoch in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen. Er leidet seit Jahren an einer Art der Schizophrenie.
Mann schmeißt Ziegel von Dach
100 Polizisten im Einsatz
Video der Festnahme
Motiv des Täters

Unmittelbar nach seiner Festnahme hatte der Mann angegeben, er habe die rund 50 Ziegelsteine “nicht hobbymäßig” Richtung Polizei geschmissen: “Ich wollte sie davon abhalten, dass sie raufkommen.” Einem Schöffensenat (Vorsitz: Eva Brandstetter) erklärte der psychisch Kranke nun: “Die haben angefangen mich zu sekkieren.”

Der Mann war bereits ein Mal im Maßnahmenvollzug angehalten worden, nachdem er unter dem Einfluss seiner Krankheit Straftaten gesetzt hatte. 2011 wurde er bedingt entlassen. Während der fünfjährigen Probezeit nahm er brav die ihm verschriebenen Medikamente und ließ sich in diesem Zeitraum nichts zuschulden kommen. Nach Ablauf der Probezeit ging er aber nicht mehr zum Arzt und setzte eigenmächtig die Mittel ab, weil diese seine körperliche Leistungsfähigkeit beeinträchtigt hätten, wie er nun erläuterte: “Ich habe davon zehn Kilo zugenommen. Ich hatte Atemschwierigkeiten. Ich konnte keinen Sport mehr machen.”

Weitere Attacke auf der Thaliastraße

In weiterer Folge brach die Krankheit wieder durch. Am 14. September 2017 attackierte der 37-Jährige auf der Thaliastraße einen Essenszusteller, weil dieser ihn “komisch angeschaut” habe, wie der Kranke dem Gericht darlegte. Er verpasste dem körperlich Unterlegenen mehrere Faustschläge ins Gesicht, der schließlich zu Boden stürzte. Der Angreifer ergriff die Flucht, konnte jedoch nach längeren Erhebungen ausgeforscht worden. Eine Festnahmeanordnung wurde erlassen.

In der Nacht auf den 21. Juli 2018 klopften zwei Polizisten an der Tür des 37-Jährigen, um die Festnahmeanordnung zu vollziehen. Der Mann öffnete nicht, sondern schob eine Couch vor die Tür und flüchtete um 2.30 Uhr über ein Fenster aufs Dach: “Ich habe mich gefürchtet. Um diese Zeit stellt man keinen Brief zu.” Als ein Uniformierter aus dem geöffneten Fenster blickte, um den Mann am Dach in ein Gespräch zu verwickeln, flogen ihm erste Dachziegel um die Ohren. Darauf wurden die Sondereinheiten Cobra und Wega sowie die Berufsfeuerwehr angefordert, die eine Hebebühne zum Einsatz brachte.

Vier Elektroschocker nötig

Der 37-Jährige hielt die Einsatzkräfte stundenlang in Schach, wobei er immer wieder wirres Zeug rief. Ein Feuerwehrmann und ein Polizist wurden von Ziegelsteinen getroffen und verletzt. Mehrere geparkte Autos, zwei Polizei- und drei Feuerwehrfahrzeuge wurden beschädigt.

Der 37-Jährige wurde am Ende mittels mehrerer Polizei-Taser überwältigt. Erst nachdem er vier Mal getroffen wurde, gab er klein bei. “Wie halten Sie vier Elektroschocker aus?”, wunderte sich die Richterin. “Das weiß ich nicht. Ich mache Sport”, antwortete der Mann.

Die neuerliche Einweisung in den Maßnahmenvollzug ist bereits rechtskräftig. Nach Rücksprache mit seiner Verteidigerin Irene Pfeifer nahm der 37-Jährige von einem Rechtsmittel Abstand.

(APA/red)

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