Zentralmatura: Mathematik als Aufgabe für den Freitag

Die Mathematik-Matura gab es am Tag vor dem Wochenende.
Die Mathematik-Matura gab es am Tag vor dem Wochenende. ©APA/HARALD SCHNEIDER (Symbolbild)
Der Freitag, 21. Mai brachte die Mathematik-Zentralmatura mit sich. Das Fach sticht dadurch heraus, dass dort üblicherweise die meisten Fünfer geschrieben werden.
Matura-Beginn

Mit dem Fach Mathematik stand am Freitag die "Königsdisziplin" der heurigen Zentralmatura am Programm. In keinem anderen Fach setzt es traditionell so viele Fünfer auf die Klausuren - im Vorjahr wurde ca. jede fünfte Arbeit an einer AHS und jede siebente an einer BHS negativ bewertet. Erst die Einbeziehung der Jahresnote in die Maturanote "rettete" viele Schüler.

Mathe-Matura: So sah es in der Vergangenheit aus

Nach dem schlechten Ergebnis des Vorjahrs wurde die AHS-Mathe-Matura ab heuer erleichtert: Bisher gab es einen Grundlagenteil sowie einen vertiefenden Teil mit komplexeren, textlastigeren Aufgaben, die mit jeweils 24 Punkten bewertet wurden. Für ein "Genügend" mussten im Grundlagenteil 16 Punkte erreicht (wobei auch vereinzelte "Bonuspunkte" in Teil 2 möglich waren) oder insgesamt 24 Punkte gesammelt werden, die genaue Ausdifferenzierung der positiven Note ergab sich dann im vertiefenden Teil.

Gleicher Mathematik-Grundlagenteil

Ab heuer bleibt zwar der Grundlagenteil unverändert (24 Aufgaben zu je einem Punkt), im textlastigeren vertiefenden Teil werden aber nur mehr zwölf Punkte vergeben - also insgesamt 36. Der Punkteanteil der komplexeren Aufgaben bei der Matura sinkt damit. In diesem vertiefenden Teil selbst gibt es dann eine Aufgabe mit vier unabhängig voneinander zu erreichenden Punkten sowie drei Aufgaben mit jeweils vier Punkten. Weiteres "Zuckerl": Innerhalb dieser letzten drei Beispiele gibt es auch eine "Best-Of-Wertung": Für die Benotung werden nur jene beiden herangezogen, in denen die meisten Punkte erzielt wurden. Ein "Genügend" erhält, wer 17 Punkte schafft. Ab 22 Punkten gibt es ein "Befriedigend", ab 27 ein "Gut" und ab 32 ein "Sehr Gut".

Bundesschulsprecherin über Mathe-Matura

Die heurige Mathe-Klausur sei dabei "schwieriger als gedacht" gewesen, sagte Bundesschulsprecherin Alexandra Bosek gegenüber der APA. Obwohl die Arbeitszeit um eine Stunde verlängert wurde, hätten die meisten Schüler an ihrer AHS die gesamte Arbeitszeit benötigt, um mit den Aufgaben fertig zu werden. Der Grundlagenteil sei dabei nicht so leicht gewesen wie angekündigt, der textlastigere vertiefende zweite Teil auch von sehr guten Schülern aus ihrer Klasse als "schon schwer" eingeschätzt worden. Dennoch: "Die meisten sind sich sicher, dass sie es geschafft haben." Die Maturanten seien allerdings auch sehr gut von ihren Lehrern vorbereitet worden.

Urteil über FFP2-Maskenpflicht

Ähnlich klingt das bei BMHS-Schülervertreterin Lena Huber, die in Salzburg eine Bildungsanstalt für Elementarpädagogik besucht. Für die Maturanten habe es ein eigenes Zeitfenster gegeben, um ins Schulhaus zu kommen, und dank der Maskenpausen sei auch die FFP2-Maskenpflicht kein Problem gewesen. Die Aufgabenstellungen seien ihrer Einschätzung nach schwerer gewesen als in früheren Jahrgängen und mit einigen "Fallen" versehen gewesen. Die Prüfung wäre aber auf jeden Fall schaffbar gewesen. Die längere Arbeitszeit habe Druck herausgenommen.

Insgesamt 329 Kandidaten sind diesmal laut Bildungsministerium nicht zur Klausur angetreten, nach aktuellem Stand 54 in Zusammenhang mit Corona. 20 Kandidaten waren als K1-Person in Kontakt mit einem Infizierten, 34 hatten ein positives Ergebnis beim Coronatest. 110 Kandidaten sind wegen einer sonstigen Erkrankung nicht zur Klausur erschienen. Bundesweit drei Kandidaten sind zwar heute zur Matheklausur angetreten, werden aber dennoch nicht beurteilt: Sie wurden bei Schummelversuchen mit dem Smartphone erwischt.

Matura-Korrektur: Deadline in kommender Woche

Bis Mitte nächster Woche müssen die Klausuren nun korrigiert werden. Hier sorgt eine neue Vorgabe des Bildungsministeriums für Unmut bei Direktoren wie Lehrern. Die ohnehin bereits knapp bemessene Korrekturzeit für die Lehrkräfte sei noch einmal verkürzt worden, bis Donnerstag Mittag müssen die Resultate digital ans Ministerium übermittelt werden, kritisierten die Direktorenvertreter Isabella Zins (AHS) und Franz Reithuber (BHS) in einer Aussendung. "Korrektur und schulinterne Qualitätsschleifen brauchen Ruhe und Zeit. Weniger als eine Woche für das Durcharbeiten hunderter Seiten und Beispiele sowie für die kollegiale Begutachtung sind eindeutig zu wenig."

Im Bildungsministerium appelliert man an die Lehrer, den straffen Zeitplan einzuhalten. Für die Maturanten sei es gerade im Angstfach Mathe wichtig, möglichst schnell das Ergebnis zu kennen. Es sei aber auch klar, dass Lehrer mit mehreren Maturaklassen durchaus auch länger brauchen könnten.

Reaktion auf Zentralmatura in Deutsch

Unterdessen gibt es heuer wieder die traditionelle Kritik der IG Autorinnen Autoren an der gestrigen Deutsch-Zentralmatura. Diese werde "immer problematischer", hieß es in einer Aussendung am Freitag. "Nach ein paar Jahren leidlich gelungener Aufgabenstellungen" habe das heurige Themenpaket mit der literarischen Aufgabe "einen neuen Tiefpunkt erreicht". Offenbar hätten kaum Schüler dieses gewählt, da andere Aufgaben wesentlich einfacher gewesen wären.

(APA/Red)

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