Zehn Verletzte bei Brand in Landstraße: Verrauchung wegen offener Tür

In der Brandwohnung in Landstraße
In der Brandwohnung in Landstraße ©MA 68 Lichtbildstelle
Bilanz eines Wohnungsbrands in Wien-Landstraße: Neun Frauen und ein Mann sind Montagmittag bei einem Feuer in einem Haus am Kardinal-Nagl-Platz leicht verletzt worden. Starker Rauch entwickelte sich, weil die Tür der Brandwohnung offengelassen worden war.
Der Brand in Landstraße
Leserreporter beim Brand
Einsatz der Feuerwehr

Die Wohnungsinhaberin konnte noch flüchten, ließ aber die Tür offen. Dadurch verrauchte das Stiegenhaus des neunstöckigen Gebäudes komplett, zahlreichen Bewohnern wurde der Fluchtweg abgeschnitten. Dutzende Menschen wurden von der Feuerwehr evakuiert.

Kardinal-Nagl-Platz: Stiegenhaus komplett verqualmt

Die Einsatzkräfte wurden kurz nach 11.30 Uhr zu dem Gebäude am Kardinal-Nagl-Platz gerufen. Die Wohnung der 79-Jährigen im ersten Stock war in Brand geraten. Laut ersten Ermittlungen der Polizei war das Feuer in der Küche ausgebrochen, sagte Polizeisprecher Paul Eidenberger. Die Frau dürfte beim Kochen etwas am Herd vergessen haben und dann in ein anderes Zimmer gegangen sein. Sie bemerkte schließlich den Brand und konnte noch selbst flüchten. Dabei ließ sie aber die Wohnungstür offen. “Binnen kürzester Zeit war dadurch das komplette Stiegenhaus verqualmt”, sagte Christian Feiler, Sprecher der Wiener Berufsfeuerwehr.

Feuerwehr übergab 17 Personen der Rettung

Weil der Fluchtweg für die Bewohner der anderen 40 Wohnungen abgeschnitten war, löste die Feuerwehr Alarmstufe 2 aus. 60 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Sechs Atemschutztrupps evakuierten die Hausbewohner mit Fluchtfiltermasken über das Stiegenhaus, zwei Personen wurden von außen mit der Drehleiter aus ihren Wohnungen gerettet. Die großteils älteren Hausbewohner hätten sich “vorbildlich ohne Hektik und Panik in Ruhe evakuieren lassen”, sagte der Feuerwehrsprecher.

Die Feuerwehr übergab 17 Personen der Rettung. Die Wiener Berufsrettung brachte neun Frauen, darunter auch jene der Brandwohnung, im Alter zwischen 39 und 94 Jahren sowie einen 80-jährigen Mann mit Verdacht auf eine leichte Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus.

Bei Zimmerbrand Wohnungstür schließen

Die Feuerwehr appellierte, im Fall eines Zimmerbrandes immer die Wohnungstür zu schließen. Denn nur so ist sichergestellt, dass das Stiegenhaus möglichst lange rauchfrei bleibt und Personen aus anderen, nicht vom Feuer betroffenen Wohnungen flüchten können. Sollte das Stiegenhaus bereits voller Rauch und der Fluchtweg abgeschnitten sein, sollen Betroffene Türen zum Stiegenhaus schließen und sich am Fenster bemerkbar machen oder über 122, den Notruf der Feuerwehr, die jeweilige Position bekanntgeben.

(apa/red)

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