Zauberer - Trailer und Kritik zum Film

Böstereich-Regisseur Sebastian Brauneis legt mit "Zauberer" seinen Debütfilm vor. Darin zeichnet er eine triste Sicht auf das Leben, in dem sich jeder selbst der nächste ist.

“Zauberer” verwebt virtuos vier Handlungsstränge zu einem großen Garn. Ein Analytiker (Ofczarek) ist mit seiner blinden Lebensgefährtin (Tamara Metelka) in einer dunklen Wahrnehmung der Welt verbunden, eine Schulärztin (Regina Fritsch) entführt nach ihrer Entlassung einen Buben (Nono Bangert), eine Mutter (Michaela Schausberger) pflegt ihren behinderten Sohn (Jakob Eder) daheim und will sich mit einem Callboy (Florian Teichtmeister) über die Einsamkeit retten, und ein Jugendlicher (Joel Basmann) hinterlässt seine Handynummer im Sexclub an der Wand und wird bald von potenziellen Freiern mit Anrufen bombardiert.

Zauberer – Die Handlung

Diese vier Erzähllinien, die sich nur stellenweise kreuzen, eint das Vereinzeltsein, die Einsamkeit, und der verzweifelte Versuch, ihr zu entkommen. Es sind die bekannten Sujets von Clemens J. Setz, der mit einer Kurzgeschichte die Vorlage zu “Zauberer” lieferte, die einem nun auch auf der Leinwand begegnen: die Atmosphäre der Verunsicherung, die aus der Labilität der Situationen erwächst, Abhängigkeitsverhältnisse im Zusammenleben und eine Welt der Sozialen Medien, in der Intimität scheinbar leicht verfügbar und gerade dadurch unendlich weit entfernt scheint.

“Clemens Setz weiß, dass man in einem abstrakten Rahmen alles machen kann, ohne es so zu meinen”, zollte Regisseur Brauneis seinem Co-Drehbuchautor bei der Österreich-Premiere auf der heurigen Diagonale Respekt. Magisches Denken als Methode der Selbstermächtigung hat dabei ebenso seinen Platz wie das Surreale, das Flirrende im scheinbar nüchternen Alltag. In seinen guten Momenten erinnert “Zauberer” an die subkutane Bedrohung in Lynch-Filmen, an fragile Beziehungskonstellationen, die jederzeit in Gewalt umschlagen können.

Zauberer – Die Kritik

In seinen schwächeren Momenten, die so selten nicht sind, gleicht der Episodenfilm jedoch eher einer langen “Bösterreich”-Folge, was nicht zuletzt am dominanten Spiel des in beiden Formaten omnipräsenten Nicholas Ofczarek liegt. Zynismus und Empathie für die Charaktere gehen oftmals nicht gut zusammen. Letztlich erfüllt “Zauberer” über weite Strecken das Klischee des internationalen Marktes vom depressiven, schwarzhumorigen österreichischen Kino, immerhin hochästhetisch gefilmt (Kamera: Roman Chalupnik). “Zauberer” ist ein Ulrich Seidl ohne Naturalismusanspruch.

>>Alle Filmstartzeiten zu “Zauberer”

APA/Red.

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