Zahl der Verkehrstoten in Österreich im ersten Halbjahr zurückgegangen

2021 kamen bisher 141 Menschen im österreichischen Straßenverkehr ums Leben.
2021 kamen bisher 141 Menschen im österreichischen Straßenverkehr ums Leben. ©APA (Sujet)
Im ersten Halbjahr ist die Zahl der Verkehrstoten in Österreich erneut zurückgegangen. Bisher kamen 141 Menschen im Straßenverkehr 2021 ums Leben.

Die Verkehrstoten in Österreich sind im ersten Halbjahr (bis 27. Juni) zum zweiten Mal in Folge gesunken. Nachdem die Zahl laut Innenministerium 2020 von 191 (2019) auf 144 gesunken ist, ging sie 2021 abermals auf 141 zurück. Verkehrsministerin Leonore Gewessler (Grüne) möchte mit einer am Montag veröffentlichten "Verkehrssicherheitsstrategie" die Zahl bis 2030 noch einmal halbieren.

Geringe Zahl an Verkehrstoten auf Pandemie zurückzuführen

"Dass die Zahl der Verkehrstoten im laufenden Jahr sowie im Jahr 2020 deutlich geringer war als in den Jahren zuvor ist erfreulich, jedoch großteils auf die Pandemie zurückzuführen. Um die Zahl der Verkehrstoten langfristig zu senken, sind tiefgehende Maßnahmen notwendig - vor allem auch im Bereich der nichtangepassten Geschwindigkeit", sagte Othmar Thann, Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV) in einer Aussendung.

Nichtangepasste Geschwindigkeit war im laufenden Jahr bisher die häufigste Unfallursache bei tödlichen Verkehrsunfällen. "Mit dem Raser-Paket wurde ein erster wichtiger Schritt für die Vermeidung von Unfällen mit stark überhöhter Geschwindigkeit getätigt. Wichtig ist nun, dass diese Problematik auch in den kommenden Jahren ausreichend Beachtung findet", so Thann.

Gewessler will Zahl der Verkehrstoten halbieren

Gewessler will durch eine "rücksichtsvolle Verkehrskultur" die Zahl der Verkehrstoten in Österreich halbieren. "Und ab diesem Jahr soll kein Kind mehr sein Leben auf Österreichs Straßen verlieren", hieß es. Auch Schwerverletzte gelte es künftig, "noch besser zu verhindern". Die Strategie für die Jahre 2021 bis 2030 legt zudem erstmals ein besonderes Augenmerk auf die aktive Mobilität, also auf Radfahren und zu Fuß gehen. Folgende Handlungsfelder werden unter anderen adressiert: Sichere und klimafreundliche Mobilität, sichere Freilandstraßen, Bewusstseinsbildung, Aus- und Weiterbildung sowie effektive Logistik.

Auf Basis der Verkehrssicherheitsstrategie sollen nun in verschiedenen Aktionsplänen konkrete Maßnahmen für sichere Mobilität auf der Straße umgesetzt werden. Dazu ist das Klimaschutzministerium demnach auch in regelmäßigem Austausch mit den Bundesländern.

139 Verkehrstote bei Alleinunfällen im Vorjahr

Im Vorjahr sind 139 Personen auf Österreichs Straßen bei Alleinunfällen gestorben, weitere 2.873 wurden schwer verletzt. 64 Prozent davon wurden von Lenkerinnen bzw. Lenkern von Fahrrädern und einspurigen Krafträdern verursacht, berichtete die Statistik Austria am Dienstag.

2020 wurden insgesamt 10.883 Alleinunfälle (36 Prozent), 17.710 Unfälle mit zwei Beteiligten (59 Prozent) und 1.598 mit mehr als zwei Beteiligten (fünf Prozent) mit je einem Hauptunfallverursacher verzeichnet. Davon weisen Alleinunfälle den höchsten Anteil an Schwerverletzten (24 Prozent) und Getöteten (1,2 Prozent) an den Verunglückten auf. Im Gegensatz dazu wurden bei Unfällen mit zwei Beteiligten 15 Prozent schwer verletzt und 0,8 Prozent getötet - verursacht zu 65 Prozent von Pkw-Lenkern. So eine Analyse von Daten aus der Statistik Austria-Publikation "Straßenverkehrsunfälle mit Personenschaden 2020".

Wurde im Vorjahr ein Unfall von einer Fahrradfahrerin oder einem Fahrradfahrer verursacht, war dieser zu 68 Prozent ein Alleinunfall (2019: 64 Prozent). 16 Radler wurden dabei getötet, während sich 4.209 verletzten, davon ein knappes Drittel schwer. Auch bei Motorrädern und Mopeds war ein sehr hoher Anteil der Unfälle auf Alleinunfälle zurückzuführen, nämlich 65 Prozent (2019: 62 Prozent). Bei diesen Alleinunfällen kamen 35 Lenker (alle männlich) ums Leben. Weitere 2.693 wurden verletzt, 31 Prozent davon schwer.

Pkw meist Unfallverursacher

War 2020 ein Pkw in einen Unfall mit einem anderen Verkehrsteilnehmer involviert, so verursachte er diesen auch in 65 Prozent der Fälle. Ähnlich hoch liegt nur der Anteil bei den Lkw mit 64 Prozent. Den geringsten Anteil weisen Fußgängerinnen und Fußgänger auf: Bei 30 Prozent der Unfälle, an denen diese beteiligt waren, verursachten sie diese auch. Fahrräder liegen mit 31 Prozent nur knapp darüber.

Auch wenn die vulnerablen Verkehrsarten seltener unfallverursachend sind, eine von vier Kollisionen zwischen Pkw und Fußgängern wird von letzteren verursacht. Radler sind bei 28 Prozent der Zusammenstöße mit einem Pkw unfallverursachend, während Lkw im Falle eines Unfalls mit einem Pkw in 59 Prozent diesen ausgelöst haben.

Zwei von drei Unfallverursacher waren Männer

Zwei von drei Unfallverursachern waren 2020 Männer. Bei den Verunglückten lag ihr Anteil bei 57 Prozent, womit sie prozentuell häufiger Unfälle mit Personenschaden verursachen als dabei verunglücken. Die Auswertung zeigt einen hohen Anteil Junger. Die größte Gruppe war mit Abstand jene zwischen 15 und 24 Jahren mit einem Anteil von 22 Prozent an den Unfallverursachern. Den kleinsten Anteil mit einem Prozent wies die Gruppe der über 84-Jährigen auf.

(APA/Red)

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