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Zagreber Gericht belastet Zagorec schwer

Der kroatische Ex-General und ehemalige Vize-Verteidigungsminister Vladimir Zagorec ist am Montag vor einem Zagreber Gericht schwer belastet worden. Ihm werden Amtsmissbrauch und Veruntreuung vorgeworfen.

Hrvoje Petrac, Ex-Geschäftspartner von Zagorec, erklärte, dass ihm der Angeklagte gestohlene Edelsteine gezeigt habe und ihn gebeten habe, diese zu verkaufen. Die Edelsteine hätten nach Schätzungen einen Wert von 17 Millionen DM (8,69 Mio. Euro) gehabt. Es habe sich um Smaragde, Rubine und Saphire gehandelt. Doch niemand habe Interesse gezeigt, so Petrac laut kroatischen Medienberichten.

Zagorec werden Amtsmissbrauch und Veruntreuung vorgeworfen. Er soll als Vize-Verteidigungsminister im Kriegsjahr 1993 von einem Waffenhändler einen Koffer mit Edelsteinen als Bürgschaft für eine Waffenlieferung an die kroatische Armee entgegen genommen haben. Als er im Jahr 2000 aus dem Amt des stellvertretenden Verteidigungsministers schied, soll Zagorec diesen Koffer mit sich genommen haben. Noch im selben Jahr übersiedelte er nach Österreich, wo er bis zu seiner Auslieferung an Kroatien Anfang Oktober vorigen Jahres lebte.

Noch Anfang Dezember hatte Petrac als einer der Hauptzeugen gegen Zagorec die Aussage verweigert. Petrac hatte dem Gericht erklärt, er sei dazu nach dem Mord an seinem Freund, dem Journalisten Ivo Pukanic, nicht in der Lage. Außerdem führte er als Grund an, dass der Anwalt von Zagorec, Zvonimir Hodak, ihn in Verbindung mit dem Mord an seiner Tochter Ivana Hodak gebracht habe. Petrac, Geschäftsmann von zweifelhaftem Ruf, wurde daraufhin wegen der verweigerten Aussage vom Gericht mit einer Geldstrafe von 10.000 Kuna (1.392 Euro) belegt. Im Wiederholungsfall drohe im eine zusätzliche Haftstrafe, hieß es.

Zagorec und Petrac waren lange Geschäftspartner, bevor es zum Bruch kam. Im Februar 2004 entführte Petrac den damals 16-jährigen Zagorec-Sohn Tomislav. Er ließ ihn vier Tage später frei, nachdem sein Vater 750.000 Euro in bar an die Entführer zahlte. Petrac kam vor Gericht und wurde zu sechs Jahren Haft verurteilt.

Im Rahmen des Prozesses kam die Juwelen-Affäre erstmals an die Öffentlichkeit. Eine Zeugin sagte aus, dass Zagorec den Schmuck in einem Safe im Verteidigungsministerium deponiert hatte. Als er schließlich im Jahr 2000 den Posten des Vize-Ministers räumte, habe er die wertvollen Edelsteine mitgenommen.

Zu den Zeugen, die wegen des Vorwurf der Veruntreuung der Edelsteine vernommen worden waren, zählten unter anderem Ex-Geheimdienstchef Miroslav Tudjman, der Sohn des verstorbenen früheren Präsidenten Kroatiens, Franjo Tudjman, und der Journalist Ivo Pukanic. Pukanic fiel Ende Oktober einem Bombenanschlag zum Opfer.

Die Wiener Anwältin von Zagorec, Elisabeth Rech, hatte die Auslieferung von Zagorec unter anderem mit dem Argument bekämpft, dass ihr Mandat in Kroatien um sein Leben fürchten müsse. Knapp nach der Überstellung wurde Ivana Hodak, die Tochter seines kroatischen Anwalts, im Zentrum von Zagreb durch Kopfschüsse regelrecht hingerichtet. Ein Zusammenhang mit dem “Fall Zagorec” wurde offiziell weder bestätigt noch eindeutig ausgeschlossen. (

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