Zagreb: Ermittlungen wegen Massaker von 1945

Die Staatsanwaltschaft in Zagreb hat Ermittlungen gegen einen 85-jährigen kroatischen Serben eingeleitet, der unter dem Verdacht steht, im Jahr 1945 den Transport und das Massaker an rund 13.000 kroatischen und slowenischen Kriegsgefangenen im slowenischen Kocevski rog (Gottschee) organisiert zu haben.

Das meldeten Belgrader Medien am Mittwoch. Simo Dubajic, der im Jahre 1990 einer breiteren Öffentlichkeit bekanntgeworden war als er in der kroatischen Krajina Straßensperren und bewaffnete Serben-Gruppen organisierte, lebt seit 1991 in Belgrad.

Dubajic war Ende des Zweiten Weltkrieges Kommandant einer mechanisierten Einheit der damaligen 4. Armee der jugoslawischen Partisaneneinheiten. Die kroatische Staatsanwaltschaft stützt sich in ihren Ermittlungen auch auf ein autobiografisches Buch Dubajics, das 2006 in Belgrad erschienen war, sowie auf britische Militärdokumente über das Massaker an rund 10.000 Kriegsgefangenen und rund 3.000 Zivilisten, die den jugoslawischen Partisanen zuvor von den britischen Truppen überlassen worden waren, berichtete die Tageszeitung “Politika”.

Nach kroatischen Medienberichten ist es kaum wahrscheinlich, dass Dubajic, der seit einigen Jahren bettlägerig ist, an die Zagreber Justiz überstellt wird. Ein Gerichtsverfahren in Belgrad wird allerdings nicht ausgeschlossen. Der Sender B-92 meldete unterdessen, dass Dubajic vor einigen Jahren von Ermittlern im Fall Kocevski rog einvernommen worden sei. Er habe damals sehr genau die Umstände beschrieben, unter welchen es zum Massaker an kroatischen und slowenischen Kriegsgefangenen gekommen sei, berichtete der Sender.

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