Zagorec: Ausweitung der Anklage

Die kroatische Justiz will die Anklage gegen den von Wien an Zagreb ausgelieferten Ex-General und ehemaligen Vize-Verteidigungsminister Vladimir Zagorec ausweiten.

Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Hina vom Freitag wurde bereits eine Anfrage an die Justizbehörden in Wien gestellt, ob diese dem Schritt zustimmen würden. An sich war Zagorec von Wien wegen des Vorwurfs von Amtsmissbrauch und Veruntreuung in sein Heimatland überstellt worden.

Konkret geht es der Staatsanwaltschaft in Zagreb um einen sieben Jahre zurückliegenden Fall einer illegalen Renovierung eines Landsitzes von Antun Sporer, einem ehemaligen Vizepräsidenten des Zagreber Gemeinderats. Zagorec selbst erklärte in diesem Zusammenhang nach Angaben der Tageszeitung “Vecernji list”, er lehne es ab, dass der Auslieferungsbescheid auch auf diesen Fall ausgeweitet werden soll. “Das ist eine politische Verfolgung”, stellte der Ex-General fest.

Der 44-Jährige hatte in den vergangenen Jahren in Wien gelebt, ehe er Ende September festgenommen und am 2. Oktober an Zagreb ausgeliefert wurde. Ihm wird konkret vorgeworfen, Edelsteine aus Staatsbesitz im Wert von rund fünf Millionen Dollar (3,42 Mio. Euro) unterschlagen zu haben. Deshalb wurde er wegen Amtsmissbrauch und Veruntreuung angeklagt.

Der Ex-General Zagorec soll als Vize-Verteidigungsminister 1993 von einem Waffenhändler einen Koffer mit Diamanten als Bürgschaft für den Waffeneinkauf der kroatischen Armee entgegen genommen haben. Als er im Jahr 2000 aus dem Amt des stellvertretenden Verteidigungsministers schied, soll Zagorec diesen Koffer mit sich genommen haben. Noch im selben Jahr übersiedelte er nach Österreich.

Als Vertrauensmann von Franjo Tudjman während des Kroatien-Krieges (1991-95) war Zagorec mit der Beschaffung von Waffen für die kroatische Armee beauftragt – damals eine illegale Angelegenheit, da ein UNO-Embargo für Waffenexporte in die jugoslawischen Ex-Teilrepubliken in Kraft war.

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