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Wurscht: Lukas Resetarits startet 27. Soloprogramm im Wiener Stadtsaal

Lukas Resetarits feierte mit seinem neuen Soloprogramm Premiere.
Lukas Resetarits feierte mit seinem neuen Soloprogramm Premiere. ©APA/Robert Jaeger
Am Dienstagabend feierte Lukas Resetarits mit seinem 27. Soloprogramm "Wurscht" im Wiener Stadtsaal Premiere.

Vorneweg will sich Lukas Resetarits absichern: “Es geht um die Wurscht, aber nicht nur um die Wurscht.” Immerhin hat sich die Kabarettgröße für sein bereits 27. Soloprogramm, das Dienstagabend im Wiener Stadtsaal Premiere feierte, mehr als Blunzen und Burenhäutl vorgenommen. “Wurscht” ist in erster Linie eine Abrechnung mit dem politischen Status quo – aber auch eine Spur zu brav geraten.

Dabei gibt es aktuell ja genug Vorkommnisse, an denen sich ein Komiker abarbeiten kann: Von der Kürzung der Mindestsicherung über den Umgang mit Flüchtlingen bis zu fragwürdigen Verkehrslösungen. “Bei Rot rechts abbiegen ist politisch ja ganz interessant”, so Resetarits, wie üblich im locker sitzenden Anzug an einem Stehtischchen lehnend, auf dem sich neben dem Wasserglas auch seine textliche Gedankenstütze findet. Der vermeintliche Niedergang der Sozialdemokratie ist zwar Thema, aber natürlich arbeitet sich der 71-Jährige besonders lustvoll an Türkis-Blau ab.

27. Soloprogramm von Lukas Resetarits im Wiener Stadtsaal

Und obwohl hier dann auch die größten Lacher des Abends zu finden sind, liegt darin bisweilen die Krux dieses Stücks: Wenn er den BIMAZ (Besten Innenminister aller Zeiten) auf “einem Zwergpony in den Sonnenaufgang” reiten lässt, den Brotberuf des Vizekanzlers als Zahntechniker mit einem Steinmetz vergleicht oder sich mit kreischender Stimme immer wieder in Parodien auf Sozialministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) ergeht (“Ich bin die Wärme!”), dann gelingt das zwar durchwegs amüsant, wirkt aber auch altbacken und vorhersehbar.

Bedeutend pointierter gelingen neben diesen kurzen Momenten die länger dauernden Analysen, seien es der Kauf- und Paketwahn dank Amazon und Co, selbstfahrende Autos oder die gesellschaftliche Verrohung. Ein Soziopath, also ein “positiv besetzter Schlechtmensch”, das könne mit den entsprechenden Bildungsinitiativen heute ja jeder werden. Und was bleibt als kleinster gemeinsamer Nenner? Dass “alle gemeinsam auf die Geflüchteten runterschauen”.

Es sind Pointen wie diese, dank denen Resetarits in “Wurscht” mehr als nur eine Aneinanderreihung abgedroschener Politwitze zustande bringt. Wo die persönlichen Erzählungen aus der Stinatzer Kindheit und Abhandlungen über die Blunzenkaiser des Landes ebenso amüsieren wie seine eigene “Burenwurstsucht”, regen diese Abschnitte über das Lachen hinaus zum Nachdenken an. Erneut mit Tochter Kathrin verfasst, ist “Wurscht” jedenfalls eine höchst persönliche Angelegenheit für den Humanisten Lukas Resetarits, die mit einem Appell endet. “Mir könnte ja alles wurscht sein. Mir ist aber nicht alles wurscht. Und ich hoffe, ich bin nicht allein damit.” Großer Applaus für einen immer noch Großen der Szene.

Lukas Resetarits: “Wurscht”. Nächste Aufführungen: 20., 21., 26., 27. und 28. März
Stadtsaal, Mariahilfer Straße 81, 1060 Wien. www.stadtsaal.com

(APA/Red)

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