WU-Brand: Mann sitzt in U-Haft

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Fast ein Jahr nach dem spektakulären Brand auf der Wiener Wirtschaftsuniversität (WU) am 14. Dezember 2005 sind die Ermittlungen abgeschlosse. 

Zwei Verdächtige – ein Mann und eine Frau – wurden ursprünglich ausgeforscht. Und die Beweislast gegen einen 48-jährigen Wiener ist erdrückend: Gegen ihn ist bereits Anklage erhoben, die Vorerhebungen laufen.

Der Mann soll im März bereits einmal für wenige Tage in U-Haft gesessen haben – vorige Woche am Donnerstag ist er wieder festgenommen worden und wartet nun hinter “schwedischen Gardinen” die Vorerhebungen ab.

Der Brand auf dem Uni-Gelände in der Nacht auf den 14. Dezember 2005 hatte schwere Schäden im Hauptgebäude angerichtet. Unbekannte hatten im Untergeschoss offenbar an vier Stellen Feuer gelegt, unter anderem waren Teile der im gleichen Gebäude befindlichen Biologie-Fachbereichsbibliothek der Uni Wien schwer in Mitleidenschaft gezogen worden. Bis zu 30.000 Buchbände waren durch Flammen und Ruß unbenutzbar geworden.

„Es gibt eindeutige Spuren, die ihn belasten und die den Verdacht nahe legen, dass er der Gesuchte ist“, gab Gerhard Jarosch, der Sprecher der Staatsanwaltschaft Wien, am Dienstag im Gespräch mit der APA bekannt.

Der Mann, der einen persönlichen Bezug zur WU haben bzw. gehabt haben soll – näheres wollte Jarosch im Hinblick auf die laufenden Ermittlungen nicht bekannt geben -, war bereits unmittelbar nach dem Ausbruch des Feuers in der Nacht zum 14. Dezember 2005 in Verdacht geraten. Kurzfristig wurde er damals sogar in Haft genommen.

Da sich die Verdachtsmomente nicht zu erhärten schienen, wurde er nach wenigen Tagen freigelassen. Seit kurzem verfügt die Staatsanwaltschaft aber über neue, brisante Beweismittel. Dabei dürfte es sich vermutlich um DNA-Spuren und Fingerabdrücke handeln, welche die mit dem Fall betraute Kriminaldirektion 1 (KD 1) bei mehreren Personen gesichert hatte. Zwei bis drei Wochen vor dem Brand war in einem Spind in unmittelbarer Nähe des späteren Brandherdes ein Fünf-Liter-Benzinkanister aufgetaucht, was den Verdacht nahe legte, dass die Feuersbrunst von langer Hand geplant war.

Rund 40 Personen zählten ursprünglich zum Kreis der möglichen Brandstifter. Neben dem nun unter dringendem Tatverdacht in Haft Genommenen verblieben zwei weitere Personen auf Grund eines Phantombilds bzw. anonymer Hinweise monatelang im Visier der Fahnder. Inzwischen steht fest, dass diese beiden nichts mit dem Brand zu tun haben. „Wir haben gegen sie offiziell das Verfahren eingestellt“, stellte der Sprecher der Anklagebehörde fest.

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