WU beantragt Zugangsbeschränkungen für Masterstudien

Badelt stellte schon 2009 einen Antrag für Zulassungsbeschränkungen an der WU
Badelt stellte schon 2009 einen Antrag für Zulassungsbeschränkungen an der WU ©APA
Der Rektor der Wirtschaftsuniversität (WU), Christoph Badelt, geht im neuen Studienjahr wieder in die Offensive. Nachdem die WU schon im letzten Jahr aufgrund der weit über den tatsächlichen Kapazitäten liegenden Zahl an Bachelorstudenten zusätzliche Gelder erkämpft hat, soll nun eine Zugangsbeschränkung der Studienplätze beim Masterstudium erwirkt werden.

Laut Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle hat Badelt bereits im Mai einen Antrag auf Zugangsbeschränkungen nach dem “Notfallparagrafen” gestellt. Im Rektorat der Wirtschaftsuniversität Wien betont man, dass der Antrag auf Beschränkung der Studienplätze nach den “Notfallparagrafen” 124b des Universitätsgesetzes (UG) nach Aufforderung des Ministeriums gestellt worden war. Diese Regelung ist für Fälle vorgesehen, in denen aufgrund der zahlreicher deutscher Studenten, welche von der Numerus-Clausus Regelung im eigenen Land flüchten, “unvertretbare Studienbedingungen entstehen”.

Die angestrebte Zugangsbeschränkung sieht vor, dass es für sieben deutschsprachige Masterstudien nur noch 700 Anfängerplätze pro Jahr geben soll. Diese Zahl entspricht laut WU den tatsächlichen Kapazitäten des Studiums. Im vergangenen Wintersemester 2011/12 gab es an die 1050 Masterstudien-Anfänger. Für deutschprachige Masterstudien müssen derzeit nur bestimmte formale Voraussetzungen erfüllt werden. Ein Aufnahmeverfahren gibt es nur bei den englischsprachigen Masterstudien.

Schon 2009 gab es eine ähnliche Forderung

Dass die WU ihren Antrag durchbringt, ist allerdings unwahrscheinlich, denn schon 2009 ist sie mit einem ähnlichen Vorhaben gescheitert. Damals sollten aufgrund der drastisch gestiegenen Neuinskribierten Zugangsbeschränkungen nach dem “Notfallparagrafen” für das Bachelorstudium “Wirtschafts- und Sozialwissenschaften” eingeführt werden. Dieser Notfallparagraf verlangt allerdings, dass alle Universitäten, welche das betreffende Fach anbieten, gemeinsam einen Antrag an das Ministerium stellen müssen und auch die Bundesregierung muss als letzte Instanz diesem Vorhaben zustimmen. 2009 versuchte es die WU im Alleingang und begründete dieses Vorgehen mit dem Argument, dass sie als einzige Universität ein solches Studium anbieten. Auch beim diesjährigen Versuch weist man bei der WU darauf hin, dass es zwar vergleichbare Studien gibt, jedoch keine mit dem gleichen Studienplan.

WU Rektor Badelt will allerdings nicht nur für die Zugangsbeschränkungen kämpfen, sondern sich auch für die Finanzierung zusätzlicher Masterplätze einsetzen.  So ein Ausbau sei eine der “Kernforderungen” im Entwurf zu den neuen Leistungsvereinbarungen für die Jahre 2012 bis 2015, die bis Ende des Jahres mit dem Ministerium ausverhandelt werden. In einem Blog auf der WU-Seite erklärt Badelt, er wünscht sich 330 neue Plätze in den deutschprachigen Masterstudien.

(APA)

  • VIENNA.AT
  • Wien
  • Wien - 9. Bezirk
  • WU beantragt Zugangsbeschränkungen für Masterstudien
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen