Wohnprojekt für Punks - SP-Bezirksvorsteher Braun protestiert

Die Bezirksvorstehung des 15. Wiener Gemeindebezirks will den Standort Johnstraße für das Wohnprojekt verhindern. Der Platz sei "leider vollkommen ungeeignet".

Dass die Stadt Wien in der Johnstraße im Bezirk Rudolfsheim-Fünfhaus ein Wohnprojekt für jugendliche Punks einrichtet, stößt beim örtlichen SP-Bezirksvorsteher Walter Braun (S) auf vehemente Ablehnung. In einer Aussendung am Mittwoch reagierte er angesichts der Entscheidung überrascht und mit Unverständnis: “Der Standort ist leider vollkommen ungeeignet.” Er kündigte weiteren Widerstand an.

“Wir als 15. Bezirk wurden in die Entscheidung nicht eingebunden und dann vor vollendete Tastsachen gestellt, obwohl es eine Reihe von Punkten gibt, die definitiv gegen diesen Standort sprechen”, so Braun. In erster Linie führt der Bezirkschef an, dass sich das Haus für die rund 30 betreuten Punks direkt gegenüber einer Volks- und einer Berufsschule sowie eines Kindergartens in unmittelbarer Nähe des Meiselmarktes befinde.

Der Bezirksvorsteher befürchtet, dass die Punks den Markt, die dortige U-Bahn-Station und die Wasserwelt untertags “belagern” werden. “Egal ob umliegende Geschäftsleute oder Anrainer – ihnen allen sind diese neuen ‘Nachbarn’ nicht zumutbar, ist der 15. Bezirk ohnehin nicht gerade frei von sozialen Konflikten”, meinte er.

Dem Fonds Soziales Wien (FSW) und den übergeordneten Stellen der Stadt empfahl er mehr Fingerspitzengefühl bei der Standortwahl. Sein Bezirk werde sich auf vielen Ebenen bemühen, den Standort Johnstraße zu verhindern. Grundsätzlich halte er derartige Einrichtungen für unverzichtbar, sie müssten aber “mit Augenmaß in Wien verteilt werden”.

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