Niveau statt Ohrfeigen: Wladimir Klitschko gegen Mormeck

Spuckattacken und Prügeleinlagen neben dem Ring hat Boxweltmeister Wladimir Klitschko diesmal nicht zu befürchten.

“Mormeck ist nicht aus demselben Holz geschnitzt wie Chisora oder Haye”, meint der Ukrainer vor seinem WM-Kampf gegen den Franzosen Jean-Marc Mormeck am Samstag (22.15 Uhr/live RTL) in der Düsseldorfer Esprit-Arena. Zwei Wochen zuvor hatte der Brite Chisora für einen Skandal gesorgt.

“Wir wollen für Niveau sorgen”

Beim Kampf seines Bruders Witali in München hatte Chisora ihm ins Gesicht gespuckt und sich später mit Ex-Champion David Haye geprügelt. “Wir wollen für Niveau sorgen”, verspricht der jüngere Klitschko den 50.000 Zuschauern in der ausverkauften Fußball-Arena. So ganz friedlich soll es aber nicht zugehen. Mormeck hat gedroht, er werde Klitschko “das Gesicht zerschmettern”.

Klitschko, der 35-jährige Dreifach-Champion von WBO, IBF und WBA, arbeitet gleich drei Jubiläen in einem ab: 60. Profi-Kampf, 20. WM-Duell und möglichst 50. K.o.-Sieg. Dass er seine stolze Gürtelsammlung verlieren könnte, glaubt kaum einer. Manche sprechen von einem Kurzeinsatz, der schon nach drei, vier Runden beendet sein könnte. Das würde die RTL-Macher in die Bredouille bringen, schließlich muss die lukrative Pausenwerbung untergebracht werden.

Kein quotentreibender Krawallbonus für Ohrfeigen

In der internen Jahreswertung beim Publikumszuspruch hat Bruder Witali mit seinem Kampf gegen Chisora vorgelegt: 12,88 Millionen Zuschauer (Marktanteil 56,5 Prozent) wollten das Duell am Fernsehschirm sehen. Im Vorjahr hatte Wladimir Klitschko den RTL-Topwert mit 15,56 Millionen (67,0 Prozent) erreicht. Einen quotentreibenden Krawallbonus für Ohrfeigen und andere Provokationen gibt es diesmal aber nicht.

Mormeck ist vier Jahre älter als Klitschko, 17 Zentimeter kleiner, rund 13 Kilo leichter und hat im Schwergewicht nur Staub gewischt. Magere drei Kämpfe absolvierte der frühere Cruisergewichts-Champion im höchsten Gewichtslimit. 2007 hatte er mit dem Boxen schon aufgehört. 2009 war er wieder da, nur schwerer. Insgesamt kommt er auf 36 Siege in 40 Profi-Kämpfen, bei WBA und WBC ist er die Nummer zehn der Weltranglisten.

(APA)

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