Wirtschaftsprüfer: Bundestheater sind nicht sparsam genug

Nicht sparsam genug ist das Burgtheater den Wirtschaftsprüfern
Nicht sparsam genug ist das Burgtheater den Wirtschaftsprüfern ©Bilderbox
Die Wirtschaftsprüfer haben ihren Job gemacht - und die Ergebnisse sind nicht erfreulich für die Bundestheater. Ein bislang geheimer Bericht listet spricht von Verschwendung. 

Die ‘Salzburger Nachrichten’ zitieren aus dem geheimen Prüfbericht der Wirtschaftsprüfer von Ernst&Young, die den Bundestheatern auf den Zahn gefühlt haben. An erster Stelle der Kritik steht, wie das Basisbudget von 144,4 Millionen Euro aufgeteilt wird. Das kommt vom Kulturministerium und wird im Einvernehmen mit den Bühnengesellschaften erstellt.  „Solche gesetzlichen Strukturen verhindern eine strategische Steuerung der Konzernfinanzen durch die Holding, da selbige über die Ressourcenverteilung nicht autonom entscheiden kann“, steht da im Bericht geschrieben.

Kostendeckung bei Bundestheatern verworren

Außerdem würden die Prüfer gern konkrete, strategische Zielvorgaben sehen, die die Holding Bundestheater ihren Töchtern Volksoper, Staatsoper, Burgtheater und Theaterservice vorgibt. Eine jährlich evaluierte Verteilung des Budgets fehle ganz. „Bedarfsorientierte Unterdeckungen einzelner Gesellschaften werden gegebenenfalls mithilfe von Gesellschafterzuschüssen korrigiert“, so die Prüfer. Die übrigens auch diverse Quersubventionierungen orten, die zwischen den einzelnen Gesellschaften und auch Kunden passieren sollen. Beispielsweise würden für Leistungen untereinander geringere Kosten verrechnet, als tatsächlich anfallen – was einer ebensolchen gleichkommt.  Im Gesetz ist jedoch eine Kostendeckung vorgeschrieben. Und weiter: Es wäre sehr wichtig, einerseits Doppelgleisigkeiten auszuschalten und andererseits die interne Prüfung zu stärken. Die bestehe nämlich nur aus einer Person, was bei über 2.400 Mitarbeitern bedeutend zu wenig sei. 

Die Wirtschaftsprüfer empfehlen der Holding, stärker in die Budgetierung der Töchter einzugreifen. Sie vermissen in diesem Zusammenhang allerdings ein umfassendes Bilanzierungshandbuch sowie einen Kalender für das Konzernrechnungswesen.

Ministerium arbeitet schon an Optimierungen

Das Büro der zuständigen Bundesministerin Claudia Schmied ließ die Salzburger Nachrichten wissen, dass man bereits daran arbeite, die Kritikpunkte der Wirtschaftsprüfer zu verbessern. Insgesamt sehe man den Bericht allerdings positiv. Kritik hatte es im Vorfeld gehagelt, weil Schmied den Berichtnur den Koalitionsparteien SPÖ und ÖVP zukommen hatte lassen, aber nicht dem Parlament. Inzwischen hatten aber die Kultursprecher aller Parteien Einblick in den Bericht zu den Bundestheatern – allerdings erst, nachdem sie sich schriftlich zur Vertraulichkeit verpflichtet hatten. 

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