Wirtschaftsbeziehungen mit Japan sollen belebt werden

140 Jahre dilpomatische Beziehungen Wien-Tokio: Mit Fischer reist eine ganze Wirtschaftsdelegation mit nach Japan.
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Fischer reist nach Japan

Der bevorstehende Besuch von Bundespräsident Heinz Fischer in Japan soll auch den bilateralen Wirtschaftsbeziehungen neuen Schwung verleihen – nicht zuletzt angesichts eines beträchtlichen Exportrückgangs. Zusammen mit Fischer reisen unter anderen Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (V), Infrastrukturministerin Doris Bures (S) und Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl (V), der eine 130-köpfige Wirtschaftsdelegation anführt, in das Land der aufgehenden Sonne.

Nach Angaben der Wirtschaftskammer (WKO) ist Japan nach China Österreichs zweitwichtigster Handelspartner in Asien, im ersten Halbjahr 2009 mit einem Handelsvolumen von 1,13 Mrd. Euro. Die derzeit von einer massiven Rezession gebeutelte Industrienation bleibt für Österreich einer der bedeutendsten Überseemärkte.

Österreichs Exporte nach Japan erreichten im ersten Halbjahr 2009 insgesamt 376,1 Mio. Euro. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies allerdings einen Rückgang um 24,46 Prozent. In der Rangfolge der wichtigsten Exportdestinationen fiel Japan auf den 24. Platz. Die Einfuhren Österreichs aus Japan fielen ebenfalls stark (- 23,43 Prozent) auf 757,1 Mio. Euro.

Die österreichischen Exporte nach Japan dominierten 2008 die Maschinenbauerzeugnisse und Fahrzeuge mit einem Anteil von einem Drittel an den Gesamtexporten. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Lieferungen in dieser Warengruppe allerdings rückläufig. Auch die Ausfuhren in der Gruppe Holz und Holzwaren sind eingebrochen. Die Exporte von Eisen und Stahl stiegen in Summe um 14,2 Prozent. Chemische Erzeugnisse waren auch 2008 wieder ein wichtiger Bestandteil und blieben in Summe stabil. Während die pharmazeutischen Erzeugnisse stark zulegten, fielen andere chemische Produkte.

Rückläufig waren auch die Exporte von Schweinefleisch. Der Export von Fruchtsäften stieg. Im Bereich der kohlensäurehältigen Getränkte sorgten vor allem die Lieferungen von Red Bull nach Japan für einen kräftigen Anstieg. Der österreichische Wein verzeichnete einen zweistelligen Zuwachs.

Auch die Importe Österreichs aus Japan fielen im ersten Halbjahr 2009 im Vergleich zum Vorjahr. Bei den japanischen Lieferungen nach Österreich dominierten 2008 mit einem Anteil von 75 Prozent die Produkte der Gruppe Maschinenbauerzeugnisse und Fahrzeuge. Ein Plus wurde in der Gruppe optische, fotografische Geräte, Mess- und Prüfinstrumente verzeichnet, ebenso im Bereich Spiele und Unterhaltungsartikel.

Die starke Aufwertung des Yen, so die WKO, habe die negativen Auswirkungen der Wirtschaftskrisen für den japanischen Exportmarkt teilweise kompensiert. Künftige Chancen für die österreichische Exportwirtschaft bestünden vor allem in den Sektoren Umwelt, alternative Energien und Altenpflege. Dies seien genau jene Bereiche, in denen Österreich viel Know-how besitze. Die Käuferschicht der 25 Millionen Senioren in Japan stelle einen großen Hoffnungsmarkt dar. Sie spielten als Konjunkturmotor eine wichtige Rolle.

Zur derzeitigen Wirtschaftslage in Japan schreibt die WKO: “Für das erste Quartal 2009 wies Japan im Zuge der globalen Wirtschaftskrise zum vierten Mal in Folge ein negatives Wirtschaftswachstum (-3,3 Prozent) auf. Das zweite Quartal wies im Vergleich zum ersten ein leicht positives Wachstum von 0,9 Prozent aus. Die Erholung der Wirtschaft im 2. Quartal wird einerseits auf das zeitlich limitierte Stimulierungspaket der Regierung und auf die Bereinigung des Inventars der Unternehmen zurückgeführt. Sie erfolgt jedoch auf einem sehr niederen Niveau und ist noch nicht stark genug, um Arbeitsplätze und neue Investitionen zu schaffen.”

Akio Toyoda, der neue Präsident von Toyota, formulierte dies so: “Die Bluttransfusion wird fortgesetzt.” Bei Nissan heißt es: “Die derzeitigen Umstände sind in Ordnung. Allerdings hat sich die Wirtschaft noch nicht vollkommen erholt, weswegen Vorsicht geboten ist.”

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