Wirkung von Sonnenlicht auf SARS-CoV-2 noch unklar

Noch ist unklar, wie sich das Coronavirus im Sonnenlicht verhält.
Noch ist unklar, wie sich das Coronavirus im Sonnenlicht verhält. ©pixabay.com
Noch ist unklar, wie sich das Coronavirus im Sonnenlicht verhält. Genauso unklar ist, ob sich die Ansteckung im Sommer reduzieren könnte. Forschung mit UV-Licht soll aber Antworten liefern.

Je länger die Coronakrise dauert, desto mehr hoffen die Menschen auf Mittel, die das Virus bekämpfen. Nun wollen Wissenschafter der US-Regierung in einem Experiment beobachtet haben, dass direktes Sonnenlicht anscheinend den Erreger schnell tötet. Die Untersuchung wurde aber bisher nicht veröffentlicht und muss noch von anderen Forschern bewertet werden.

Zuletzt gab es vermehrt Berichte über die Wirkung von UV-Strahlung zur Bekämpfung des Virus. Für die UVC-Strahlung stimmt das prinzipiell für die Desinfektion von Gegenständen, für einen Laien ist die Verwendung von UVC-Strahlen etwa zur Desinfektion von Masken aber ungeeignet.

Keine Studien zur Wirkung von UVC-Strahlung

Es gibt drei Arten von UV-Strahlung: UVA, UVB und UVC. Die ersten beiden sind von der einfachen Sonneneinstrahlung bekannt. Sich übermäßig der Sonne auszusetzen ist schädlich für die Haut und kann Hautkrebs verursachen. Daher rät die Weltgesundheitsorganisation (WHO) davon ab, UV-Lampen zur Desinfektion der Hände oder anderer Hautbereiche in der Corona-Krise zu verwenden.

UVC ist noch gefährlicher, wird aber von der Ozonschicht davon abgehalten, auf die Erdoberfläche zu gelangen. Diese dritte Form ist theoretisch in der Lage, genetisches Material zu zerstören, zum Beispiel jenes von Viruspartikeln, berichtete die BBC. Daher könnte UVC-Strahlung für die Desinfektion von Gegenständen herangezogen werden. In einigen Bereichen in China passiert das sogar. Für Privatpersonen ist das aber nicht realistisch, denn es gibt noch keine Studien, die Aufschluss darüber geben, wie genau UVC auf das Coronavirus wirkt.

Verwendung höchst unsicher

Eine Studie des Journal of Virological Methods aus dem Jahr 2004 untersuchte die Bestrahlung auf das mit dem SARS-CoV-2 verwandte SARS-Virus und kam zu dem Schluss, dass "mehr als 15 Minuten UVC-Behandlung das Virus inaktivierten, während UVA-Licht unabhängig von der Dauer der Exposition keinen Einfluss auf die Durchlässigkeit hatte." Diese Ergebnisse fehlen bei SARS-CoV-2. Unklar ist, wie lange hier das Virus der UVC-Strahlung ausgesetzt sein müsste. Zudem bräuchte es für die Verwendung entsprechende Ausrüstung und Training. Das Verwenden von UV-Strahlung zur Desinfektion von Masken oder anderen Gegenständen ist also höchst unsicher.

Auch sich oder einen Gegenstand der Sonneneinstrahlung - also der UVA oder UVB-Strahlung - auszusetzen, ist nicht zielführend. Denn auch hier ist die notwendige Dauer unklar, abhängige Faktoren sind zudem Tageszeit, Wetter, Jahreszeit und Ort. Und ist das Virus erst einmal im Körper, hilft sowieso keine UV-Strahlung mehr. US-Präsident Donald Trump hatte deshalb mit einer von ihm angeregten "Lichttherapie" für Erkrankte einmal mehr für Kopfschütteln bei Experten gesorgt. Es gibt aber weiterhin Hoffnungen, dass die Ausbreitung des Erregers in den Sommermonaten nachlassen könnte.

(APA/red)

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