Wirbel um rechtsextremes Musikfestival in Reichenthal

©Flyer Northern Lights-Festival
Von 24. und 25. Juni findet im oberösterreichischen Reichenthal das Musikfestival "Northern Lights" statt. Das Line-Up hat einen braunen Beigeschmack und sorgt dadurch auch außerhalb der Musikszene für Aufruhr.

Laut dem stellvertretenden ÖGB-Landessekretär Sepp Wall-Strasser soll bei dem Musikfestival “Northern Lights” als Hauptact die Band “Kroda” auftreten, die von “Schlachtrufen arischer Krieger” schwärmt und Fan-T-Shirts mit einem SS-Spruch vertreibt. Der Frontmann von “Kroda” spricht sogar von der “jüdischen Weltverschwörung”. Der Frontmann der finnischen Band “Baptism”, die ebenfalls auftreten soll, ist laut Berichten in mehreren Neonazi-Musikgruppen aktiv. Rechtsextreme Bezüge sind auch bei den Bands “Djur”, “Dies Ater”, “Moredhel” und “Saltus” nachgewiesen.

Diskussion um Northern Lights-Festival

Die Israelitische Kultusgemeinde äußerte sich in einer Aussendung empört über das “Northern Lights”-Festival:  ”Das Ansinnen, rechtsradikale Musikgruppen nach Österreich zu bringen und damit den Nährboden für derartiges Gedankengut, insbesondere in der Jugendszene, zu bereiten, stellt eine nicht zu tolerierende Provokation dar. Der Bundesverband der Israelitischen Kultusgemeinden Österreichs fordert daher von den Behörden ein Verbot solch eines Festivals.”

Anscheinend rechneten die Veranstalter mit einer Welle des Protests. Auf der Homepage des Festivals wehrt man sich bereits schriftlich gegen eventuelle negative Äußerungen: “Northern Lights ist eine Veranstaltung, deren Zweck allein darin besteht, das kulturelle Angebot in Österreich durch besagte Musikstile zu bereichern, sowie Newcomern und international nicht etablierten Künstlern die Möglichkeit zu geben, sich live vor Publikum zu präsentieren. Veranstalter und mitwirkende Bands sind in keiner Weise politisch motiviert!”

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