Williams gegen Scharapowa zum 18. Mal in Folge unangetastet

Für Maria Scharpowa ist gegen Serena Williams seit bald zwölf Jahren einfach kein Kraut gewachsen. Zum 18. Mal in Folge ging die Russin gegen die US-Amerikanerin am Dienstag als Verliererin von einem Tennisplatz, diesmal im Viertelfinale der Australian Open. Die topgesetzte Williams gewann 6:4,6:1 und ist wie zuletzt auch bei den US Open nur noch zwei Siege von ihrem 22. Grand-Slam-Titel entfernt.


Damals im September unterlag sie sensationell der Italienerin Roberta Vinci im Halbfinale, danach hatte sie bis vergangene Woche kein Match gespielt. In fünf Matches in Melbourne hat sie ohne Satzverlust gewonnen und scheint für das Einstellen des “Open Era”-Rekords an Grand-Slam-Titeln der Deutschen Steffi Graf bereit. Noch nie hat Williams bei den Australian Open im Halbfinale oder Finale verloren.

Den Grund für ihre Dominanz gegen Scharapowa kann Williams selbst nicht ganz erklären. “Ich habe auch keine Antwort. Es mag mit ihrer Spielweise zusammenhängen”, sagte die 34-Jährige. “Ich mag, wie sie mit Druck spielt. Und außerdem weiß ich immer, wenn ich gegen sie antreten muss, dass ich so gut wie möglich spielen muss. Und ich spiele stärker, wenn ich dazu gezwungen werde, besser zu spielen.”

Scharapowa hatte viel in ihr Service investiert. Im Achtelfinale gegen Belinda Bencic hatte sich das mit 21 Assen rentiert. Gegen Williams schaffte die 28-Jährige nur drei, dafür rauschten die Returns zwölfmal wuchtig an ihr vorbei. “Ich kann mit 180 km/h aufschlagen. Gegen praktisch alle Gegnerinnen reicht das für ein Ass. Aber gegen Serena führten die harten Aufschläge dazu, dass sie die Bälle noch schneller returniert hat.”

Scharapowa reiste frustriert ab, nachdem sie am australischen Nationalfeiertag in Satz eins mit Break geführt, dann aber weitere Chancen nicht genützt hatte. Im zweiten Durchgang fiel die Weltranglisten-Fünfte leistungsmäßig ab. Die Neuauflage des Vorjahres-Finales dauerte schließlich 92 Minuten. Williams war durch eine leichte Lebensmittelvergiftung etwas gehandicapt: “Ich habe wohl irgendetwas Schlechtes gegessen.”

In der Vorschlussrunde trifft Williams auf Agnieszka Radwanska (4), die Polin ließ der Spanierin Carla Suarez Navarro (10) mit 6:1,6:3 kaum eine Chance. Die 26-Jährige steht zum zweiten Mal nach 2014 im Halbfinale von Melbourne, gegen Williams hat sie auf der Tour eine 0:8-Bilanz. “Gegen Serena habe ich nichts zu verlieren”, meinte die 26-Jährige in einem Ausblick auf das Donnerstag-Match.

Williams will die Partie gegen die aktuelle Masters-Siegerin aber nicht auf die leichte Schulter nehmen. “Das wird ein kompliziertes Spiel. Aga (Anm.: Radwanska) beendete die letzte Saison stark, und sie ist auch im Jänner ausgezeichnet in Form. Ich erwarte ein strapaziöses, langes Spiel. Das Halbfinale wird aufzeigen, wo ich im Moment stehe.”

Um das zweite Halbfinale spielen am Mittwoch Angelique Kerber (GER-7) gegen Victoria Asarenka (BLR-14) und Johann Konta (GBR) gegen Zhang Shuai (CHN-Q). Im Damen-Doppel zogen Martina Hingis/Sania Mirza (SUI/IND-1) mit ihrem 34. Sieg in Folge in das Halbfinale ein. Im Juniorinnen-Doppel zog Mira Antonitsch mit der Ungarin Panny Udvardy als letzte in einem Bewerb verbliebene Österreicherin in das Viertelfinale ein.

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