Wiens Schneeräumer vor erstem größeren Einsatz

Derzeit noch selten im Stadtbild: Ein "Hakenliftfahrzeug" des Winterdienstes
Derzeit noch selten im Stadtbild: Ein "Hakenliftfahrzeug" des Winterdienstes ©MA 48
800 Straßenreiniger, 90 kleine und 70 große Räumfahrzeuge sind derzeit im Wintereinsatz, berichtete Umweltstadträtin Ulli Sima bei der traditionellen Winterdienst-Pressekonferenz am Mittwoch.

Die zuständige Magistratsabteilung 48 (MA 48) sei aber natürlich bereits seit Mitte Oktober armiert und stehe Gewehr bei Fuß, sollten weiße Massen über die Stadt hereinbrechen, versicherte deren Chef Josef Thon. Bei Bedarf rücken bis zu 1.400 Personen und 555 Maschinen (darunter 79 Großfahrzeuge, sowie 171 Klein-Lkw und Traktoren) aus, um das rund 2.800 Kilometer lange Straßennetz vom Schnee zu befreien. Thons Mitarbeiter sind dabei für den Winterdienst auf allen Straßen abseits von Autobahnen und Privatstraßen zuständig.

Als Dauerbrenner in der kalten Jahreszeit dürfte sich auch heuer wieder die Splitteinkehrung auf Gehsteigen erweisen. Hierfür sind nämlich die Liegenschaftseigentümer verantwortlich. Und gerade hier habe es in den vergangenen Jahren viele Beschwerden gegeben, betonte Sima: “Ich erwarte mir da eine Verbesserung.” Aus diesem Grunde wird die Müllkontrolltruppe Waste-Watcher heuer noch schärfer vorgehen. In der vorigen Saison hagelte es immerhin 103 Anzeigen gegen Einkehrmuffel. Eine Übernahme der Einkehrverpflichtung durch die Stadt gegen eine Gebühr sei übrigens nicht sinnvoll, unterstrich Thon, da man dafür exorbitant viele Mitarbeiter benötigen würde und die Mithilfe der Liegenschaftsbesitzer deshalb sinnvoller sei: “Viele Hände, rasches Ende.”

In ihrem eigenen Verantwortungsbereich bemüht sich die Stadt jedenfalls, die Streumengen gering zu halten. Dank der Feuchtsalztechnologie, welche den Feinstaubverursacher Splitt teils ersetzt, konnte man dessen Verbrauch senken. Waren es 1995 noch 133.000 Tonnen, wurden im Vorjahr 4.398 Tonnen Streugut ausgebracht.

Mittlerweile verfügen auch 118 von 134 Fahrzeugen der privaten Flotte, die im Einsatzfall den städtischen Fahrzeugen zuarbeitet, über die Feuchtsalztechnologie. Spätestens übernächsten Winter sollten alle Privaten vollends umgerüstet sein, prognostizierte Sima. Auch bei 66 der 80 städtischen Kehrmaschinen wurde mittlerweile die Salzsolentechnologie zur Serienreife gebracht, wodurch man Feinstaub vermeidet, indem die Straßen zunächst befeuchten werden, was dank Salzsole auch bei leichten Minustemperaturen möglich ist.

Und auch wenn es kein weißes Weihnachten geben sollte, haben die milden Temperaturen doch auch ihre gute Seite: Nicht benötigte Streumittel, Diesel, Reparaturen und Überstunden sparen dem Stadtbudget bares Geld.

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