Wiens Krisenpflegeeltern bekommen mehr Geld

Mehr Geld für Wiens Krisenpflegeeltern.
Mehr Geld für Wiens Krisenpflegeeltern. ©APA/HANS PUNZ (Symbolbild)
Gute Nachrichten für Personen, die in Wien Kinder in Krisenfällen vorübergehend bei sich aufnehmen: Sie werden mehr Geld bekommen, so Stadtrat Christoph Wiederkehr (NEOS).

Auch wird das System flexibler, da die Betreuung eines weiteren Kindes nicht mehr verpflichtend sein wird. Das teilte Jugendstadtrat Christoph Wiederkehr (NEOS) am Montag in einer Pressekonferenz mit. Die Reform sei nach einer Evaluierung der bestehenden Anstellungsmodelle erarbeitet worden, hieß es. Das Engagement in der Krisenpflege solle dadurch attraktiver werden.

Mehr Geld für Wiens Krisenpflegeeltern

Aktuell gibt es noch zwei Modelle, nach denen Personen bezahlt werden, die Kinder - die aus bestimmten Gründen nicht mehr bei ihren Familien bleiben können - betreuen. Maximal werden hier 1.300 Euro netto überwiesen, wobei das Krisenpflegegeld für die jeweiligen Kinder noch dazukommt. Pflegeeltern sind jedoch verpflichtet, falls nötig ein weiteres Kind aufzunehmen.

Die Evaluierung hat laut Wiederkehr gezeigt, dass es den Wunsch nach besserer Bezahlung und mehr Flexibilität gibt. Sprich: Die Aufnahme eines weiteren Schützlings soll auch abgelehnt werden können. Mit dem Anstellungsträger, dem Verein Eltern für Kinder Österreich, sind laut dem Stadtrat nun entsprechende Vorschläge erarbeitet worden.

Aufwandsentschädigung für Aufnahme von weiterem Krisenkind

Künftig wird das Gehalt auf 1.500 Euro netto monatlich (exklusive Krisenpflegegeld) erhöht. Für die Aufnahme eines weiteren Krisenkindes, die selbst bestimmt werden kann, erhält man eine Aufwandsentschädigung von jeweils 500 Euro. Zudem wird die Möglichkeit geschaffen, fünf Wochen Urlaub bzw. Pause ohne Betreuungsverpflichtung zu erhalten.

Krisenpflegeltern kommen dann zum Einsatz, wenn in einer Akutsituation rasch ein Platz benötigt wird. Wie Martina Reichl-Rossbacher, die Leiterin des Bereichs Pflegekinder der Wiener Kinder- und Jugendhilfe, erläuterte, werden die Betroffenen acht bis zwölf Wochen betreut - wobei es auch Fälle gibt, wo Kinder länger bleiben. Anschließend erfolgt die Unterbringung bei regulären Pflegeeltern oder bei Verwandten, falls keine Rückkehr zur eigenen Familie möglich ist.

Laut Wiener Kinder- und Jugendhilfe weniger Kriseneltern

Zuletzt gab es - auch Corona-bedingt - einen leichten Rückgang bei den Kriseneltern, berichtete sie. Aktuell kümmern sich 37 Personen um 60 Kids. Angestrebt wird, dass sich auch die Anzahl der Krisenpflegeeltern auf mindestens 60 erhöht. Das neue Modell soll im Herbst in Kraft treten.

(APA/Red)

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